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16.10.2013

19:24 Uhr

Gerd Häusler

BayernLB-Chef übernimmt die Spitze des Aufsichtsrats

ExklusivBayernLB-Chef Gerd Häusler hatte vor wenigen Wochen angekündigt, sein Amt als Vorstandsvorsitzender niederzulegen. Nun wird er wohl in den Aufsichtsrat wechseln. Er wurde offenbar von sehr hoher Stelle dazu gebeten.

Gerd Häusler hatte vor wenigen Wochen angekündigt, sein Amt als Vorstandsvorsitzender Ende des Jahres vorzeitig niederzulegen. dpa

Gerd Häusler hatte vor wenigen Wochen angekündigt, sein Amt als Vorstandsvorsitzender Ende des Jahres vorzeitig niederzulegen.

DüsseldorfBayernLB-Chef Gerd Häusler soll im nächsten Jahr den Aufsichtsratsvorsitz bei der Münchener Landesbank übernehmen. Ein entsprechender Vorschlag werde voraussichtlich schon am kommenden Dienstag bei der Aufsichtsratssitzung der Bank präsentiert werden, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungs- und Finanzkreisen. Danach habe der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) Häusler persönlich gebeten, den Aufsichtsvorsitz zu übernehmen. Die Landesbank wollte die Informationen nicht kommentieren.

Der 62-jährige Häusler hatte vor wenigen Wochen angekündigt, sein Amt als Vorstandsvorsitzender Ende des Jahres vorzeitig niederzulegen. Ein Nachfolger für ihn als BayernLB-Chef ist noch nicht gefunden. Die Bank verlassen muss laut Eigentümerkreisen Kapitalmarktvorstand Nils Niermann. Er sollte die Bank verschlanken und die Kosten drücken. Doch die Bankeigentümer – der Freistaat Bayern und die Sparkassen – sind mit dem erreichten Ergebnis nicht zufrieden.

Die Baustellen der BayernLB

EU-Verfahren

Bayern hat seine Landesbank nach der Finanzkrise 2008 mit zehn Milliarden Euro stützen müssen. Im Gegenzug machte die EU der Bank und dem Freistaat Auflagen in einem Beihilfeverfahren. Das Verfahren war Ende Juli 2012 abgeschlossen. Die Auflagen, durch die die Bank vor allem kleiner und weniger risikoanfällig gemacht werden soll, sind noch nicht alle erfüllt. Bis 2019 muss die Bank unter anderem noch rund fünf Milliarden Euro an Staatshilfen an Bayern zurückzahlen. Gut 900 Millionen davon hat sie bereits abgestottert.

Streit mit der HGAA

Es war ein milliardenteurer Fehlkauf: Die Übernahme der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) 2007 entwickelte sich zu einem Alptraum. Ende 2009 musste die HGAA an Wien zurückgegeben werden. Die Banken streiten weiter und verklagen sich gegenseitig.

HGAA-Desaster vor Gericht

Ebenfalls vor Gericht wird um Schadenersatz für das Debakel gerungen. Der Aufsichtsrat der BayernLB verklagte bereits 2011 den früheren Vorstand der Bank auf 200 Millionen Euro. Da die Rolle der Vorstände auch strafrechtlich noch nicht geklärt ist, dürfte das noch eine Weile dauern. Die BayernLB selbst verklagte zwei frühere Aufseher, nämlich Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) und den früheren Sparkassenpräsidenten Siegfried Naser auf 200 Millionen Euro Schadenersatz.

Die Staatsanwaltschaft und die HGAA

Auch strafrechtlich soll das Debakel um die HGAA Konsequenzen haben - fordert zumindest die Staatsanwaltschaft München I. Die ermittelte lange gegen die früheren Vorstände der Bank und erhob bereits im Mai 2011 Anklage wegen Untreue. Anfang August dann der Knall: Das Landgericht München ließ die Klage in weiten Teilen nicht zu - und machte klar: eine Pflichtverletzung oder gar Untreue sei bei den Vorständen nicht zu erkennen. Der Ausgang ist offen, das Oberlandesgericht München prüft noch immer die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Nichtzulassung der Anklage.

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