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23.06.2016

07:46 Uhr

Geldhäuser in Italien

Banco Popolare sammelt eine Milliarde für Fusion ein

Die Auflage der Europäischen Zentralbank ist erfüllt, eine Milliarde Euro sind eingesammelt. Damit hat die italienische Banco Popolare genug Kapital zusammen, um mit dem Rivalen Banca Popolare di Milano zu fusionieren.

Passanten vor dem Hauptsitz der Banca Popolare di Milano: Der Rivale Banco Popolare hat genug Kapital für einen Zusammenschluss gesammelt. Reuters

Banca Popolare di Milano

Passanten vor dem Hauptsitz der Banca Popolare di Milano: Der Rivale Banco Popolare hat genug Kapital für einen Zusammenschluss gesammelt.

MailandDas italienische Geldhaus Banco Popolare hat das für den geplanten Zusammenschluss mit dem Rivalen Banca Popolare di Milano benötigte Kapital zusammen. Es sei eine Milliarde Euro eingesammelt worden, teilte das Institut am Mittwoch mit.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihre Genehmigung der Fusion mit der Auflage verknüpft, dass Banco Popolare sich frisches Geld in dieser Höhe besorgt. Damit soll für Kreditausfälle vorgesorgt werden. Italiens Bankenbranche sitzt auf 360 Milliarden Euro Problemdarlehen, weil viele Unternehmen nach drei Jahren Rezession ihre Raten nicht mehr bezahlen können. Die Regierung in Rom hat die Geldhäuser zu kostensparenden Zusammenschlüssen gedrängt.

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Der derzeit Branchenvierte Banco Popolare würde nach der Fusion zum drittgrößten Institut des Landes nach Intesa Sanpaolo und Unicredit aufsteigen. Bei der Kapitalerhöhung seien 99,4 Prozent der angebotenen neuen Aktien verkauft worden, erklärte Banco Popolare weiter.

Dieser Erfolg steht im Kontrast zu den Bemühungen kleinerer Institute um frisches Geld. Die italienische Krisenbank Veneto Banca, zum Beispiel, steuert Insidern zufolge in die Arme des Rettungsfonds Atlante. Bei der geplanten Kapitalerhöhung im Volumen von einer Milliarde Euro hätten die Eigner des Regionalinstituts nur ein Prozent der Aktien gezeichnet, sagte eine den Vorgängen nahestehende Person am Mittwoch. Auch die Nachfrage institutioneller Investoren, die noch bis Freitag einsteigen können, sei gering. Deshalb sei eine Rettung durch Atlante wahrscheinlich. Der Fonds erklärte unterdessen, die Europäische Zentralbank habe den Kauf von mehr als 50 Prozent der Veneto-Banca-Aktien genehmigt.

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Von

rtr

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