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12.03.2014

22:49 Uhr

Goldman-Banker

Der fantastische Fabrice muss zahlen

VonAxel Postinett

Der „Wolf of Wall Street“ lässt grüßen. Fabrice Tourre lebte in Saus und Braus. Doch er führte auch Investoren in die Irre. Dafür brummte ihm ein Gericht eine Geldstrafe auf. Ein Bauernopfer, finden Kritiker.

„Fabulous Fab“: Der Ex-Goldman-Sachs-Manager Fabrice Tourre muss 825.000 Dollar Strafe zahlen. dpa

„Fabulous Fab“: Der Ex-Goldman-Sachs-Manager Fabrice Tourre muss 825.000 Dollar Strafe zahlen.

New YorkEr lebte ein Leben in Saus und Braus. Gegen ihn war der „Wolf of Wall Street“ beinahe ein Waisenknabe: Fabrice Tourre, Spitzname „Fabulous Fab“, der „fantastische Fabrice“, drehte im Alter von 28 Jahren bereits nur noch an den ganz großen Rädern der Wall Street.

Bei Goldman Sachs war er nur ein kleines Licht, trotzdem verantwortete der gebürtige Franzose dort eine Reihe von Anleiheprodukten, die mit Hypotheken abgesichert waren. Diese heiß zusammengestrickten Angebote waren der letzte Nagel im Sarg einer entfesselten Finanzindustrie, die Ende 2007 kollabierte und beinahe die Weltwirtschaft mit sich in den Abgrund riss.

Für eines dieser Anlagevehikel, bei der auch die deutsche IKB so massiv geschädigt wurde, dass sie mit Steuermilliarden aufgefangen werden musste, muss Tourre nun bezahlen. Ein Bauernopfer, wie Kritiker anmerken. Ansonsten kam der Geld-Adel der Wall Street ungeschoren davon.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Auf insgesamt 825.000 Dollar beläuft sich die Strafe, die eine New Yorker Richterin am Mittwoch verhängte. 625.000 Dollar eigentliche Strafe und Abschöpfung der Provision von 175.000 Dollar, die Tourre alleine für den Verkauf dieses Anlagevehikels erhalten hatte.

„Die SEC ist erfreut über die Entscheidung des Richters, Tourre für die Verbreitung von irreführendem Marketingmaterials an Investoren, zur Rückzahlung der erhaltenen Provision und einer empfindlichen Geldstrafe zu verurteilen“, erklärte Andrew Ceresney von der amerikanischen Börsenaufsicht SEC. „Das Urteil reflektiert das Bemühen der SEC, spürbare Strafen für Personen zu verhängen, die verantwortlich sind für Fehlverhalten und die als Abschreckung für andere dienen.“

Doch Kritiker sehen die Rolle der SEC differenzierter. Sie werfen der Aufsicht vor, über Jahre viel zu lasch kontrolliert zu haben. In einer so aufgeheizten Stimmung des Casino-Kapitalismus sei diesen Schlag von „Bankern“ überhaupt erst die Möglichkeit zum Wachsen gegeben worden.

Kommentare (4)

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13.03.2014, 11:56 Uhr

test

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13.03.2014, 11:58 Uhr

Liebe Redaktion,
Sie haben Probleme mit Ihrer Kommentarfunktion. Es gibt Artikel, bei denen die Kommentarfunktion nicht funktioniert. Man könnte auch mutmaßen, dass dort Beiträge nicht erwünscht sind!

Account gelöscht!

13.03.2014, 13:24 Uhr

ich hatte es schon mehrfach gesagt "die finanzbrache ist das krebsgeschwür der weltweiten gesellschaft" - wer hat mehr fälle von einzelnen oder unternehmens kriminellen vorgängen?
und wer muss bluten? der (dumme) steuerzahlen - für die gewinnsucht und die zockerei, betrügerein, usw. (libor etc.)
die leute müssen in den knast und das vermögen gehört beschlöagnahmt! diese banken müssen pleite gehen können, der markt wird es richten!
es ist zum kotzen immer noch ehrlich zu sein!!!!!

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