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08.03.2016

17:26 Uhr

Gießener Volksbank

Angestellter nach Millionen-Diebstahl festgenommen

Rund 1,3 Millionen Euro soll ein Bankangestellter in kleinen Päckchen unter seiner Jacke versteckt und geklaut haben. Zwei Monate nach dem Diebstahl in einer Gießener Bank wurde nun ein Verdächtiger festgenommen.

Das Geld verschwand am 4. Januar aus dem Tresorraum der Volksbank Mittelhessen, der zehntgrößten Genossenschaftsbank in Deutschland. dpa

Volksbank Mittelhessen

Das Geld verschwand am 4. Januar aus dem Tresorraum der Volksbank Mittelhessen, der zehntgrößten Genossenschaftsbank in Deutschland.

GießenGut zwei Monate nach dem Diebstahl von 1,3 Million Euro aus einer Gießener Bank hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Bei dem Mann handele es sich um einen Bankangestellten, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in Gießen mit. Den Ermittlungen zufolge verbarg der Mann das Geld, das in vier kleinen Päckchen verschweißt gewesen sein soll, unter seiner Jacke und verließ die Bank.

Er selbst bestreite die Tat, erklärten die Ermittler. Trotz einer Durchsuchungsaktion sei das Geld bisher auch nicht gefunden worden. Man habe aber mehrere Speichermedien sichergestellt, die nun ausgewertet würden. Der Verdächtige sollte noch am Dienstag der Haftrichterin vorgeführt werden.

Mögliche Präventionsinstrumente für Banken

Farbpatronen

Das wohl bekannteste Instrument zur Eindämmung der Straftaten. Bei einem Angriff auf den Geldautomaten werden die Banknoten mit Tintenpatronen bespritzt und so entwertet.

Klebstoff

Eine Methode, die dem Farbbeuteleffekt ziemlich ähnlich ist und momentan im Ausland erfolgreich getestet wird. Die Geldscheine werden bei einer Attacke auf die Automaten zu einem festen Bündel zusammengeklebt.

Schließung der SB-Center

Als Reaktion auf die Sprengserie entschlossen sich einige Filialen, ihre SB-Center über Nacht zu schließen. Ein Zusammentreffen zwischen Täter und unbeteiligten Zeugen wird dadurch zwar unwahrscheinlich, einen Sprengangriff kann diese Methode aber trotzdem nicht vollständig verhindern. Im Herbst wurde bei einigen Taten die verriegelte Tür aufgebrochen und der Automat anschließend hochgejagt.

Vernebelung

Wie das Handelsblatt erfuhr, wird in einigen Sparkassen-Filialen ein bislang bei Kreditinstituten eher unbekanntes Präventionsinstrument getestet. Im Falle einer Sprengung wird der gesamte Vorraum der Bankfiliale binnen Sekunden vernebelt. Ein solches System hat sich bereits bei Juwelieren, Tankstellen oder Spielhallen etabliert. Die Kosten für die Installation liegen bei rund 6000 Euro.

Intelligente Videoüberwachung

Ein speziell entwickeltes System kann die Täter anhand ihrer Bewegungen erkennen und für eine Meldung sorgen. Anschließend kann die Polizei informiert werden. Eine „normale“ Videoüberwachung findet sich in fast allen Filialvorräumen. Ein solches System hat allein durch seine Wirkung eine Daseinsberechtigung, aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es aber nur bedingt zu empfehlen. Denn der Kostentreiber ist hier die personelle Dienstleistung. Das Bild, das die Kamera zeichnet, muss von Dritten gesichtet und bewertet werden. Da die Kamera sehr empfindlich ist, gibt sie auch in minder wichtigen Fällen eine Meldung weiter – etwa wenn eine Lampe ausfällt oder ein tatsächlicher Kunde nachts Geld abheben will. Sollten tatsächlich Panzerknacker vor Ort sein, kann der Sichter der Bilder die Polizei alarmieren.

"Gas-EX"-Wertbehältnisse

Einige Hersteller von Geldautomaten bieten von vornerein einen Schutz gegen Angriffe mit explosivem Gasgemisch an. Diese Wertbehältnisse haben die Zusatzerkennung „Gas-EX“ und haben in der Regel einen Aufpreis von 1500 bis 2000 Euro. Ein Geldautomat kostet in der Anschaffung rund 20.000 Euro.

Gas Protection Unit

In den Geldautomaten eintretendes Gas wird durch einen Gasdetektor erkannt und mittels CO2 verdrängt. Eine Explosion sei laut dem Hersteller BDT Oyten folglich nicht mehr möglich. Derzeit sind rund 500 solcher Systeme in Deutschland im Einsatz – Tendenz steigend. Diese Technik schützt die Automaten allerdings nur gegen Angriffe durch Gas. Kostenpunkt: Rund 2350 Euro.

EAM-Technik

Die von der Sparkasse zurzeit favorisierte Methode, bei der die Energie eines Gasangriffs durch speziell entwickelte Module absorbiert wird. Die Module – dickförmige Matten an der Innenwand des Tresors – sorgen dafür, dass sich der Druck im Automaten verringert, indem sie die Druckenergie zu großen Teilen aufnehmen. Die mit Riegelverstärkern versehene Tür hält der Sprengung bestenfalls Stand. Diese Technik entwickelte die Sicherheitsfirma Secu gemeinsam mit dem Tresorbauer Stacke aus Aachen und dem für die Herstellung von Geldautomaten marktführenden Unternehmen Wincor Nixdorf. Kostenpunkt: rund 3000 Euro pro Automat. Problem: nur gegen Gasangriffe wirksam.

Das Geld verschwand am 4. Januar aus dem Tresorraum der Volksbank Mittelhessen, der zehntgrößten Genossenschaftsbank in Deutschland. Die Scheine lagen früheren Angaben zufolge in einem nicht-öffentlichen Bereich bereit für den Abtransport. Um den Täter zu finden, werteten die Ermittler unter anderem Videos von Überwachungskameras aus und befragten eine Vielzahl von Zeugen.

Von

dpa

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