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18.03.2012

10:29 Uhr

Goldman Sachs

Bürgermeister Bloomberg steht hinter Skandalbank

VonRolf Benders

Die Medienschelte für Goldman nach dem öffentlichen Abschiedsbrief eines Mitarbeiters hat die Wall Street getroffen. Angeführt von Bürgermeister Michael Bloomberg stellen sich Konkurrenten nun hinter den Branchenprimus.

Ein Goldman-Logo an der New Yorker Börse: Ein öffentliches Kündigungsschreiben eines Mitarbeiters sorgte zuletzt für Aufregung. Reuters

Ein Goldman-Logo an der New Yorker Börse: Ein öffentliches Kündigungsschreiben eines Mitarbeiters sorgte zuletzt für Aufregung.

New YorkEs ist als, sei Corporate America und vor allem die Finanzbranche aus einer Schockstarre erwacht. Die überraschende mediale Durchschlagskraft des öffentliches Abschieds- und Anklagebriefes eines Goldman-Sachs-Mitarbeiters vom Mittwoch traf nicht nur dessen Ex-Arbeitgeber. Offenbar fühlen sich alle von den Vorwürfen des Derivatehändlers getroffen, Goldman Sachs stelle die Profitgier über Kundeninteressen. Doch angeführt von New Yorks Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg stellt sich die amerikanische Geschäftswelt nun ostentativ hinter die gescholtene Bank.

Es sei „irrwitzig“, wie sich die Medien auf Goldman stürzten, sagte Bloomberg, der selbst einst als Rentenhändler und dann als Gründer des Börseninformationsdienstes Bloomberg an der Wall Street zu Reichtum gekommen ist. „Irrwitzig“ sei noch nicht einmal das treffende Wort, so Bloomberg in seiner wöchentlichen Radioansprache. „Es ist meine Aufgabe, aufzustehen und die Firmen zu unterstützen, die uns Steuern bringen und Menschen beschäftigen“, fügte er hinzu. Tags zuvor hatte er spontan der Zentrale von Goldman in der Nähe von Ground Zero an der Südspitze Manhattans einen Besuch abgestattet. Goldman ist einer der großen Kunden seiner Firma, die Computerterminals vertreibt, über die Banken Kurse und Wertentwicklungen beziehen.

Am Mittwoch hatte der Londoner Derivatehändler Greg Smith in seinem in der „New York Times“ als Gastbeitrag veröffentlichten Kündigungsschreiben mit der Firma abgerechnet. Die Führung unter Bankchef Lloyd Blankfein sehe zu, wie die Kundeninteressen zu Gunsten des Profits mit Füßen getreten würden. Das sei früher nicht so gewesen, lautete sein Vorwurf.

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Greg Smith dürfte es nach diesem Kündigungsschreiben schwer haben, in der Finanzbranche eine neue Stelle zu finden. Medienberichten zufolge soll er für den Gastbeitrag 150 Dollar bekommen haben. Smith hat zwölf Jahre bei Goldman gearbeitet. Die Bank wies die Vorwürfe zurück, kündigte aber eine Überprüfung der Geschäftspraxis an.

Kommentare (9)

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Dr.NorbertLeineweber

18.03.2012, 11:19 Uhr

Bloomberg und Goldman Sachs sind die zwei Seiten des Abschaums einer abartigen polit-ökonomischen Kaste. Dass die amerikanischen Banken die Weltwirtschaft in den Abgrund gerissen haben ist unstrittig. Der angerichtete Schaden dürfte weit über 100 Billionen Dollar liegen. Der Sender bloomberg hat niemals vor der Immobilienblase gewarnt und hat letztlich bewirkt, dass Greenspan der Wurmfortsatz von Goldman Sachs wurde. Das war einer meiner Standardsprüche bei meinen Studenten. Ich denke, treffender hat es niemals irgendjemand auf den Punkt gebracht. Der Artikel beweist, dass sich zwei Bankster zusammen getan haben. Bloomberg hat aus den Parolen, rein in die Papiere und raus an den Papieren, zusammen mit den Investmentbanken seinen Reibach gemacht. Dass die beiden sich zusammen tun zeigt, dass man völlig ungeniert seine Abartigkeit zur Schau stellen kann. Das ist Amerika ohne Bankenregulierung.

Account gelöscht!

18.03.2012, 11:33 Uhr

@Dr. LEineweber,
hat GS nicht massiv beim EU Beitritt Griechenlanfs mitgeholfen und denen nützliche Tips gegeben wie man seine Bilanz frisiert. Warum hat kein EU Land daraufhin diese Bank verklagt. Die Amerikaner machen das doch auch ständig (VW/Porsche, Daimler Chrysler ..).

Dr.NorbertLeineweber

18.03.2012, 11:58 Uhr

Die Entscheidung Zum Beitritt Griechenlands haben damals Eichel und Konsorten aus der EU betrieben. Machen Sie `mal einen Anstifter strafbar. In der Haftung ist die politische Kaste der EU-Politiker, samt Parlament. Wir haben eine europäische Statistikbeheürde Eurostat, und ich habe vom Rücktritt des Chefs noch nichts gehört. In allen Ämtern der EU findet sich ausnahmslos unqualifiziertes Personal, das über die Arbeitsagentur überhaupt nicht vermittelbar wären, und zwar wegen fehlender Referenzen. Ich bin im Übrigen Dipl-Kfm. und habe 2 Jahrzehnte Controlling, Buchhaltung, Statistik und Kostenrechnung gelehrt. Mir wäre da gewiss kein Fehler unterlaufen. Ich denke der Qualitätsunterschied ist damit hinreichend erörtert.

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