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15.07.2014

15:48 Uhr

Genossenschaftsbank

Münchener Hyp stockt Eigenkapitaldecke auf

Die Mitglieder der Münchener Hypothekenbank haben für 400 Millionen Euro Anteile gezeichnet. Damit verschaffen sie der Genossenschaftsbank eine dickere Kapitaldecke. Das Institut ist für den EZB-Stresstest gerüstet.

Zentrale der Münchener Hyp: Nachdem die Mitglieder Anteile gezeichnet haben, kommt die Bank auf eine harte Kernkapitalquote von 11,1 Prozent. PR

Zentrale der Münchener Hyp: Nachdem die Mitglieder Anteile gezeichnet haben, kommt die Bank auf eine harte Kernkapitalquote von 11,1 Prozent.

FrankfurtDrei Monate vor dem Abschluss des Gesundheitschecks für europäische Geldhäuser steht die erste deutsche Bank fest, die bei der Prüfung formell durchfallen wird. Die Münchner Hypothekenbank kam Ende vergangenen Jahres auf eine harte Kernkapitalquote von 6,3 Prozent und lag damit unter der beim Bilanzcheck geforderten Hürde von acht Prozent. Um die Lücke zu schließen, hat der genossenschaftliche Immobilienfinanzierer bei seinen Eigentümern in den vergangenen Monaten allerdings 400 Millionen Euro eingesammelt.

Nach Ansicht von Münchener Hyp-Chef Louis Hagen wird die Traditionsbank die Anforderungen der Aufsichtsbehörden damit erfüllen. „Wir sehen den Ergebnissen von Bilanzprüfung und Stresstest zuversichtlich entgegen“, erklärte er am Dienstag. Die Europäische Zentralbank (EZB) zeigte sich erfreut, dass sich zahlreiche Banken wegen des Gesundheitschecks dickere Sicherheitspuffer zulegen.

Die Aufsichtsbehörden wollen mit dem europaweiten Test verhindern, dass unentdeckte Risiken zum Vorschein kommen, wenn die EZB im November die Kontrolle der größten Institute der Euro-Zone übernimmt. Die Prüfung besteht aus einem bereits abgeschlossenen Bilanzcheck (AQR), der auf den Jahresergebnissen 2013 basiert und nach dem Banken mindestens eine harte Kernkapitalquote von acht Prozent vorweisen müssen. Seitdem wird in einem Stresstest geprüft, ob die Institute für weitere Krisen gerüstet sind.

Die drei Stufen der EZB-Bankenprüfung

1. Stufe

Risikobewertung
In einem ersten Schritt prüft die EZB die Risiken in den Bankbilanzen. Dabei schaut sie auf die kurzfristig zur Verfügung stehenden Mittel (Liquidität), die Verschuldung und die Refinanzierung der Bank.

2. Stufe

Asset Quality Review
Im zweiten Schritt schaut sich die EZB mit einem einheitlichen Bewertungsmaßstab etwa für faule Kredite die Bestandteile der Bilanzposten an. Auf dieser Basis wird beurteilt, ob etwa ausreichende Rückstellungen gebildet worden sind. Dabei sind acht Prozent hartes Kernkapital als Zielquote vorgegeben – Banken, die darunter liegen, sollen voraussichtlich auf staatliche Auffangmechanismen zurückgreifen müssen.

3. Stufe

Stresstest
Als letzter Schritt vollzieht die EZB einen Stresstest: Wie reagieren die Bankbilanzen auf gewisse Risikoszenarien? Die Details für den Stresstest sind noch nicht bekannt. Alle drei Schritte sollen bis November 2014 vollzogen sein, wenn die EZB offiziell die Aufsichtsfunktion übernimmt.

Als die Münchener Hyp im Oktober 2013 erfuhr, dass sie an dem Test teilnehmen muss, war ihr sofort klar, dass sie handeln muss. Das Institut kam Ende 2013 zwar auf eine Gesamtkapitalquote von über 16 Prozent. Die für den Gesundheitscheck relevante harte Kernkapitalquote lag jedoch zehn Prozentpunkte niedriger, weil stille Beteiligungen ihrer Eigentümer dabei nicht berücksichtigt werden. Auch in Italien gibt es einige Banken, die mit einer harten Kernkapitalquote von weniger als acht Prozent in den Bilanzcheck gegangen sind - auch sie werden somit formell durchfallen.

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