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30.07.2013

13:49 Uhr

Gewinnanstieg

Santander verdaut spanische Immobilienkrise

In Deutschland ist die größte spanische Bank im Geschäft mit Autokrediten und Privatkonten stark, aber auch Brasilien ist ein wichtiger Markt für Santander. Dort schwächelt das Unternehmen, dennoch steigt der Gewinn.

Santander-Vorstandschef Javier Marien. dpa

Santander-Vorstandschef Javier Marien.

MadridDie spanische Großbank Santander hat trotz schwacher Geschäfte in ihrem wichtigen Markt Brasilien ein deutliches Gewinnplus verbucht. Der Nettogewinn stieg in der ersten Jahreshälfte um 29 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro, wie das größte Geldhaus des Landes am Dienstag mitteilte. Das ist fast so viel wie im Gesamtjahr 2012, als das Institut noch mit dem Kollaps des spanischen Häusermarktes zu kämpfen hatte.

Weil Santander in diesem Jahr aber deutlich weniger Rückstellungen für Problemkredite bilden musste, konnte die Bank ein schwaches Geschäft in ihrer Heimat und auf ihrem ehemaligem Boom-Markt Lateinamerika wegstecken. Ein Rückgang der Zinseinnahmen in Brasilien ist dennoch ein Rückschlag für das Management.

Größte deutsche Direktbanken nach Kundenzahl

Platz 10

Norisbank

500.000 Kunden (12/2014)

Platz 9

DAB Bank

582.000 Kunden (12/2014)

Platz 8

Advanzia Bank

660.000 Kunden (10/2015)

Platz 7

BMW Bank

770.000 Kunden (Ende 2012)

Platz 6

Consorsbank

843.000 Kunden (09/2015)

Platz 5

Mercedes-Benz Bank

1,112 Millionen Kunden (12/2014)

Platz 4

Volkswagen Bank

1,184 Millionen Kunden (12/2014)

Platz 3

Comdirect Bank

1,957 Millionen Kunden (08/2015)

Platz 2

DKB, Deutsche Kreditbank AG

3,16 Millionen Kunden (09/2015)

Platz 1

ING-Diba

7,975 Millionen Kunden (12/2015)

Quelle

modern-banking.de, Stand: Ende 2015

Brasilien als Santanders größter Markt in Lateinamerika macht den Spaniern mit seiner wackeligen Konjunkturerholung Sorgen. Die Bank fährt aber immer noch mehr als die Hälfte ihres Gewinns in Lateinamerika ein, obwohl dieser im abgelaufenen Halbjahr um mehr als 16 Prozent abnahm. Zugleich setzten niedrige Zinssätze in Europa dem Institut vor allem auf dem Heimatmarkt zu. Insgesamt ging der Zinsüberschuss um 13 Prozent auf 13,37 Milliarden Euro zurück, wie Santander weiter mitteilte.

Wie Santander hatten auch andere Institute des Landes in den ersten sechs Monaten des Vorjahres noch viel stärker mit dem Zusammenbruch des spanischen Immobilienmarktes zu kämpfen. Einige Banken überlebten den Kollaps nicht und mussten verstaatlicht werden - so etwa NCG Banco und die Catalunya Banc, die das Land aber wieder verkaufen will. An beiden zeigte Santander am Dienstag Interesse: Man werde einen Kauf auf jeden Fall in Erwägung ziehen, erklärte Bankchef Javier Marin.

Von

rtr

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