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16.05.2012

13:44 Uhr

Gewinneinbruch zu Jahresbeginn

BayernLB muss noch mehr sparen

Eigentlich will der BayernLB-Vorstand in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben, doch allein im ersten Quartal fiel der Vorsteuergewinn um 64 Prozent. Der ungarischen Tochter MKB geht es noch viel schlechter.

Nach einem Vorsteuergewinn-Einbruch im ersten Quartal bleibt abzuwarten, ob am Jahresende ein Plus stehen bleibt. dpa

Nach einem Vorsteuergewinn-Einbruch im ersten Quartal bleibt abzuwarten, ob am Jahresende ein Plus stehen bleibt.

MünchenDie BayernLB steht nach einem Gewinneinbruch zu Jahresbeginn vor einem weiteren Stellenabbau. Deutschlands zweitgrößte Landesbank will ihre Kosten nun überprüfen, was zu weiteren Einsparungen führen dürfte. Kurzfristig drückt der Schuh vor allem in Ungarn, wo die Tochter MKB weiter Probleme bereitet.

"Wir nehmen hier dieses Jahr 15 Prozent der Kosten raus", kündigte BayernLB-Finanzchef Stephan Winkelmeier am Mittwoch an. Filialen der MKB würden geschlossen, Mitarbeiter müssten die Bank verlassen. Konkrete Zahlen nannte Winkelmeier nicht. Das Sorgenkind wird zudem seine kleine Rumänien-Tochter abgeben, der Vorstand wird weiter umgebaut. Im ersten Quartal 2012 stand bei der MKB ein Vorsteuerverlust von 44 Millionen zu Buche. Auch für das Gesamtjahr wird mit roten Zahlen gerechnet. Die BayernLB beklagt seit längerem politische Willkür in dem osteuropäischen Land, wodurch die Geschäfte erschwert werden.

Aber auch in Deutschland dürfte es weitere Sanierungsmaßnahmen geben, weil immer wieder Sonderlasten auf das Ergebnis drücken. So brach der Vorsteuergewinn in den ersten drei Monaten des Jahres um 64 Prozent auf 54 Millionen Euro ein. Neben den MKB-Verlusten wirkten sich vor allem Derivate zur Absicherung der Refinanzierung von Fremdwährungskrediten in Dollar und Pfund mit 146 Millionen Euro negativ aus sowie eine Neubewertung eigener Verbindlichkeiten wie Anleihen mit 56 Millionen.

Und die nächsten Sonderlasten sind schon absehbar: Denn das Münchner Kreditinstitut hatte erst am Dienstag eine empfindliche Schlappe vor dem Bundesarbeitsgericht (BAG) hinnehmen müssen. Dort war es um die Kürzung der beamtenähnlichen Pensionsregelung für langjährige Mitarbeiter gegangen. Daraus ergebe sich eine Rückstellung im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, die wohl im laufenden zweiten Quartal gebucht werde. "Wir sind nicht wirklich erfreut darüber." Winkelmeier ließ offen, ob die Bank nun noch das Bundesverfassungsgericht einschalten will. Es sind noch Dutzende Klagen beim BAG in Erfurt oder in früheren Instanzen anhängig.

Winkelmeier betonte, die Bank müsse grundsätzlich über ihre Kosten nachdenken. Das betreffe nicht nur die Sach-, sondern auch die Personalkosten. Konkrete Einsparziele nannte er aber nicht. Im Rahmen des EU-Beihilfeverfahrens, das seit drei Jahren läuft, wohl aber bis zum Sommer abgeschlossen werden kann, wird der Bank ohnehin eine weitere Schrumpfkur verordnet. In diesem Zusammenhang stehen die Landesbausparkasse, die Wohnungstochter GBW und nach ihrer Sanierung auch die MKB zum Verkauf. Brüssel drängt auf eine Halbierung der BayernLB, um die Wettbewerbsverzerrung auszugleichen, die in der Finanzkrise durch die Rettung der Bank mit milliardenschweren Steuergeldern entstanden war.

In Zukunft, sollten die Märkte sich stabilisieren und das neue, weniger riskante Geschäftsmodell greifen, will die BayernLB in normalen Quartalen 150 bis 200 Millionen Euro verdienen. Die Eigenkapitalrendite wird bei fünf bis zehn Prozent erwartet. Für dieses Jahr werden weitere Belastungen allerdings nicht ausgeschlossen. Der Vorstand will zumindest im Kerngeschäft schwarze Zahlen schreiben.

Von

rtr

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