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29.05.2013

21:25 Uhr

Genossenschaftsbank

DZ Bank vor größter Kapitalerhöhung ihrer Geschichte

Die DZ Bank braucht 1,4 Milliarden Euro, um sich auf die strengere Bankenregulierung vorzubereiten. Zwar ziehen die Anteilseigner bisher mit. Doch noch ist die Kapitalerhöhung keine ausgemachte Sache.

Die Zentrale der DZ Bank in Frankfurt. Reuters

Die Zentrale der DZ Bank in Frankfurt.

FrankfurtDie DZ Bank plant die größte Kapitalerhöhung ihrer Geschichte. Das Spitzeninstitut der meisten Volks- und Raiffeisenbanken will bei seinen Eigentümern angesichts der schärferen Regulierung 1,4 Milliarden Euro einsammeln, wie Bankchef Wolfgang Kirsch am Mittwoch auf der Hauptversammlung ankündigte. Er präzisierte zudem erstmals den Zeitplan für die Maßnahme: Die Kapitalerhöhung soll demnach zum zweiten Quartal 2014 abgeschlossen sein. Die Vorbereitungen starten im zweiten Halbjahr 2013.

Kirsch warb bei dem Treffen der Bankeigner mit steigenden Gewinnen und Dividenden für diesen Schritt. "Es ist in unserer Organisation allen klar, dass wir in solchen Zeiten dann besonders erfolgreich sind, wenn wir zusammenstehen und uns nicht auseinander dividieren lassen - schon gar nicht durch regulatorische Rahmenbedingungen der Zukunft", sagte er.

Der Erfolg der Kapitalerhöhung ist noch keine ausgemachte Sache - auch wenn die Signale auf der Hauptversammlung Teilnehmern zufolge durchaus positiv waren. "Für viele Volksbanken ist das ein sehr ordentlicher Kraftakt", betonte ein Banker. Besondere Kopfschmerzen bereitet vielen Volksbanken, dass ihnen die Beteiligung an dem Spitzeninstitut vom Eigenkapital abgezogen wird. Es laufen derzeit Gespräche mit der Finanzaufsicht über eine Lockerung dieser Regel, damit die Genossenschaftsbanken das Kapitalthema ohne externe Hilfe bewältigen können. Die ersten Signale seien positiv, sagte ein Insider. Kirsch knüpfte die Kapitalmaßnahme ausdrücklich an die Bedingung, dass diese Gespräche erfolgreich seien.

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Aus dem Umfeld des Schwesterinstituts WGZ Bank - mit knapp sieben Prozent größter Einzelaktionär - verlautete, dass man wohl mitziehen werde. "Wir lassen niemanden im Regen stehen", sagte ein Bankinsider in Düsseldorf. Die beiden Häuser haben schon häufiger Fusionsanläufe genommen, bislang immer erfolglos. Zuletzt scheiterten die Gespräche am Kapitalbedarf der DZ Bank, die in der Finanzkrise nach einem Milliardenverlust schon einmal frisches Kapital benötigt hatte.

Dieses Mal dient die Maßnahme dazu, sich für die schärfere Regulierung zu rüsten. Zwar kommt die Bank per Ende 2012 auf eine harte Kernkapitalquote von sieben Prozent, was deutlich über dem geforderten Minimum liegt. Doch Kirsch stellt sich auf zusätzliche Belastungen ein, etwa durch die geplanten Kapitalaufschläge für Großbanken.

Operativ kann der Bankchef mit Gewinnwachstum um die Gunst der Volksbanken werben: Das Ergebnis vor Steuern der Gruppe stieg im ersten Quartal auf 777 Millionen Euro von 697 Millionen Euro im Vorjahr. Alle Sparten schrieben schwarze Zahlen. Zudem hätten Wertzuwächse einiger Staatsanleihen aus den Euro-Krisenländern zum Plus beigetragen. Auch für das Gesamtjahr stellte Kirsch einen Gewinnzuwachs in Aussicht - 2012 verdiente das Frankfurter Institut 1,3 Milliarden Euro. Perspektivisch hält er 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro für möglich. Davon sollen auch die Eigner profitieren: Er versprach für die nächsten fünf Jahre eine schrittweise Verdopplung der Dividende.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

29.05.2013, 22:56 Uhr

Nee bei dem ganzen Mist den Basel III und all die anderen lustigen EU-Regulierungsvorhaben den sonstigen Marktteilnehmern bringt, warum zum Teufel soll da eine Lex Volksbank herbeilobbiert werden, wo die DZ Bank Beteiligungen (aka "Eigenkapital") nicht mit 100% Eigenkapitalhinterlegung bei den anteilseignenen Volksbanken angerechnet soll. Nee wenn es eine Lex Volksbank gibt, dann soll die EU (und dann der dt. Gesetzgeber) bitteschön den ganzen CRD-Schrott für ganz Europa (und allen betroffenden Branchen) anpassen.

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