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08.10.2015

17:34 Uhr

Georg Fahrenschon

Den Sparkassen drohen schwierige Zeiten

VonElisabeth Atzler

Der Präsident der Sparkassen, Georg Fahrenschon, warnt vor Problemen, wenn einzelne Institute ins Wanken geraten sollten. Die Ausgangslage sei „ernst“. Wie sich die Institute gegen den Gewinnschwund stemmen wollen.

Sparkassenchef Fahrenschon schwört die Bank auf schwierigere Zeiten ein. dpa

Georg Fahrenschon

Sparkassenchef Fahrenschon schwört die Bank auf schwierigere Zeiten ein.

FrankfurtSparkassenpräsident Georg Fahrenschon stimmt die 413 deutschen Sparkassen angesichts niedriger Zinsen auf schwere Zeit und große Veränderungen ein. „Aus heutiger Sicht ist im Jahr 2019 mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses von rund 2,3 Milliarden Euro zu rechnen. Das sind 20 Prozent weniger als 2014“, sagte Fahrenschon diese Woche vor Sparkassenvorständen. Die Rede liegt dem Handelsblatt vor. Im vergangenen Jahr betrug das Betriebsergebnis vor Bewertung 10,9 Milliarden Euro.

Zugleich warnte Sparkassenpräsident davor, dass Schieflagen einiger Sparkassen die Situation verschärfen könnte. „Unsere Durchschnittsbetrachtungen stellen die Lage besser dar, als sie tatsächlich ist. Denn für unsere Gruppe wird es bereits schwierig, wenn eine signifikante Anzahl von Instituten in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät“, sagte er. Dann helfe es auch nicht, dass eine Mehrheit die Situation angemessen bewältigen könne.

Georg Fahrenschon: Den Sparkassen drohen schwere Zeiten

Georg Fahrenschon

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Der Präsident der Gruppe warnt vor Problemen, wenn einzelne Institute ins Wanken geraten sollten.

Fahrenschon bezeichnete die Ausgangslage als „ernst“. Sie „verlangt unternehmerisches Handeln“, sagte er. Sich gegen den Gewinnschwund stemmen wollen die Sparkassen unter anderem, indem sie Kosten senken. Sie müssen laut Fahrenschon auch die „Zahl der Produkte und Prozesse drastisch verringern und standardisieren“.

Die größten Sparkassen Deutschlands (Stand: 2014)

Platz 10: Sparkasse Bremen

Bilanzsumme: 11 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 1.537

Platz 9: Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam

Bilanzsumme: 11,1 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 1.683 (Stand: 2014)

Platz 8: Stadtsparkasse Düsseldorf

Bilanzsumme: 11,5 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 2.268. Vor zwei Jahren belegte das Institut noch den siebten Rang.

Platz 7: Ostsächsische Sparkasse Dresden

Bilanzsumme: 12 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 1.799. Die Bank macht im Vergleich zum Jahr 2012 zwei Plätze gut.

Platz 6: Sparkasse Hannover

Bilanzsumme: 13,9 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 2.255

Platz 5: Stadtsparkasse München

Bilanzsumme: 16,5 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 3.003

Platz 4: Frankfurter Sparkasse

Bilanzsumme: 17,7 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 1.797

Platz 3: Kreissparkasse Köln

Bilanzsumme: 23,2 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 4.512

Platz 2: Sparkasse KölnBonn

Bilanzsumme: 29,6 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 4.536

Platz 1: Hamburger Sparkasse (Haspa)

Bilanzsumme: 42,4 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 5.358

Quelle

Quelle: Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV).

Zudem müssten die Geldhäuser den Vertrieb intensivieren, etwa mehr Wertpapierprodukte verkaufen und Firmen besser ins Ausland begleiten. Zugleich  warnte der Sparkassenpräsident vor zu starken Einsparungen. „Denn wir müssen aufpassen, dass wir uns in Zeiten großer Investitionsnotwendigkeiten – Stichwort Digitalisierung – nicht aus dem Markt sparen.“

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