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17.06.2016

11:04 Uhr

Ghizzoni-Nachfolger

Unicredit drückt bei Chef-Suche aufs Tempo

Unicredit sucht mit Hochdruck nach einem neuen Nachfolger für den zurückgetretenen Chef Federico Ghizzoni. Bis Ende Juni soll eine Liste mit drei Kandidaten feststehen.

Ghizzoni hatte nach sechs Jahren aufgegeben, nachdem die Kritik an der Aktienkurs-Entwicklung nicht abriss und er Investoren die Furcht vor einer Kapitalerhöhung nicht nehmen konnte. Reuters

Federico Ghizzoni

Ghizzoni hatte nach sechs Jahren aufgegeben, nachdem die Kritik an der Aktienkurs-Entwicklung nicht abriss und er Investoren die Furcht vor einer Kapitalerhöhung nicht nehmen konnte.

MailandDer italienische HypoVereinsbank-Eigentümer UniCredit macht unter dem Druck großer Investoren Tempo bei der Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Vorstandschef Federico Ghizzoni. Bis Ende Juni solle eine Liste mit drei Kandidaten für den Chefposten stehen, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Darunter seien ein Manager aus der Bank selbst und zwei von außen, ein Italiener und ein Ausländer. Ghizzoni hatte nach sechs Jahren aufgegeben, nachdem die Kritik an der Aktienkurs-Entwicklung nicht abriss und er Investoren die Furcht vor einer Kapitalerhöhung nicht nehmen konnte. Verwaltungsratschef Giuseppe Vita will frühestens Ende Juli einen neuen Vorstandschef gefunden haben.

Federico Ghizzoni: Unicredit-Chef gibt auf

Federico Ghizzoni

Unicredit-Chef gibt auf

„Zeit für einen Wechsel“: Unicredit-Chef Ghizzoni wehrt sich nicht länger gegen die Kritik der Investoren – und stellt seinen Posten zur Verfügung. Bis ein Nachfolger gefunden ist, will er die Bank jedoch weiter führen.

Zu den internen „Kronprinzen” werden Investmentbank-Chef Gianni Franco Papa, der stellvertretende Generaldirektor Paolo Fiorentino und Carlo Vivaldi, der Chef des Osteuropa-Geschäfts gezählt. In der Bank würde ein Vorstandschef aus den eigenen Reihen bevorzugt, doch einflussreiche Aktionäre sähen lieber ein neues Gesicht an der UniCredit-Spitze. Gehandelt werden weiter der Franzose Jean-Pierre Mustier, der schon bei UniCredit und bei Societe Generale gearbeitet hat, der Italien-Chef von Merrill Lynch, Marco Morelli, und Mediobanca -Chef Alberto Nagel. Aber auch andere Namen wie der Italien-Chef der Deutschen Bank, Flavio Valeri, werden genannt.

„Die Bank steht vor großen Herausforderungen”, sagte Filippo Alloatti, Kreditanalyst bei Hermes Investment Management. „Ich glaube, dem ist kein interner Kandidat gewachsen, und einige der in der Presse als mögliche Nachfolger genannten Namen sind wenig überzeugend.” Experten erwarten, dass der neue UniCredit-Chef umgehend eine Kapitalerhöhung angehen wird. Die einflussreichen Stiftungen unter den Aktionären fürchten in diesem Fall aber eine Verwässerung ihrer Anteile.

Die mit drei Prozent an UniCredit beteiligte Cariverona-Stiftung dringt auf eine schnelle Entscheidung, und einige institutionelle Investoren murren Insidern zufolge über die langsamen Fortschritte. Der Kurs der UniCredit-Aktie ist seit Ghizzonis Rücktritt um weitere 24 Prozent gefallen. Am Donnerstag rutschte sie auf ein Allzeittief. Der Staatsfonds von Abu Dhabi, Aabar, mit fünf Prozent der zweitgrößte Aktionär, fordere einen „starken, kompetenten und ergebnisorientierten” Vorstandschef, sagte ein Insider.

Von

rtr

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