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12.11.2015

10:23 Uhr

Genossenschaftsbanken

Raiffeisen Bank erwartet Gewinn

Die Raiffeisen Bank überrascht Analysten. Die Österreicher fahren im dritten Quartal Gewinne ein. Nun hofft die Bank auch am Jahresende auf ein positives Ergebnis.

Raiffeisen Bank-Chef Karl Sevelda baut die Genossenschaftsbank um. Allein 2015 stehen Kosten in Höhe von 100 Millionen Euro an. Der Gewinn im dritten Quartal hat Analysten positiv überrascht. Reuters

Überraschender Gewinn

Raiffeisen Bank-Chef Karl Sevelda baut die Genossenschaftsbank um. Allein 2015 stehen Kosten in Höhe von 100 Millionen Euro an. Der Gewinn im dritten Quartal hat Analysten positiv überrascht.

WienDie Raiffeisen Bank International (RBI) bleibt in diesem Jahr doch in der Gewinnzone. Da der Großteil der Kosten für den radikalen Schrumpfkurs der Bank erst nach 2015 anfiele, werde im laufenden Geschäftsjahr ein leicht positives Konzernergebnis erwartet. "Die Restrukturierungskosten werden in diesem Jahr geringer ausfallen als von uns ursprünglich prognostiziert, deshalb haben wir unseren Ausblick revidiert", sagte Bankchef Karl Sevelda am Donnerstag. Bisher schloss der Manager einen Verlust nicht aus. Anleger reagierten erfreut. Die Papiere der Bank legten in einem schwächeren ATX 3,8 Prozent auf 14,8 Euro zu.

Auch im dritten Quartal blieb die Osteuropa-Tochter des österreichischen Raiffeisen-Sektors trotz einiger negativer Sondereffekte in den schwarzen Zahlen. Zufrieden sei die Bank vor allem mit den Ergebnissen aus Zentraleuropa. "Aber auch unsere Tochterbank in Russland hat angesichts des schwierigen Wirtschaftsumfelds einmal mehr ein starkes Ergebnis erzielt", sagte Sevelda. Die Raiffeisen Bank International hat sich nach einer jahrzehntelangen Expansion zum zweitgrößten Kreditgeber der Region hochgearbeitet.

Stellenabbau-Pläne europäischer Großbanken

Barclays

Derzeit: 132.300 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 19.000 Stellen bis 2016

Bei Barclays waren zunächst 30.000 Stellen im Gespräch, die wurden jedoch nicht bestätigt. Der Plan sieht vor 19.000 Stellen bis 2016 zu streichen.

Credit Suisse

Derzeit: 140.000 Stellen

Abgebaut werden: 19.000 Stellen

Deutsche Bank

Derzeit: 103.000 (nach geplanter Festeinstellung externer Kräften)

Abgebaut werden: 26.000 Stellen (ein Großteil durch Verkauf der Postbank)

HSBC

Derzeit: 259.834 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 50.000 Stellen bis 2017

Standard Chartered

Derzeit: 84.000 Mitarbeiter

abgebaut werden: 15.000 Stellen

Unicredit

Derzeit: 146.600 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 18.200 Stellen, 6.000 davon durch die Abspaltung der Fondsgesellschaft Pioneer und den Verkauf der Ukraine-Tochter

2014 hatte die Bank mit einem Minus von 493 Millionen Euro den ersten Verlust in ihrer Geschichte verbucht. Grund waren hohe Abschreibungen in Russland und der Ukraine. Als Reaktion hatte die RBI den Verkauf der Töchter in Polen und Slowenien angekündigt. Zudem soll das Geschäft in Russland und der Ukraine verkleinert und die Aktivitäten in Asien und den USA zurückgefahren werden. Die Trennung von der polnischen Tochter Polbank läuft jedoch nicht so reibungslos wie geplant. Das milliardenschwere Schweizer-Franken-Kreditportfolio erwies sich als Hindernis im Verkaufsprozess. Bankchef Sevelda will die Polbank nun ohne den Schweizer-Franken Krediten verkaufen.

Unter dem Strich schrieb das Geldhaus im dritten Quartal einen Gewinn von 90 Millionen Euro nach 204 Millionen Euro im Vorquartal. Analysten hatten aber mit einem Verlust von 43,7 Millionen Euro gerechnet. In Polen musste die RBI im dritten Quartal Abschreibungen vornehmen. Zudem schlugen Rückstellungen in Kroatien für die Zwangskonvertierung von Schweizer-Franken-Krediten zu Buche. Positiv wirkte sich aus, dass das Institut weniger für faule Kredite zurücklegen muss. Im dritten Quartal schrumpften die Risikovorsorgen auf 191 Millionen Euro, nachdem im Vorquartal noch 332 Millionen Euro anfielen.

Von

rtr

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