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25.01.2010

11:56 Uhr

Geplante Geschäftsgrenzen

Banken sperren sich gegen Obama

Die deutsche Bankenbranche warnt eindringlich davor, ihre Geschäfte zu beschneiden. Die Pläne des US-Präsidenten betreffen vor allem die Deutsche Bank. Zustimmung erhält Obama dagegen von Politikern in London und Zürich. Hedge-Fonds könnten von seinen Plänen profitieren.

Demonstrative Entschlossenheit: US-Präsident Obama stellt im Kreis seiner Berater sein Vorhaben zur Bankenreform vor. Deutsche Banken wehren sich gegen die Pläne. Reuters

Demonstrative Entschlossenheit: US-Präsident Obama stellt im Kreis seiner Berater sein Vorhaben zur Bankenreform vor. Deutsche Banken wehren sich gegen die Pläne.

asd/mm/tor/HB DÜSSELDORF/NEW YORK/LONDON/ZÜRICH. Die Pläne der USA zur Begrenzung riskanter Geschäfte bei Banken stoßen hierzulande in der Branche auf Kritik. "Die Stabilität des Finanzsystems wird dadurch nicht verbessert, und genau darum geht es doch", erklärte Bankenverband-Hauptgeschäftsführer Manfred Weber. Die privaten Institute lehnten die Vorhaben von US-Präsident Obama zur Einschränkung der Geschäftstätigkeit von Banken entschieden ab. Nötig sei eine bessere Aufsicht sowie eine umfangreichere Unterlegung von Risiken mit Eigenkapital.

Skeptisch äußerte sich auch die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro. Obamas Vorschläge seien "nicht zielführend". Sie sprach sich erneut für einen von der Branche finanzierten Notfallfonds aus. Die Abgabe jedes Institutes müsse sich nach dessen systemischem Risiko bemessen, sagte sie dem Handelsblatt. Für grenzüberschreitend tätige Institute sei eine europäische Lösung nötig.

Obamas Pläne, die Größe und Geschäftstätigkeit von Banken einzuschränken, hatte am Freitag die Aktien von Geldhäusern rund um den Globus auf Talfahrt geschickt. Der US-Präsident zielt nach eigenen Worten vor allem auf den riskanten Eigenhandel ab. Hierzulande wurden - mit Ausnahme der Commerzbank - die Papiere von Postbank, Aareal Bank und Deutscher Bank arg gebeutelt. Letztere ging mit einem Abschlag von mehr als vier Prozent aus dem Handel.

Äußern wollte sich keines der genannten Häuser mit Ausnahme der Aareal Bank. Man sehe sich von den Ankündigungen Obamas überhaupt nicht betroffen, zeigte sich ein Sprecher des Wiesbadener Immobilienfinanzierers verwundert. Schließlich verfüge das Institut über gar keinen Eigenhandel.

Ein Thema für die Deutsche Bank

Tatsächlich dürften die US-Pläne, deren Details noch völlig offen sind, kaum ein heimisches Institut betreffen. "Es ist im wesentlichen die Deutsche Bank, die noch einen Eigenhandel betreibt", sagte ein Analyst. Und selbst dort sei der vermutete Einfluss "eher begrenzt". Hintergrund: Nach harschen Verlusten im Zuge der Finanzkrise hatten die Frankfurter ihren Eigenhandel eigenen Aussagen zufolge drastisch eingedampft. Analysten gehen davon aus, dass Deutschlands größtes Geldinstitut derzeit noch etwa fünf Prozent seiner Erträge aus dem Wertpapierhandel mit Geschäften auf eigene Rechnung verdient. 2007 dürfte der Anteil noch bei etwa 15 Prozent gelegen haben.

Kommentare (2)

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Manfred

25.01.2010, 13:22 Uhr

insziniertes Kasperltheater !
Zum Kotzen !

Denkerist

25.01.2010, 13:25 Uhr

Ein hervorragender Vorschlag - man kanns nicht oft genug betonen. Die Macht der banken beschneiden hieße wieder zu reellem Wirtschaften zurückzukehren. ich höre noch Ackerman von 30% pro Jahr sprechen -fernab jeglicher realität und auf Kosten Tausender Arbeitsplätze.
Allein es fehlt der Glaube des Durchsetzungsvermögens, obgleich andere Staaten da schon zustimmen. in Deutschland sind solche Maßnahmen eher auszuschließen : Klientelpolitik von Schwarz/gelb.

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