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20.04.2016

13:10 Uhr

Genossenschaftsbanken

Ex-Chef der Volksbank Halle kämpft um Millionen

VonElisabeth Atzler

Der frühere Chef der Volksbank Halle in Sachsen-Anhalt wehrt sich gegen seine Kündigung. Er klagt auf Weiterzahlung des Gehalts. Es geht um 1,8 Millionen Euro – und um einen besonderen Fall unter Genossenschaftsbanken.

Ärger bei der Volksbank Halle. Der Vorstand streitet mit dem Ex-Chef, der gegen seine Kündigung klagt. dpa

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Ärger bei der Volksbank Halle. Der Vorstand streitet mit dem Ex-Chef, der gegen seine Kündigung klagt.

Frankfurt Die Genossenschaftsbanken gelten als bodenständig. Als nah am Kunden, solide und ein bisschen langweilig. Bei der Volksbank Halle allerdings ging es vor einem Jahr ziemlich noch her. Der damalige Chef, Manfred Kübler, wurde im Sommer fristlos entlassen. Das entschied die Vertreterversammlung stellvertretend für die Mitglieder der Bank im vergangenen August.

Jetzt wehrt sich Kübler gegen die Kündigung. Er fordert, dass seine außerordentliche fristlose Kündigung für unwirksam erklärt wird und klagt vor dem Landgericht Halle, wie ein Sprecher des Gerichts bestätigte. Der frühere Bankchef verlangt zudem Schadensersatz und will, dass ihm das volle Gehalt aus seinem Vertrag ausgezahlt wird. Üblicherweise werden Arbeitsverträge mit Bankvorständen auf Zeit geschlossen. Es geht insgesamt um rund 1,8 Millionen Euro. So hoch zumindest ist der Streitwert. Zunächst hatte darüber die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet.

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Der Kündigung Küblers vorausgegangen waren heftige Vorwürfe – auch seitens der Bank. Es geht um Untreue: Das Geldhaus selbst nannte vor knapp einem Jahr den „dringenden“ Verdacht, dass Kübler die Bank, „veranlasst hat, erhebliche Aufwendungen für seine private Lebensführung zu übernehmen“.

Daneben gab die Volksbank damals an, Kübler habe Kredite erhalten, ohne angemessene Sicherheiten zu stellen. Und er soll sich bei Spenden der Bank von privaten Interessen haben leiten lassen, lautete ein weiterer Vorwurf.

Das Kreditinstitut will sich zu dem Fall jetzt nicht äußern. „Da es sich hierbei um ein laufendes Verfahren handelt, können wir aus ermittlungstaktischen Gründen dazu keine Auskünfte erteilen“, ließ die Volksbank auf Anfrage ausrichten. Auch Küblers Anwalt äußerte sich nicht zu den Vorwürfen gegen seinen Mandanten und auch nicht zur jetzt eingereichten Klage.

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