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26.08.2013

14:23 Uhr

Geldhaus

Hypo Alpe Adria braucht das Ok von Bayern LB

Die österreichische Staatsbank Hypo Alpe Adria will einige Geschäftsbereiche abschlagen. Dafür ist sie auf ihren früheren Eigentümer, die Bayern LB, angewiesen. Für die 14 Filialen in Österreich ist ein Käufer gefunden.

Die österreichische Staatsbank Hypo Alpe Adria ist beim geplanten Verkauf von Geschäftsbereichen darauf angewiesen, dass die Bayern LB, ihr ehemaliger Eigentümer, grünes Licht gibt. dpa

Die österreichische Staatsbank Hypo Alpe Adria ist beim geplanten Verkauf von Geschäftsbereichen darauf angewiesen, dass die Bayern LB, ihr ehemaliger Eigentümer, grünes Licht gibt.

FrankfurtDie österreichische Staatsbank Hypo Alpe Adria (HGAA) ist beim geplanten Verkauf von Geschäftsbereichen auf das Wohlwollen ihres ehemaligen Eigentümers Bayern LB angewiesen. Bei der Rückgabe des HGAA-Mehrheitsanteils an die Republik Österreich Ende 2009 seien den Münchnern einige „Zustimmungsrechte“ eingeräumt worden, sagte Bayern LB-Finanzchef Stephan Winkelmeier am Montag. Auch für einen Verkauf des Österreich-Geschäfts der HGAA müsste die Münchner Landesbank grünes Licht geben.

Die Hypo hat für die 14 österreichischen Filialen bereits einen Käufer gefunden – sie sollen an den britischen Investor Sanjeev Kanoria gehen. Das Klagenfurter Institut habe daher bereits um eine entsprechende Zustimmung der Bayern LB gebeten, erklärte Winkelmeier. Die Bayern LB werde die Unterlagen nun prüfen und mit der HGAA diskutieren. Der Rechtsstreit zwischen beiden Geldhäusern über die Rückzahlung von Milliarden-Krediten solle dabei keine Rolle spielen. „Wir werden nicht aus billigen Gründen irgendetwas zurückhalten“, sagte Winkelmeier. Die HGAA möchte ihre drei operativen Töchter in Österreich, Italien und Südosteuropa in den kommenden Jahren marktschonend verkaufen.

Die Hypo Alpe Adria zeigte sich zuversichtlich, die erhoffte Genehmigung für den Verkauf des Österreich-Geschäfts zu erhalten: „Die Gespräche laufen und wir gehen davon aus, dass die ehemalige Mutter alle Bestrebungen ihrer ehemaligen Tochter bei der Restrukturierung unterstützten wird“, sagte ein Hypo-Sprecher.

Die Bayern LB hatte die HGAA 2007 mehrheitlich übernommen und nach Milliarden-Verlusten 2009 für den symbolischen Preis von einem Euro an Österreich zurückgegeben. Seit Ende 2012 streiten beide Banken um milliardenschwere Liquiditätsspritzen, die die Bayern LB im Lauf der Jahre in die HGAA gepumpt hat. Aus Sicht der Bayern handelt es sich dabei um Kredite, aus Sicht der HGAA „um Eigenkapital ersetzende Gesellschafterdarlehen“, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Die Bayern LB hat bereits im Dezember 2012 Klage gegen die HGAA eingereicht, in der vergangenen Woche reagierten die Österreicher ihrerseits mit einer Klage gegen die Bayern LB. Für die Münchner ändere sich durch die Gegenklage nichts, sagte Winkelmeier. Rückstellungen wären nur notwendig, wenn die Bank mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen müsse, dass es zu Rückforderungen komme oder der Kredit nicht zurückgezahlt wird. „Das sehen weder wir, noch unsere Wirtschaftsprüfer, noch die Bankenaufseher.“

Von

rtr

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