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04.12.2013

12:34 Uhr

Gewinnwarnung

Asien-Geschäft von Standard Chartered schwächelt

Die letzten zehn Jahre war die Bank Standard Chartered von Rekord zu Rekord geeilt. Jetzt erwartet sie zum ersten Mal seit langem einen Gewinnrückgang. Die Aktien gaben sofort kräftig nach.

Die Standard Chartered Bank in Baghdad: „Seit August sind die Marktbedingungen schwierig.“ Reuters

Die Standard Chartered Bank in Baghdad: „Seit August sind die Marktbedingungen schwierig.“

LondonDie Konjunkturflaute in Asien beendet die zehn Jahre anhaltende Rekordsträhne der britischen Bank Standard Chartered. Das Geldhaus mit einem Geschäftsschwerpunkt in Fernost stellt sich nach Angaben vom Mittwoch auf einen rückläufigen Gewinn ein. Dabei spielten auch strengere Vorschriften der Aufsichtsbehörden eine Rolle. „Wir spüren eine deutliche Abschwächung an den Finanzmärkten im vierten Quartal“, sagte Finanzchef Richard Meddings. Die Aktien brachen zeitweise um sieben Prozent ein und fielen auf das niedrigste Niveau seit 16 Monaten.

Die Einnahmen dürften im Großen und Ganzen auf dem Niveau des Vorjahres stagnieren, erklärte die Bank weiter. Seit August hätten sich die Marktbedingungen deutlich eingetrübt. „Das hat signifikante Auswirkungen auf die Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte.“ Experten zeigten sich nun besorgt über die Wachstumsaussichten der Bank. Eine Steigerung der Einnahmen sei nun das wichtigste Thema, sagte Gary Greenwood von Shore Capital. Die möglicherweise höheren Kapitalanforderungen machten es schwierig, die Rendite zu steigern.

Besonders zu schaffen machen Standard Chartered Probleme in Südkorea. Das belastet das Privatkundengeschäft, wo der Gewinn um zehn Prozent schrumpfen dürfte. Im Firmenkundengeschäft dürfte er stagnieren. Doch auch das Zinsgeschäft stecke in Schwierigkeiten, sagte Finanzchef Meddings. Es leide unter der Unsicherheit darüber, in welche Richtung sich die Leitzinsen der großen Notenbanken bewegen. Am Finanzmarkt wird damit gerechnet, dass die US-Notenbank Fed in den nächsten Monaten den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik einleitet. Das hat die Börsen insbesondere in Asien in den vergangenen Monaten beschäftigt.

Das Geldhaus macht mehr als 90 Prozent seines Gewinns in Asien, Afrika und dem Nahen Osten. Zuletzt gab es zehn Jahre in Folge Rekordgewinne. Allerdings schraubte es im vergangenen Monat seine Wachstumsziele für die kommenden Jahre herunter und strich 2000 Stellen.

Von

rtr

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