Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.03.2017

13:22 Uhr

Geschäfte in Steueroasen

Oxfam kritisiert Banken in Europa

Oxfam kritisiert einige Geldhäuser scharf für fragwürdige Geschäfte. Die Entwicklungsorganisation hat die Gewinne von 20 Banken ausgewertet. Das Ergebnis: 26 Prozent der Gewinne sollen in Steueroasen angefallen sein.

Banken machen ein Viertel ihrer Gewinne in Steueroasen, hat Oxfam errechnet. dpa

Oxfam zu Steueroasen

Banken machen ein Viertel ihrer Gewinne in Steueroasen, hat Oxfam errechnet.

BerlinDie Entwicklungshilfeorganisation Oxfam hat Banken in Europa dafür kritisiert, in Ländern mit niedrigen Steuersätzen ihrer Ansicht nach auffällig viel Gewinn zu vermelden. Die Organisation wertete Daten der 20 größten Banken in Europa aus. Zusammengerechnet sei im Jahr 2015 etwa ein Viertel der Gewinne vor Steuern (26 Prozent) in Steueroasen angefallen. Gleichzeitig hätten die Geldhäuser dort hingegen rechnerisch nur zwölf Prozent der Erträge erwirtschaftet und sieben Prozent ihres Personals beschäftigt.

Die Analyse bezeichnet Territorien als Steueroasen, die es Unternehmen etwa durch entsprechende Regelungen ermöglichen, ihre Steuerlast zu minimieren, ohne vor Ort große Teile ihrer Geschäfte zu verrichten. Ein Merkmal hierfür sei etwa eine niedrigere Besteuerung im Vergleich zu anderen Staaten, heißt es in dem Report. Das Problem: Auch legale Strategien zur Steuervermeidung würden zur Verschärfung der weltweiten Ungleichheit beitragen, so die Entwicklungshilfeorganisation.

Oxfam hätte sich den Banken-Sektor für den aktuellen Vergleich ausgesucht, da dort aufgrund von Transparenzregeln viele Daten verfügbar seien. „Für die anderen Branchen sind die Daten nicht öffentlich einsehbar“, erklärte ein Oxfam-Sprecher in Berlin.

Auffällig viel Gewinn wird dem Bericht zufolge in Luxemburg und Irland gemeldet. In Irland wickelt etwa auch der Technologiekonzern Apple über Tochterfirmen große Teile seines internationalen Geschäfts ab. Die EU-Kommission hatte nach jahrelanger Prüfung im Sommer befunden, die Steuervereinbarungen von Apple in Irland stellten eine unerlaubte staatliche Beihilfe dar. Der US-Konzern sollte deswegen 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen.

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rainer von Horn

27.03.2017, 14:49 Uhr

Wieso kritisiert Oxfam nicht die vier Steueroasen in den USA, die nie dichtgemacht werden und wo sich scheinbar keiner rantraut, noch nicht mal der Super-Reformierer Trump?? Und wenn alle anderen Oasen auf der Welt dicht sind, sind Delaware und Co. immer noch offen, da sollte man sich fragen wieso?

Herr Heinz Keizer

27.03.2017, 15:28 Uhr

Wen es Steueroasen und - schlupflöcher gibt, dann haben doch nicht die Banken (oder andere Unternehmen) die zugelassen. Jedes Unternehmen wird nur soviel Steuern zahlen, wie es muß. Wer finanziert eigentliche Oxfam? Die sind mir schon öfters negativ aufgefallen.

Reiner Blumenhagen

27.03.2017, 15:55 Uhr

Oxfam ist ein internationaler Verbund von verschiedenen Hilfs- und Entwicklungsorganisationen und wird vorwiegend durch private Spenden finanziert.
Was finden Sie an denen negativ?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×