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31.03.2014

18:08 Uhr

Gemeinsame Lobbyarbeit

Sparkassen United

VonHolger Alich

Es ist eine ungewöhnliche Allianz: Die Schweizer Kantonalbanken tun sich mit den deutschen Sparkassen zusammen. Sie betreiben künftig gemeinsam Lobbyarbeit – und wollen sich bei der EU besser Gehör verschaffen.

Sparkassen-Filiale in Ulm: Die deutschen Institute machen bei der Lobbyarbeit künftig mit ihren Schweizer Pendants gemeinsame Sache. dpa

Sparkassen-Filiale in Ulm: Die deutschen Institute machen bei der Lobbyarbeit künftig mit ihren Schweizer Pendants gemeinsame Sache.

ZürichDie Schweiz will oft mit der EU politisch möglichst wenig zu tun haben. Im Finanzsektor kommt es nun vor diesem Hintergrund zu einer bemerkenswerten Annäherung: die Schweizer Kantonalbanken und die deutschen Sparkassen wollen in Sachen Lobbying gemeinsame Sache machen.

So teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mit, dass er den Verband der Schweizerischen Kantonalbanken in seinen Reihen aufgenommen hat. Die Schweizer sind damit das erste Mitglied „aus einem Nicht-EU-Land“, wie der DSGV mitteilte.

Ziel sei ein noch intensiverer Austausch von Informationen, sowie die Diskussion „strategischer Maßnahmen oder politischer Positionen bei der Bankenregulierung“, hieß es weiter. Zu deutsch: Lobbyarbeit.

Die größten Sparkassen Deutschlands

Die Sparkasse Bremen AG

Mit einer Bilanzsumme von 10,7 Milliarden Euro (2011) ist die Sparkasse Bremen die zehntgrößte Sparkasse in Deutschland. In dem kleinen Bundesland arbeiten 1.558 Menschen bei der Sparkasse.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Die Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 11,8 Milliarden Euro. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeiten 1.708 Angestellte in 142 Filialen.

Nassauische Sparkasse

2011 kam die Nassauische Sparkasse mit Sitz in Wiesbaden auf eine Bilanzsumme von 11,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 225 Filialen - so viele wie keine andere Sparkasse.

Stadtsparkasse Düsseldorf

Mit einer Bilanzsumme von 12,1 Milliarden Euro liegt die Stadtsparkasse Düsseldorf auf Rang 7.

Sparkasse Hannover

Die Sparkasse Hannover ist die sechstgrößte Sparkasse in Deutschland. Das Geldhaus in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat 2011 eine Bilanzsumme von 12,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Stadtsparkasse München

Die Stadtsparkasse München ist – wenig überraschend – das größte Mitglied des Sparkassenverbands Bayern. Deutschlandweit reicht es mit einer Bilanzsumme von 15,7 Milliarden Euro für Rang fünf.

Frankfurter Sparkasse

Die viertgrößte Deutsche Sparkasse liegt in Hessen. Die Frankfurter Sparkasse kommt auf eine Bilanzsumme von rund 17,9 Milliarden Euro - mit 1.718 Mitarbeitern. In München sind es zum Vergleich 3083 Angestellte.

Kreissparkasse Köln

Die Kreissparkasse Köln auf Rang drei knackt als erste die Marke von 20 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 hat sie eine Bilanzsumme von rund 25,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

Sparkasse KölnBonn

Rang zwei geht nach Köln. Die Sparkasse KölnBonn ist mit 29,6 Milliarden Euro (2011) noch ein bisschen größer als die Kreissparkasse Köln.

Hamburger Sparkasse

Mit Abstand die größte Sparkasse in Deutschland ist die Hamburger Sparkasse. Die Haspa kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 39,5 Milliarden Euro. Sie hat auch die meisten Angestellten aller Sparkassen - 5724 Mitarbeiter.

Sowohl Sparkassen als auch die Kantonalbanken spielen in beiden Ländern eine Schlüsselrolle in ihren jeweiligen Märkten. In der Schweiz zum Beispiel haben die 24 Kantonalbanken rund 30 Prozent Marktanteil.

Im Vergleich zu den deutschen Sparkassen verfügen die Schweizer Institute aber noch über einen wichtigen Vorteil: denn bei 21 Kantonalbanken haftet noch der Steuerzahler unbegrenzt. Dieses Privileg sind die deutschen Sparkassen dank der EU schon lange los geworden.

Mit dem mächtigen DSGV als Partner dürften die Kantonalbanken in Brüssel künftig mehr Gehör finden. Auch wenn die Schweiz kein EU-Mitglied ist, so übernimmt sie de facto eins zu eins EU Recht im Finanzwesen, um den Marktzugang zur EU zu erhalten. Der ist auch für regionale Institute wie die Kantonalbanken wichtig; so unterhält zum Beispiel die St. Galler Kantonalbank eine Tochter mit Sitz in München.

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