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01.09.2011

19:50 Uhr

Goldman Sachs

Fließband-Pfändungen haben ein Ende

Nach einer Übereinkunft mit der New Yorker Finanzaufsicht hat sich Goldman Sachs verpflichtet, bei Zwangsvollstreckungen säumiger Schuldner künftig genauer hinzusehen.

Wie am Fließband ging es in den USA in Sachen Hauspfändung in letzter Zeit zur Sache - ohne genaue Prüfung der Dokumente. Das soll nun ein Ende haben. dpa

Wie am Fließband ging es in den USA in Sachen Hauspfändung in letzter Zeit zur Sache - ohne genaue Prüfung der Dokumente. Das soll nun ein Ende haben.

New YorkDie New Yorker Finanzaufsicht schiebt vorschnellen Hauspfändungen einen Riegel vor. In einer Übereinkunft haben sich die Investmentbank Goldman Sachs, deren Tochterfirma Litton Loan Servicing sowie Ocwen Financial verpflichtet, künftig genauer bei Zwangsvollstreckungen säumiger Schuldner hinzusehen. Vor allem das sogenannte „Robo-Signing“, die Hauspfändung am Fließband ohne genaue Prüfung der Dokumente, soll ein Ende haben. 

„Diese Vereinbarung schützt jene Hausbesitzer, die wegen der Finanzkrise in arge Not geraten sind“, sagte New Yorks Finanzaufseher Benjamin Lawsky am Donnerstag. Die Hausbesitzer, die bereits zu Schaden gekommen sind, sollen entschädigt werden. Laufende Zwangsvollstreckungen, die Fehler aufweisen, müssen abgebrochen werden. „Goldman Sachs, Ocwen und Litton haben allesamt zugestimmt, die Rechte der Hausbesitzer über ihre eigenen Profitmargen zu stellen.“ 

Die Vereinbarung könnte Vorbildfunktion für die gesamte Branche haben. Seit Monaten stehen die großen US-Kreditinstitute wegen fehlerhafter Hauspfändungen in der Kritik. Staatsanwälte haben Ermittlungen aufgenommen, Bankenregulierer erste Rüffel verteilt, unter anderem an Großbanken wie JPMorgan Chase, die Citigroup, die Bank of America und Wells Fargo. Die US-Notenbank Fed drohte auch bereits mit Geldstrafen. 

Goldman Sachs spielt bei dem Ganzen eher eine Nebenrolle. Die Investmentbank hatte 2007 Litton übernommen, einen sogenannten Loan Servicer. Dieser sorgt im Auftrag eines Kreditinstituts etwa dafür, dass die Zins- und Tilgungszahlungen pünktlich eingehen; im äußersten Fall pfändet er aber auch die Häuser. Goldman will sich jedoch aus dem Geschäft zurückziehen und verkauft Litton an den Wettbewerber Ocwen. Im Rahmen dieses Verkaufs machte die New Yorker Finanzaufsicht ihre Auflagen. Goldman Sachs selbst vergibt keine Kredite für Eigenheime. 

Auch die Deutsche Bank war in die Schusslinie geraten. Die Staatsanwaltschaft von Los Angeles hatte dem Institut vorgeworfen, gepfändete Häuser verwahrlosen zu lassen und die finanzschwachen Bewohner zu drangsalieren und widerrechtlich zu vertreiben. Die Deutsche Bank vertritt als sogenannter Trustee oder Treuhänder die Interessen von Investoren, die komplette Kreditpakete aufgekauft haben. Sie leitet etwa Gelder weiter und verwaltet Dokumente. Auch sie vergibt selbst keine Eigenheim-Kredite in den USA.

Von

dpa

Kommentare (1)

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touspourun

01.09.2011, 22:08 Uhr

In Amerika wird weder Dick Cheney für Kriegsverbrechen noch Goldman Sachs für Betrug verurteilt. Das ist Mainstream Fascismus in your face.

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