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20.01.2014

13:51 Uhr

Gesundheitscheck 2014

Europas Banken unter der Lupe

Der Bilanzcheck 2014 bei Europas Banken könnte einige Institute zu Bilanzkorrekturen des Vorjahres zwingen. Bei Bewertungsfehlern müssen die Banken nachbessern. Danach wartet schon die nächste Überprüfung.

Eine Euromünze auf einer Europaflagge unter einer Lupe. Die Banken Europas müssen sich 2014 mehreren Überprüfungen unterziehen. Dabei werden nicht nur die Länder der Eurozone getestet. picture alliance / dpa

Eine Euromünze auf einer Europaflagge unter einer Lupe. Die Banken Europas müssen sich 2014 mehreren Überprüfungen unterziehen. Dabei werden nicht nur die Länder der Eurozone getestet.

FrankfurtDer anstehende Bilanzcheck der europäischen Aufsichtsbehörden könnte für die Banken nach Ansicht führender Wirtschaftsprüfer unangenehme Folgen haben. Sollten die Sonderprüfer massive Bewertungsfehler feststellen, müssten die Finanzinstitute „im Extremfall“ ihre Bilanz für das Jahr 2013 korrigieren, sagte Michael Göttgens, der den Bankenfachausschuss des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) leitet, am Montag in Frankfurt. Dass es in Deutschland zu solchen Fällen kommt, glaubt Göttgens jedoch nicht. „Massive Dinge würde ich eher nicht erwarten.“

Nach dem Bilanzcheck (AQR) wollen die Aufsichtsbehörden in einem Stresstest herausfinden, ob wichtige europäische Banken für eine Krise gewappnet sind. Im Anschluss will die Europäische Zentralbank (EZB) im November die Aufsicht über die größten Häuser der Euro-Zone übernehmen. Aus Sicht des IDW lässt sich nach dem Bilanzcheck noch kein umfassendes Bild einer Bank zeichnen. Beim Asset Quality Review (AQR) würden im Kern die Aktiva in der Bankbilanz geprüft, nicht aber die Passiva, sagte IDW-Vorstand Klaus-Peter Feld. „Wenn man ein vollständiges Bild haben will, muss man sich aber beide Seiten ansehen.“

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

Der IDW setzt deshalb darauf, dass die Aufsichtsbehörden Finanzierungs- und Zinsrisiken sowie andere Gefahren für Banken im Rahmen des Stresstests beleuchten. „Die Deutsche Bank hat Risiken, die nichts mit ihren Aktiva zu tun haben - zum Beispiel Rechtsstreitigkeiten“, sagte IDW-Experte Göttgens, der für den Wirtschaftsprüfer Deloitte arbeitet. Grundsätzlich hat er die Sorge, dass die Politik zu viel Einfluss auf den Gesundheitscheck für die Banken nehmen wird.

Die Hoffnung einiger Geldhäuser, dass Anleger nach der Überprüfung wieder verstärkt in europäische Banken investieren werden, teilt Göttgens deshalb nicht. „Ich bin skeptisch, ob eine Stresstest dazu führen kann, Vertrauen wieder herzustellen.“ Göttgens geht davon aus, dass die Behörden mit dem Thema Staatsrisiken - also der Ausfallwahrscheinlichkeiten von Staatsanleihen oder Kommunalkrediten - beim Gesundheitscheck „sehr vorsichtig umgehen werden. Das ist politisch eine unheimlich heißes Eisen“, sagte der IDW-Experte. „Da ist dem Kapitalmarkt ungenommen, das anders zu sehen.“

Von

rtr

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