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13.02.2012

14:41 Uhr

Ghizzoni redet Klartext

Unicredit klammert sich an Hypovereinsbank

Die Münchener Hypovereinsbank soll bei der italienischen Unicredit bleiben. In einem Interview widerspricht Unicredit-CEO Ghizzoni aufkommenden Verkaufsgerüchten. Doch gerade dieses Dementi zeigt die Brisanz des Falls.

Federico Ghizzoni will Verkaufsgerüchte rund um die HVB im Keim ersticken. dapd

Federico Ghizzoni will Verkaufsgerüchte rund um die HVB im Keim ersticken.

Frankfurt/DüsseldorfDie italienische Großbank Unicredit will trotz ihrer Finanzsorgen die Münchener Tochter Hypovereinsbank (HVB) weder ganz noch in Teilen verkaufen. Anderslautende Gerüchte seien falsch, sagte Unicredit-Chef Federico Ghizzoni der „Wirtschaftswoche“. Wegen der niedrigen Refinanzierungskosten, der guten Kapitalausstattung und des Wachstums in Deutschland sei die HVB für Unicredit „noch wichtiger als bisher“, sagte Ghizzoni.

Der Umstand, dass am Namen „Hypovereinsbank“ für das Filialgeschäft nun doch festgehalten werde und die Pläne für eine Umbenennung in „Unicredit“ gestoppt seien, will Ghizzoni nicht missverstanden wissen.„In Deutschland haben die Kunden eine starke Beziehung zur HVB. Deshalb behalten wir die Marke bei“, erläuterte Ghizzoni. Es sei allerdings geplant, andere Tochtergesellschaften zusammenzulegen und die Zahl der Filialen zu reduzieren.

Das sind klare Aussagen. Doch allein die Tatsache, dass sich Ghizzoni gegenüber der „Wirtschaftswoche“ genötigt fühlt, diese Gerüchte im Keim zu ersticken, zeigt deren Brisanz. Denn sollte die HVB verkauft werden, fällt der Unicredit eine ihrer finanziellen Stützen weg. Zusammen mit der Bank Austria, die rund 80 Prozent des Osteuropageschäfts der Unicredit verantwortet, ist die HVB seit Ausbruch der Krise die profitabelste Landesgesellschaft des italienischen Konzerns.

Eine entscheidende Rolle für die Zukunft der HVB dürfte Dieter Rampl spielen, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Unicredit. Er fädelte 2005 als Chef der Hypovereinsbank deren Übernahme durch die Unicredit ein. Jetzt dürfte es wieder jener Rampl sein, der bei einem Vorgänger der Hypovereinsbank in den 1960er Jahren seine Ausbildung als Bankkaufmann abgeschlossen hatte, der jetzt zum zweiten Mal entscheidend an der Strategie für die HVB arbeitet.

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