Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2011

14:24 Uhr

Gewinneinbruch

Schwaches Anleihegeschäft bremst Goldman Sachs

Dämpfer für Goldman Sachs: Wegen eines schwächelnden Anleihegeschäfts ist der Gewinn im vierten Quartal um mehr als die Hälfte auf 2,39 Milliarden Dollar eingebrochen. Analysten hatten mit dem Ergebnis gerechnet. Bankchef Lloyd Blankfein ist derzeit vor allem damit beschäftigt, den Ruf der Wall-Street-Legende zu retten.

Goldman-Händler an der New Yorker Börse. Reuters

Goldman-Händler an der New Yorker Börse.

HB DÜSSELDORF. Die US-Bank Goldman Sachs hat im vierten Quartal wegen eines schwächelnden Handelsgeschäfts einen Gewinnrückgang um 52 Prozent verbucht. Das Nettoergebnis sank im Schlussquartal auf 2,39 Milliarden oder 3,79 Dollar pro Anteilsschein - exakt das Ergebnis, das Analysten für die Nachrichtenagentur Bloomberg im Durchschnitt errechnet hatten. Die Einnahmen fielen um zehn Prozent auf 8,64 Milliarden Dollar.

Über das Jahr gesehen sank der Gewinn um 38 Prozent Prozent auf 8,35 Milliarden Dollar, die Einnahmen gingen um 13 Prozent auf 39,16 Milliarden Dollar zurück. Das hat auch Auswirkungen auf die Bezahlung: Für Gehälter und Boni gab Goldman im vergangenen Jahr 15,38 Milliarden Dollar aus, fünf Prozent weniger im Jahr 2009. Das entspricht einem Anteil vom Umsatz von 39 Prozent und ergibt für jeden der 37 700 Mitarbeiter eine Durchschnittssumme von 430 700.

Das Institut will erstmals in seiner 142-jährigen Geschichte ausweisen, wie viel es damit verdient, wie ein Hedge-Fonds mit eigenem Geld zu spekulieren. Bislang hatte es von Goldman nur die Beteuerung gegeben, der Löwenanteil des Gewinns werde im Kundengeschäft erzielt und der Eigenhandel mache weniger als zehn Prozent am Ergebnis aus.

Der Schritt ist Teil eines vergangene Woche vorgestellten, 39 Punkte umfassenden Katalogs, dessen Umsetzung zu mehr Transparenz und Verständnis für das Geschäftsmodell führen soll. Das dient vor allem der Imagepflege: Die als "Vampirkrake im Angesicht der Menschheit" geschmähte Investmentbank hatte in der Finanzkrise viele Kritiker angezogen.

Das Geldhaus unter Bankchef Lloyd Blankfein kam derart gut durch die Krise, dass sich in der Öffentlichkeit die Haltung verfestigte, Goldman sei eine ruchlose Zockerbude, die zudem noch hinter dem Rücken ihrer Kunden gegen diese spekuliere. Auftrieb bekamen die Kritiker, als sich die Bank im vergangenen Jahr im Abacus-Skandal nur mit einer Rekordzahlung die Ermittlungen der Behörden wegen Kundenbetrug vom Hals schaffen konnte.

Dabei ist Goldman dringend auf die Gunst der Kunden angewiesen. Denn auf viele Geldhäuser, vor allem Investmentbanken, kommen schwerere Zeiten zu. Die schärfere Regulierung wird die Banken zwingen, ihr Geschäftsmodell im lukrativen Investment-Banking zu überdenken.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×