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23.05.2016

16:29 Uhr

Genossenschaftsbanken

Die Volksbank, die keine Aktiengesellschaft mehr sein will

VonElisabeth Atzler

Normalerweise ist klar: Eine Volk- oder eine Raiffeisenbank ist auch eine Genossenschaft. Nicht so in Sindelfingen. Die Vereinigte Volksbank hat die Rechtsform der AG – aber wohl nicht mehr lange.

Eigentlich sind alle Volksbanken als Genossenschaft organisiert. In Sindelfingen allerdings ist das anders. Doch nun will auch die Vereinigte Volksbank keine Aktiengesellschaft mehr sein. dpa

Volksbanken

Eigentlich sind alle Volksbanken als Genossenschaft organisiert. In Sindelfingen allerdings ist das anders. Doch nun will auch die Vereinigte Volksbank keine Aktiengesellschaft mehr sein.

FrankfurtDie Vereinigte Volksbank aus Singelfingen ist eine ganz normale Volksbank. Zumindest auf den ersten Blick. Es gibt jedoch eine Besonderheit: Die Vereinigte Volksbank will Genossenschaft werden. Sie zählt zwar zu den gut 1000 Genossenschaftsbanken in Deutschland, ist bisher aber in der Form einer Aktiengesellschaft (AG) organisiert. Eine große Ausnahme.

Noch. Denn nun will die Vereinigte Volksbank ihre Rechtsform wechseln und von der AG zur eingetragenen Genossenschaft (eG) werden – so wie die anderen Volks- und Raiffeisenbanken. Das kündigte kürzlich der Vorstandschef, Wolfgang Klotz, an.

Die größten Genossenschaftsbanken (2016)

Platz 10

Evangelische Bank eG (Kassel)

Bilanzsumme: 7,2 Mrd. Euro
Einlagen: 6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4 Mrd. Euro

Platz 9

Sparda-Bank München eG

Bilanzsumme: 7,2 Mrd. Euro
Einlagen: 6,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,3 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4,3 Mrd. Euro

Alle Angaben beziehen sich auf das Jahresende 2016.

Platz 8

Bank für Sozialwirtschaft AG (Köln)

Bilanzsumme: 8,6 Mrd. Euro
Einlagen: 6,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 453 Mio. Euro
Kundenforderungen: 5,5 Mrd. Euro

Platz 8

Sparda-Bank West eG (Düsseldorf)

Bilanzsumme: 9 Mrd. Euro
Einlagen: 8 Mrd. Euro
Spareinlagen: 2,9 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4,6 Mrd. Euro

Platz 6

Frankfurter Volksbank eG

Bilanzsumme: 9,3 Mrd. Euro
Einlagen: 7,3 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,6 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 5,2 Mrd. Euro

Platz 5

Sparda-Bank Südwest eG (Mainz)
Bilanzsumme: 9,4 Mrd. Euro
Einlagen: 7,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 6,5 Mrd. Euro

Platz 4

BBBank eG (Karlsruhe)

Bilanzsumme: 10,2 Mrd. Euro
Einlagen: 8,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 2,2 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 5,5 Mrd. Euro

Platz 3

Berliner Volksbank eG

Bilanzsumme: 12.5 Mrd. Euro
Einlagen: 10,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 895 Mio. Euro
Kundenforderungen: 7,7 Mrd. Euro

Platz 2

Sparda-Bank Baden-Württemberg eG (Stuttgart)

Bilanzsumme: 13,4 Mrd. Euro
Einlagen: 11,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 4,7 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 10,7 Mrd. Euro

Platz 1

Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (Düsseldorf)

Bilanzsumme: 38,8 Mrd. Euro
Einlagen: 25,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 93 Mio. Euro
Kundenforderungen: 29,7 Mrd. Euro

Quelle

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

Darüber sollen die Anteilseigner bis Mitte kommenden Jahres, frühestens in diesem Oktober, abstimmen. Dabei ist die Vereinigte Volksbank Sindelfingen seit 1882 eine AG. Die Eigentümer der damaligen Gewerbebank Böblingen, die eine eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht war, entschieden sich damals für die AG und dafür, nur beschränkt haften zu müssen. Das heutige Geldhaus ist aus etlichen Fusionen benachbarter Genossenschaftsbanken hervorgegangen.

Weitere Zusammenschlüsse mit anderen Volks- oder Raiffeisenbanken würden für die Vereinigte Volksbank künftig leichter – schließlich sind die alle in der Form einer eG organisiert. „Wir sind überzeugt, dass die eingetragene Genossenschaft die passendere Gesellschaftsform für eine Volksbank ist“, sagt ein Sprecher des Kreditinstituts. Er weist auf mehrere Vorteile hin. So könne die Bank als eG ihre Mitglieder mehr fördern. „In einer AG sind zum Beispiel Bonusprogramme für Anteilseigner nach dem Aktienrecht nicht erlaubt“, so der Sprecher.

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