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12.09.2013

14:10 Uhr

Goldman Sachs

Arbeitszeiten im Visier der Behörden

Das Schweizer Arbeitsgesetz verpflichtet Unternehmen dazu, Arbeitszeiten und Überstunden zu erfassen. Nun nimmt die Behörde die Investmentbank Goldman Sachs unter die Lupe. Die Bank soll bei der Erfassung gemogelt haben.

Die Bank beschäftigt in Zürich im Investmentbanking und in der Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden knapp 100 Personen. Reuters

Die Bank beschäftigt in Zürich im Investmentbanking und in der Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden knapp 100 Personen.

ZürichDie Arbeitszeiten bei der Investmentbank Goldman Sachs in der Schweiz sind ins Visier der zuständigen Aufsichtsbehörde geraten. Das Arbeitsinspektorat des Kantons Zürich habe am Mittwoch die Zürcher Niederlassung der amerikanischen Großbank kontrolliert, sagte ein Sprecherin der Behörde am Donnerstag. Sie bestätigte einen Bericht des „Tages-Anzeigers“, wollte aber aus Vertraulichkeitsgründe keine Einzelheiten nennen. Die Behörde wurde auf Veranlassung des Bankenpersonalverbands tätig, der vermutet, dass das Finanzinstitut bei der Erfassung von Arbeitszeiten und Überstunden nicht korrekt vorging. „Für uns ist wichtig, dass die Arbeitszeiten auch bei Banken eingehalten werden“, sagte die Verbandsgeschäftsführerin Denise Chervet.

Goldman Sachs wollte zu der Angelegenheit keine Stellung nehmen. Die Bank beschäftigt in Zürich im Investmentbanking und in der Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden knapp 100 Personen.

Seit der Finanzkrise und dem dann folgenden Arbeitsplatzabbau bei vielen Banken beklagen sich Bank-Mitarbeiter nach Angaben des Personalverbandes häufig über zunehmenden Druck und lange Arbeitszeiten. In London starb kürzlich ein Praktikant bei Bank of America Merrill Lynch, nachdem er 72 Stunden ohne Pause gearbeitet haben soll.

Größte Investmentbanken im globalen Fusionsgeschäft

Rang 10

Deutsche Bank

41 Milliarden Dollar*

(-61 Prozent gg. Vorjahr)

*alle Zahlen: Betreutes Übernahmevolumen weltweit im 1. Quartal 2013 / Quelle: Merger Market

Rang 9

Centerview Partners

48 Milliarden Dollar

(+631 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 8

Citi

52 Milliarden Dollar

(-49 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 7

Barclays

55 Milliarden Dollar

(-51 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 6

Morgan Stanley

57 Milliarden Dollar

(-41 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 5

Credit Suisse

69 Milliarden Dollar

(-27 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 4

Lazard

70 Milliarden Dollar

(+132 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 3

Bank of America Merrill Lynch

90 Milliarden Dollar*

(+43 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 2

Goldman Sachs

104 Milliarden Dollar

(-14,5 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 1

JPMorgan

124 Milliarden Dollar*

(+6,5 Prozent gg. Vorjahr)

*alle Zahlen: Betreutes Übernahmevolumen weltweit im 1. Quartal 2013 / Quelle: Merger Market

Das Schweizer Arbeitsgesetz schreibt je nach Branche eine Höchstarbeitszeit von 45 bis 50 Wochenstunden vor und Arbeitgeber sind verpflichtet, die Arbeitszeiten zu erfassen. In Tarifverträgen sind kürzere Arbeitszeiten vereinbart. In der Banken- und Versicherungsbranche wird der amtlichen Statistik zufolge pro Woche durchschnittlich knapp 42 Stunden gearbeitet. Systematisch erfasst werden die Arbeitszeiten nicht in allen Fällen. Laut einer Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz vom vergangenen Herbst arbeiten knapp 17 Prozent der Arbeitnehmer in der Schweiz flexibel und ohne dass ihre Arbeitszeit erfasst wird. Im Vergleich zu denen, deren Arbeitszeit systematisch erfasst wird, arbeiten sie häufiger länger als zehn Stunden pro Tag und gehen auch öfter zur Arbeit, wenn sie krank sind.

Von

rtr

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