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07.07.2015

08:05 Uhr

Gespielte Exekution

Makaberes Video kostet sechs Banker den Job

VonMartin Dowideit

Sechs Mitarbeiter der britischen Großbank HSBC haben eine Exekution im Stil der Terrorgruppe IS gespielt und gefilmt. Sie machten das auf einem Ausflug, der eigentlich ein ganz anderes Ziel hatte.

Eine gespielte Enthauptungsszene hat heftige Konsequenzen für die Darsteller. (Screenshot: The Sun)

Makaberes Video

Eine gespielte Enthauptungsszene hat heftige Konsequenzen für die Darsteller. (Screenshot: The Sun)

DüsseldorfAls „abscheulich“ hat die britische Großbank HSBC ein Video bezeichnet, das Mitarbeiter im sozialen Bilder-Netzwerk Instagram verbreitet hatten.

Der kurze Film zeigt fünf Männer in schwarzen Hosen und schwarzen Trainingsjacken, die Sturmhauben über ihre Gesichter gezogen haben. Vor der Gruppe kniet ein glatzköpfiger Mann in einem orangefarbenen Overall, den Kopf zu Boden gesenkt. Dann ruft einer aus der Gruppe „Allah Akbar“, „Gott ist groß“, und die anderen lachen. Mit einem Kleiderbügel macht ein Vermummter Gesten, die eine Enthauptung simulieren.

Es ist eine Szene, wie sie die Terrorgruppe IS um die Welt verbreitet hat. Der Film ist gespielt – von HSBC-Mitarbeitern auf einem Firmenausflug in England. Der Ausflug hatte das Ziel, die Zusammenarbeit im Team zu verbessern.

Die Bank teilte britischen Medien mit, dass sie wegen des Vorfalls sechs Mitarbeiter entlassen habe. „Wir haben die Entscheidung getroffen, die darin verwickelten Personen zu entlassen“, zitierte der „Guardian“ einen Sprecher. Über den Film hatte zunächst die „Sun“ berichtet.

Was in Firmen alles schief läuft

Warten auf die IT-Jungs

„Der Arbeitsplatz einer Kollegin war für ihre neue Aufgabe ungeeignet: Sie musste abwechselnd auf den Tisch und dann 45° nach oben schauen. Dort war ihr Monitor im Regal untergebracht. Also standen alle ratlos ums Regal herum und beklagten sich, dass die IT-Jungs, die für solche Umbauten eigentlich zuständig sind, nicht endlich kommen, um den Monitor umzubauen. Während alle anderen rumstanden und klagten, haben ein Kollege und ich einfach den Monitor aus dem Regal genommen und auf den Tisch gestellt. War deutlich besser als auf die IT-Jungs zu warten. Seltsam, dass sonst keiner auf die Idee kam …“

(Quelle: Klaus Schuster, „Wenn Manager Mist bauen“ )

Mach einfach!

„Das Blöde an ›Mach einfach!‹ ist: Seit alle wissen, dass unsere Abteilung´ einfach mal macht, lösen wir auch die Probleme aller anderen Abteilungen, die gerne jede Verantwortung von sich schieben und sich nur noch Routineaufträge zutrauen.“

Entscheidungen treffen

„Leider trauen sich nur sehr wenige Manager, Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen haben den kleinen Haken, dass sie eventuell falsch sein könnten, weshalb viele leider die falsche Entscheidung treffen – nämlich keine.“

Reportings ohne Ende

„Ich kenne Vertriebsorganisationen, bei denen die Account Manager vier Tage die Woche Reports verfassen und folgerichtig nur einen Tag die Woche beim Kunden sind. Desaströs.“

Die geliebte Routine

„Es besteht ein Hang dazu, sich in Routine zu vergraben, um keine unangenehmen Entscheidungen fällen zu müssen.“

Verhalt dich mal ruhig!

„Ich glaube, dass Action Management bei uns nur so lange funktioniert, wie das Unternehmen in Notlage ist. Der Satz ›Verhalt dich mal ruhig!‹ fällt bereits, sobald wir irgendwie eine schwarze Null schreiben.“

Erfolge machen einsam

„Action Management funktioniert bei uns nicht, weil Action Manager Erfolg haben und jeder Erfolg bei uns die Neider auf den Plan ruft. Sie fürchten, dass jeder merkt, dass sie keine solchen Erfolge vorweisen können. Erfolge machen einsam.“

Bloß keine Action

„Action Manager sind oft erfolgreich, aber meist nicht beliebt, weil die anderen sich dann auch schneller bewegen müssen. Schwache Chefs finden den Action Manager auch eher unbequem …“

Weniger Anerkennung

„Action Manager ernten bei uns meist weniger Anerkennung als diejenigen, die sich mehr aufs Schwafeln konzentrieren.“

Sie haben auch ein Beispiel?

Dann schreiben Sie mir: c.groh@vhb.de

Es ist unklar, welche Funktionen die Mitarbeiter bei der HSBC hatten. Die Bank beschäftigt allein in Großbritannien etwa 48.000 Mitarbeiter und hat kürzlich ein Stellenabbau-Programm angekündigt. Etwa ein Sechstel der Beschäftigten wird das Unternehmen verlassen müssen.

Kommentare (1)

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Frau Renate Fuchs

07.07.2015, 15:23 Uhr

Größenwahn und Perversitäten findet man überall dort, wo das Geld der Notenbanken gebunden ist.

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