Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.07.2015

15:51 Uhr

Geldwäsche-Ermittlungen

US-Behörde will Auskunft von Deutscher Bank

Im Mai teilte die Deutsche Bank mit, dass einige ihrer Moskauer Händler im Zuge interner Untersuchungen beurlaubt wurden. Jetzt fordert die Bankenaufsicht in New York mehr Informationen von dem Institut.

Eine „kleine Zahl von Händlern in Moskau“ sei im Zuge der Ermittlungen beurlaubt worden, teilte die Deutsche Bank Mitte Mai mit. Reuters, Sascha Rheker

Beurlaubung

Eine „kleine Zahl von Händlern in Moskau“ sei im Zuge der Ermittlungen beurlaubt worden, teilte die Deutsche Bank Mitte Mai mit.

New YorkDie Deutsche Bank muss der New Yorker Bankenaufsicht wegen der Ermittlungen im Geldwäsche-Verdacht in Russland offenbar mehr Informationen geben. Die als hart geltende Behörde Department of Financial Services (DFS) habe vergangene Woche formal E-Mails, Mitteilungen, Kundenlisten und weitere Details angefordert, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag in New York. Die Deutsche Bank verwies wie bereits zuvor in diesem Zusammenhang auf laufende interne Untersuchungen, bis zu deren Abschluss eine kleine Zahl von Händlern beurlaubt sei.

Laut früheren Berichten besteht der Verdacht, dass Kunden der Deutschen Bank über bestimmte Finanzgeschäfte an den Behörden vorbei Rubel etwa in US-Dollar getauscht haben. Dabei könnte unter anderem auch gegen bestehende Sanktionen verstoßen worden sein.

Die Deutsche Bank hatte Mitte Mai auf einen Bericht des „Manager Magazins“ hin bestätigt, dass sie „eine kleine Zahl von Händlern in Moskau“ beurlaubt habe bis eine interne Untersuchung abgeschlossen sei. Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin war eingeschaltet worden.

Blackrock-Präsident im Interview: „Notenbanken haben einen sehr guten Job gemacht“

Blackrock-Präsident im Interview

Premium „Notenbanken haben einen sehr guten Job gemacht“

Der Mitgründer des größten Vermögensverwalters der Welt, Rob Kapito, spricht im Interview über Irrtümer der Sparer, Chancen an den Aktienmärkten und die Gefahren börsengehandelter Fonds. Und er lobt die Deutsche Bank.

Anfang Juni hatte Bloomberg berichtet, dass es bei dem Geldwäsche-Verdacht in Russland um Transaktionen über möglicherweise rund 6 Milliarden US-Dollar (5,4 Mrd Euro) geht. Der Zeitraum der Untersuchung umfasst demnach die Jahre 2011 bis Anfang 2015. Zudem hieß es damals, dass sich die DFS in die Untersuchung eingeschaltet hat.

Die Deutsche Bank hatte zuletzt wegen Rechtsstreitigkeiten tief in die Tasche greifen müssen. Im Mai war das Frankfurter Geldhaus wegen der Verwicklungen in den Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze von britischen und amerikanischen Behörden zu einer Zahlung von 2,5 Milliarden Dollar verdonnert worden.

Die Reihe von Rechtsstreitigkeiten und die hohen Kosten dafür waren ein Grund für den Rückzug der beiden Deutschen-Bank-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain. Letzterer ist schon nicht mehr an Bord. Sein Nachfolger ist der frühere UBS-Finanzvorstand John Cryan. Fitschen bleibt noch bis Mai kommenden Jahres Co-Chef.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×