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08.05.2011

12:15 Uhr

Geschäftsmodelle

Wie sich die Onlinebanken neu erfinden

VonMichael Detering

Der Markt im Internet ist umkämpft: Immer mehr Anbieter teilen sich den hart umkämpften Bereich. Wenn die Direktbanken überleben wollen, müssen sie ihr Modell umstellen - oder sie drohen zu verschwinden.

Eine Frau verlässt die VTB-Zentrale in Moskau. Quelle: Reuters

Eine Frau verlässt die VTB-Zentrale in Moskau.

Frankfurt

Das Geschäftsmodell der meisten Direktbanken ist einfach: Sie locken mit hohen Zinsen für Tages- und Festgeld und ermöglichen den Handel von Wertpapieren über das Internet. Doch Experten warnen, dass die Anbieter mit diesem einfachen Geschäft kaum noch Wachstum erzielen können. "Die Direktbanken müssen wegkommen von der reinen Transaktionsbank, indem sie künftig mehr Beratung anbieten", sagt Bankenprofessor Klaus Fleischer von der Hochschule München. Da dies aber die Kosten in die Höhe treibt, prognostiziert er einen Konzentrationsprozess unter den Anbietern.

Die Konkurrenz für die Direktbanken wächst: Mehr Anbieter versuchen, im Internet Kunden zu gewinnen. In den vergangenen Wochen gab es zwei prominente Neuzugänge. Die VTB Direktbank, die zur russischen Staatsbank VTB gehört, und die Mittelstandsbank IKB bieten nun online Tages- und Festgeldkonten an. Die Institute suchen so neue Refinanzierungsquellen. "Die neuen Wettbewerber und die hohen Marketingausgaben zeigen, dass es ein umkämpfter, aber auch attraktiver Markt ist", meint Markus Gunter, Vorstand der DAB Bank.

Während die Direktbanken beim Tagesgeld mit günstigen Konditionen noch Kunden von den Filialbanken abwerben können, bietet das zweite Kerngeschäft - der Handel mit Wertpapieren, das sogenannte Brokerage - kaum noch Wachstumsaussichten. Die Deutschen sind Aktienmuffel. Mit der Finanzkrise nahm die Zahl der Aktionäre noch weiter ab. "Wo hier Wachstum herkommen soll, ist mir schleierhaft", sagt Philipp Häßler vom Analysehaus Equinet. "Man kann anderen Brokern etwas wegnehmen, aber das war es." Häßler hält die DAB, die sich stark auf diesen Bereich konzentriert, daher für schlechter aufgestellt als etwa die Comdirect, die sich stärker in Richtung einer Vollbank entwickelt.

Die Direktbanken müssten sich breiter aufstellen, meint auch Bankenprofessor Fleischer. "Es ist wichtig, dass weitere Produkte angeboten werden, vom Girokonto über die Vermögensanlage und die Altersvorsorge bis zur Baufinanzierung. Das kann auch über White-Labeling erfolgen." Dabei bieten Banken unter ihrem Namen Produkte an, aber eigentlich vermitteln sie nur, und andere Institute wickeln das Geschäft ab. Die Comdirect arbeitet etwa so bei Baufinanzierungen mit Interhyp zusammen.

Kommentare (1)

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dasgoldeneBlatt

08.05.2011, 15:51 Uhr

Interessanter Artikel, aber komisch, dass die Bank der sie vor 1 Woche noch den 1. Preis für Beratung gegeben haben gar nicht in dem Artikel erwähnt wird...

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