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18.05.2017

15:58 Uhr

Genossenschaftsbanken

Vom Ländle ins ganze Land

VonElisabeth Atzler

Die Sparda-Bank Baden-Württemberg ist neuerdings deutschlandweit tätig. Die drittgrößte Genossenschaftsbank kratzt so am Regionalprinzip ihrer Branche. Sie bedient zudem jetzt auch kleine Firmen.

Die Sparda-Bank Baden-Württemberg aus Stuttgart will künftig Kunden nicht nur in Baden-Württemberg, sondern in ganz Deutschland bedienen. dpa

Stuttgart

Die Sparda-Bank Baden-Württemberg aus Stuttgart will künftig Kunden nicht nur in Baden-Württemberg, sondern in ganz Deutschland bedienen.

Frankfurt Die Sparda-Bank Baden-Württemberg spricht selbst von einem „großem Schritt“. Und in der Tat: Sie will künftig in ganz Deutschland Geld verdienen – und nicht nur in ihrem bisherigen Geschäftsgebiet Baden-Württemberg. Das Stuttgarter Geldhaus wird zwar keine Filialen außerhalb Baden-Württembergs einrichten, aber Kunden online bundesweit bedienen.

Damit bricht die größte Sparda-Bank und die – nach dem Spitzeninstitut, der DZ Bank, und der Deutschen Ärzte- und Apothekerbank – drittgrößte Genossenschaftsbank mit dem so genannten Regionalprinzip. Es besagt, dass sich die regional verankerten Volks- und Raiffeisenbanken, aber auch Sparda-Banken und PSD Banken nur Kunden in ihrem angestammten Geschäftsgebiet bedienen.

Spannend wird nun, wie andere Sparda-Banken und weitere Genossenschaftsbanken reagieren. Das Regionalprinzip wird in der genossenschaftlichen Gruppe – ähnlich wie bei den Sparkassen – eigentlich hochgehalten, damit sich die benachbarten Geldhäuser nicht gegenseitig Konkurrenz machen.

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Der genossenschaftliche PSD-Bankenverband und ein Institut aus Regensburg haben ihren jahrelangen Rechtstreit beigelegt. Für den Verband bedeutet das: Sein Einflussbereich ist künftig kleiner.

Für viel Aufsehen hat der Fall der PSD Bank Niederbayern-Oberpfalz aus Regensburg gesorgt. Sie hatte ab 2014 an ihr Geschäft nicht mehr auf die Heimatregion beschränkt, sondern bot ihre Dienstleistungen bundesweit an. Damit steigerte das Geldhaus zwar seinen Gewinn auf Rekordniveau, zog jedoch den Zorn der 14 übrigen Institute und den des PSD-Verbandes auf sich. Den folgenden Streit, bei dem sich zwischenzeitlich sogar das Bundeskartellamt eingeschaltet hatte, haben die Genossen erst kürzlich beendet.

„Wir sind uns der Umwälzung bewusst“, sagte ein Sprecher der Sparda-Bank Baden-Württemberg. Man könne sich gut vorstellen, dass auch die eine oder andere Sparda-Bank diesen Weg gehe. Insgesamt gibt es zwölf Sparda-Banken. Die erste von ihnen wurde 1896 als Spar- und Vorschuss-Verein der badischen Eisenbahnbeamten in Karlsruhe gegründet. Die Zahl der Genossenschaftsbanken in Deutschland liegt derzeit insgesamt bei rund 970.

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