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26.07.2012

12:02 Uhr

Gewinneinbruch

Santander mit desaströsem Quartal

Santander hat im ersten Halbjahr deutlich weniger verdient als Analysten erwartet hatten. Die größte Bank der Euro-Zone hat Milliarden auf faule Hypotheken abgeschrieben. Der Einbruch im zweiten Quartal ist dramatisch.

Ein Postbote geht an einer Filiale der Großbank Santander vorbei. Reuters

Ein Postbote geht an einer Filiale der Großbank Santander vorbei.

MadridDie spanische Großbank Santander kann sich immer weniger den Problemen im Heimatland entziehen. Während die Bank bisher die Verluste durch die spanische Krise dank ihres starken Geschäfts im Ausland relativ gut wegstecken konnte, schlug die Rezession in dem Land jetzt voll zu. Zugleich endete in Brasilien der Kreditboom abrupt. Brasilien ist der wichtigste Markt von Santander.

Im zweiten Quartal schrammte die Bank nur knapp an einem Verlust vorbei. Der Überschuss brach um 93 Prozent auf 100 Millionen Euro ein, wie das Institut am Donnerstag in Madrid mitteilte. Auf das erste Halbjahr gesehen erreichte die größte Bank der Euro-Zone nur noch einen Nettogewinn von 1,7 Milliarden Euro, das waren mehr als 50 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Analysten hatten einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro erwartet. Der Anteil der faulen Kredite am Portfolio stieg auf 4,11 Prozent nach 3,89 Prozent zum Jahreswechsel. Die Netto-Zinseinnahmen lagen bei 15,5 Milliarden Euro und übertrafen die Erwartungen der Experten von 15,2 Milliarden Euro.

Santander-Chef Emilio Botin sieht die Bank damit vorerst überm Berg. „Dank der Vorsorge, die wir jetzt getroffen haben, können wir das heimische Immobilienthema bis Jahresende hinter uns lassen“, erklärte er. Die Santander-Aktie legte fast zwei Prozent zu und entwickelte sich damit deutlich besser als der Gesamtmarkt.

Spanische Banken im Herz- und Nierentest

Zwei Szenarien

Die spanische Regierung hat zwei Beratungsunternehmen die Finanzkraft der Banken des Landes unter die Lupe nehmen lassen. Dazu wählten die Berater zwei Szenarien, ein Basisszenario und ein kritisches Szenario.

Basisszenario

Der Kapitalbedarf von Banken richtet sich nach der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Denn läuft die Konjunktur schlecht und steigt die Arbeitslosigkeit ist auch mit geringeren Kreditrückzahlungen zu rechnen. Im Basisszenario ging der spanische Stresstest von folgenden Annahmen aus:

Wachstum: 2012 -1,7 Prozent, 2013 -0,3 Prozent, 2014 0,3 Prozent

Arbeitslosigkeit: 2012 23,8 Prozent, 2013 23,5 Prozent, 2014 23,4 Prozent

Immobilienpreise: 2012 -5,6 Prozent, 2013 -2,8 Prozent, 2014 -1,5 Prozent

Kritisches Szenario

Im kritischen Szenario ging der spanische Stresstest von folgenden Annahmen aus:

Wachstum: 2012 -4,1 Prozent, 2013 -2,1 Prozent, 2014 -0,3 Prozent

Arbeitslosigkeit: 2012 25 Prozent, 2013 26,8 Prozent, 2014 27,2 Prozent

Immobilienpreise: 2012 -19,9 Prozent, 2013 -4,5 Prozent, 2014 -2 Prozent

Die spanische Bankenlandschaft

Marktanteile spanischer Banken (gemessen in Prozent spanischer Vermögenswerte)

Santander (incl. Banesto) 19%
BBVA (incl. UNNIM) 15%
Caixabank (incl. Banca Cívica) 12%
BFA-Bankia 12%
Banc Sabadell (incl. CAM) 6%
Popular (incl. Pastor) 6%
Ibercaja - Caja 3 – Liberbank 4.2%
Unicaja – CEISS 2.7%
Kutxabank 2.6%
Catalunyabanc 2.5%
NCG Banco 2.5%
BMN 2.4%
Bankinter 2.1%
Banco de Valencia 1.0%

Quelle: Oliver Wyman

„Die Probleme in Spanien sind lange bekannt, aber die Lage in Brasilien bedarf ebenfalls der Aufmerksamkeit, den hier ist der Anteil fauler Kredite gestiegen“, sagte der Analyst Alexander Pelteshki von ING Financial Markets der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Analyst stuft die Aktie aber weiter auf „Kauf“ ein. Seit Jahresbeginn haben die Santander-Papiere rund 25 Prozent verloren.

Die Einlagen heimischer Kunden erhöhten sich um 15 Prozent. Dabei dürfte Santander auch die Krise der Konkurrenz geholfen haben: In das zweite Quartal fiel die Verstaatlichung der Sparkasse Bankia bei der sich riesige Kapitallöcher aufgetan hatten. Es war die bislang größte Bankenrettung des Landes.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

26.07.2012, 12:25 Uhr

..was soll's - der deutsche Steuerzahler bezahlt die Rechnung, dank der volksverräterischen Bundesregierung.

Die NEO-kommunistische CDU und ihre Komplizen

Ludwig500

26.07.2012, 12:48 Uhr

"Die Abschreibungen auf faule Hypotheken summieren sich im ersten Halbjahr auf 2,8 Milliarden Euro"

Kein Stress, liebe Santander Bank. Die faulen Hypotheken kauft euch der EFSF gerne ab. Dann könnt ihr endlich wieder fette Boni einsacken.

Verluste sind doch beim Steuerzahler viel besser aufgehoben als bei hart arbeitenden Berufszockern.

Alles wird gut!

Nixalsverdruss

26.07.2012, 13:05 Uhr

Fr.Merkel, Fr.Merkel bitte kommen!
Bitte, bitte Ihr [...] Deutschen müsst uns helfen!
Her mit der Kohle.

[+++Beitrag von der Redaktion editiert+++]

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