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26.01.2007

14:38 Uhr

Globalisierungsstrategie

Nyse macht Börse Tokio Avancen

Der Vorstandschef der New Yorker Börse Nyse, John Thain, will „in Kürze“ neue Details zur geplanten Zusammenarbeit mit der Tokioter Börse bekannt geben. Die Pläne sehen aber anders aus als Beziehung von Nyse und Euronext.

hjk / HB DAVOS. Das kündigte Thain am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos an. In den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass der Tokioter Börsenchef bald nach New York zu Gesprächen reisen will. Dabei soll etwa über einen gemeinsamen 24-Stunden-Handel verhandelt werden.

Langfristig habe es Sinn, eine Verbindung mit der Tokio Stock Exchange einzugehen, sagte Nyse-Chef John Thain am Freitag am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Davos. „Wir arbeiten daran.“ Eine Fusion wie mit der Mehrländerbörse Euronext stehe aber nicht an. Die vollständige Integration von Nyse und Euronext werde ein Jahr dauern, sagte Thain weiter. Der kombinierte Handelsplatz stehe auch anderen europäischen Börsen offen, darunter der Borsa Italiana.

Die japanischen Avancen der führenden Weltbörse an der Wall Street demonstrieren, dass Thain sich und den Wettbewerbern bei der Umsetzung seiner Globalisierungsstrategie keine Atempause gönnt. In Europa hat er vor wenigen Tagen die Fusion mit der Drei-Länder-Börse Euronext unter Dach und Fach gebracht. Ob er sich ein weiteres Mal um die Londoner Börse bemühen würde, falls das Übernahmeangebot der US-Technologiebörse Nasdaq scheitern sollte, ließ Thain offen.

Es sei wahrscheinlich, dass sich Euronext und Nyse weitere europäische Handelsplätze anschließen, sagte Thain. Die Börsenlandschaft ist weltweit im Fusionsfieber. Neben dem Zusammenschluss von Nyse und Euronext hat die US-Technologiebörse Nasdaq ein feindliches Übernahmeangebot für die London Stock Exchange (LSE) vorgelegt. Die LSE hatte im vergangenen Jahr ihrerseits über eine Allianz mit der Tokioter Börse gesprochen. Eine gegenseitige Kapitalbeteiligung war aber der asiatischen Leitbörse zufolge kein Thema.

Thains Blick geht längst über Europa hinaus. Er will sich der Tokioter Börse schrittweise annähern. Noch ist der Finanzplatz nicht börsennotiert und daher nicht für eine Kapitalbeteiligung der Amerikaner offen. Thain: „Tokio ist der natürliche Partner in Asien“. Langfristig sei eine Kapitalverflechtung das Ziel. Auch in Indien und China wolle die Nyse rasch Fuß fassen.

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