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27.01.2010

07:44 Uhr

Genossenschaftsbanken

Volksbanken nehmen DZ Bank an die Kandare

VonYasmin Osman

ExklusivUwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), hält die DZ Bank kurz. Im Interview spricht er über das Geschäft der Genossenschaftsbanken und den Ausblick. Für das Spitzenistitut hat er eine klage Ansage: Das Institut soll ihr Geld selbst verdienen oder schrumpfen.

BVR-Präsident Uwe Fröhlich: Die DZ Bank soll ihr Geld selbst verdienen oder schrumpfen. Reuters

BVR-Präsident Uwe Fröhlich: Die DZ Bank soll ihr Geld selbst verdienen oder schrumpfen.

Handelsblatt: Wie haben sich die Genossenschaftsbanken 2009 geschlagen?

Uwe Fröhlich: Insbesondere auf Ebene der einzelnen Volksbanken und Raiffeisenbanken war die Ergebnislage ausgesprochen erfreulich. Das liegt vor allem am Zinsergebnis, das bei den allermeisten Häusern kräftig gestiegen ist. Natürlich haben auch die günstigen Rahmenbedingungen geholfen - Stichwort Fristentransformation: Die kurzfristigen Zinssätze liegen deutlich unter den längerfristigen. Das Provisionsergebnis und die Kosten blieben in unserer Gruppe in etwa stabil. Hinzu kamen Wertaufholungen bei Wertpapieren, und auf der Kreditseite sind die befürchteten Abschreibungen ausgeblieben.

HB: Wirtschaften Ihre Banken wirklich so gut, oder ist die Geldpolitik gerade so günstig?

Fröhlich: Wir haben auch ohne die positiven Effekte der Fristentransformation, also ohne die Ergebnisse aus dem Treasury, sehr erfolgreich gewirtschaftet. Die Treasury-Ergebnisse und die Ergebnisse aus Fristentransformation können immer nur ein - willkommener - zusätzlicher Beitrag zum Jahresergebnis sein. Unsere Anstrengungen liegen darin, operativ erfolgreich zu sein. Initiativen der beiden Zentralbanken, wie zum Beispiel im Private Banking, können dabei helfen. Es kommt aber darauf an, unsere 30 Millionen Privat- und Firmenkunden in der Breite so zu betreuen, dass wir ertragreich arbeiten.

HB: Sind Sie für 2010 optimistisch?

Fröhlich: Von den günstigen Rahmenbedingungen für das Zinsgeschäft werden wir voraussichtlich auch 2010 noch profitieren. Unser Kundengeschäft bleibt aber weiter stark wettbewerbsumkämpft und die Kundenmargen dadurch unter Druck. Im Kreditbuch wird es in der zweiten Jahreshälfte und 2011 sicher höhere Belastungen geben. Wir haben 2009 aber auch in allen Häusern kräftig Reserven und Vorsorge geschaffen, damit 2010 und 2011 uns keine wesentlichen Probleme bereiten.

HB: Wie gut schlagen Sie sich im Vergleich zur Konkurrenz?

Fröhlich: Wir haben 2009 als Gruppe bei Einlagen und Krediten spürbar Marktanteile gewonnen. Die deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken haben im Jahr 2009 Kredite in Höhe von mehr als 165 Milliarden Euro an inländische, nichtfinanzielle Unternehmen und Selbstständige herausgegeben. Dies sind 3,5 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die Richtung stimmt also. Es gilt jetzt, diesen Schwung in das Jahr 2010 zu nehmen. Allerdings ist die Kreditnachfrage aufgrund der konjunkturellen Lage eher rückläufig. Im Einlagengeschäft wachsen wir stärker als der Markt, obwohl wir nicht Konditionenführer sind. Und wir haben mittlerweile 16,3 Millionen Mitglieder, denn 2009 ist eine sechsstellige Zahl hinzugekommen.

Kommentare (8)

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Volker T. Fleischhauer

27.01.2010, 10:27 Uhr

Zwischen den Zeilen: Die Lage der Orstbanken ist nicht besonders gut. Wäre nicht die Finanzkrise mit dem billigen Geld entstanden und der Flucht der Kunden zu bekannten banken, wäre die Lage bedenklich. Personnalkosten sparen, Gehälter drücken, Stellen abbauen, Kreditfabriken nutzen. bald wird es eng für die Vobas. Übrigends auch für die Sparkassen. Gewinner werden die unabhängigen Vermittler. Die Makler vermitteln schon jetzt für diese banken mit.

Rainer Gerstung

27.01.2010, 11:00 Uhr

Ja genau, und künftig stellen die Makler auch noch selbst die Kredite zur Verfügung!
Lieber Herr Fleischhauer, ihren unfundierten Pauschalisierungen über eine ganze branche und ihren illusteren behauptungen zur Kundenfluchtrichtung schließe ich mich mit dem Zitat von Wiliam blake an: "Wer generalisiert ist ein idiot".

Bankgenosse

28.01.2010, 15:40 Uhr

Es wird höchste Zeit, dass die Volksbanken ihrer Kontrollverpflichtung gerecht werden. Zu lange hat man die DZ bank unkontrolliert wursteln lassen. Schlimmer noch: Die Volksbanken haben sogar unterwürfig die "befehle von oben" ausgeführt.

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