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14.06.2014

02:28 Uhr

Gespräche gescheitert

Citigroup droht Milliardenklage wegen faulen Hypotheken

Die USA machen in der Abrechnung mit Banken ernst. Nachdem Gespräche über einen Vergleich angehalten wurden, dürfte es nun Klagen hageln. Die US-Großbank Citigroup muss schon nächste Woche mit einer rechnen.

Das Citibank-Gebäude in New York. ap

Das Citibank-Gebäude in New York.

New YorkDer US-Großbank Citigroup droht eine milliardenschwere Klage der Regierung wegen fragwürdiger Geschäfte mit Hypothekenpapieren.

Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten am Freitag, das Justizministerium bereite einen solchen Schritt vor, nachdem Gespräche über einen Vergleich gescheitert seien. Dabei sei es um eine Strafforderung von mindestens zehn Milliarden Dollar gegangen.

Die größten außergerichtlichen Einigungen in den USA

246 Milliarden Dollar

Im Jahr 1998 einigten sich die größten US-Tabakunternehmen mit 50 Bundesstaaten über die Kosten der Behandlung von erkrankten Rauchern. Sie willigten ein, insgesamt 246 Milliarden Dollar zu zahlen, ihr Marketing zu beschränken und weniger stark um jugendliche Raucher zu buhlen.

67 Milliarden Dollar

Die Schweizer Großbank UBS und das US-Institut Citigroup willigten ein, spezielle Wertpapiere („Auction Rated Securities“) im Wert von 50 Milliarden Dollar von Investoren zurückzukaufen. Laut US-Börsenaufsicht brachte das Investoren letztlich 67 Milliarden Dollar ein. Wie hoch die Kosten letztlich für die Banken waren, ist nicht bekannt.

25 Milliarden Dollar

Im Februar 2012 einigte sich eine Reihe US-Banken – JP Morgan, Bank of America, Citigroup, Wells Fargo und Ally Financial – mit Strafverfolgungsbehörden, gegenüber Immobilienkreditnehmern 25 Milliarden Dollar an Zahlungen und Forderungsverzichten zu leisten. Es ging um den Vorwurf, bei vielen Tausend Zwangsversteigerungen nicht korrekt vorgegangen zu sein.

13 Milliarden Dollar

Die US-Großbank JP Morgan hat im November 2013 eine Einigung mit US-Behörden erzielt, eine Reihe von Streitigkeiten rund um die Immobilien- und Finanzkrise durch Zahlungen und Forderungsverzichte in Höhe von 13 Milliarden Dollar beizulegen.

4,53 Milliarden Dollar

Ebenfalls im Jahr 2012 einige sich der britische Ölkonzern BP mit US-Behörden in einem Verfahren. Es ging um die Explosion der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko im April 2010. Der Konzern stimmte der Zahlung von 4,53 Milliarden Dollar zu wegen der Ölkatastrophe, die ausgelöst worden war. Darüber hinaus legte BP aber einen Entschädigungsfonds mit einem Volumen von 20 Milliarden Dollar auf und verbuchte insgesamt mehr als 42 Milliarden Dollar an Rückstellungen wegen des Vorfalls.

3 Milliarden Dollar

Der Pharmakonzern Glaxo Smith Kline legte ein Verfahren durch die Zahlung von drei Milliarden Dollar bei, um zivil- und strafrechtliche Vorwürfe auszuräumen, verschreibungspflichtige Medikamente auf unzulässige Weise angepriesen zu haben. Bei dem im Juli 2012 erzielten Vergleich handelte es sich um die höchste Summe in einem Fall der Gesundheits- und Pharmabranche.

2,3 Milliarden Dollar

Der Pharmakonzern Pfizer zahlte 2,3 Milliarden Dollar im Jahr 2009 wegen des Vorwurfs, ein Medikament beworben zu haben, das aus Sicherheitsgründen von der Gesundheitsaufsicht nicht zugelassen worden war.

1,9 Milliarden Dollar

Wegen des Vorwurfs, Drogenkartelle bei der Geldwäsche unterstützt zu haben, willigte die britisch-asiatische Großbank HSBC in den USA ein, 1,9 Milliarden Dollar an die US-Behörden zu zahlen.

1,2 Milliarden Dollar

Wegen Vorwürfen, den bedeuten Zinsatz Libor manipuliert zu haben, einigte sich die Schweizer Großbank UBS im Jahr 2013 mit US-Behörden auf eine Zahlung in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar. Darüber hinaus zahlte die Bank mehr als 300 Millionen Dollar für Einigungen in derselben Sache mit den Aufsichtsbehörden in Großbritannien und der Schweiz.

Die Klage könne bereits nächste Woche eingereicht werden. Citigroup wird vorgeworfen, Investoren hochriskante Hypothekenpapiere verkauft und damit um Milliarden von Dollar gebracht zu haben. Eine ähnliche Klage plant das Justizministerium gegen Bank of America. Auch hier kam es bislang nicht zu einer Einigung. Diskutiert wurde über einen Vergleich in Höhe von zwölf bis 17 Milliarden Dollar.

Die neuesten Fälle um Citigroup und Bank of America sollen wohl auch zeigen, dass die USA nicht bloß gegen Banken im Ausland, wie jüngst die Credit Suisse und Frankreichs BNP Paribas, vorgeht. „Der Effekt ist, dass diesen Vorwürfen der Wind aus den Segeln genommen wird“, sagte Erik Gordon, Professor an der Universität von Michigan, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Citigroup und Bank of America sind zwei der mindestens acht Banken, gegen die in den USA wegen faulen Hypotheken ermittelt wird. Im November hatten bereits Credit Suisse, Wells Fargo und JP Morgan Chase, die Vorwürfe mit Vergleichen in der Höhe von insgesamt 13 Milliarden Dollar aus der Welt geschafft.

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