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22.07.2016

11:41 Uhr

Goldman Sachs, JP Morgan, Morgan Stanley

Investmentbanker bekommen weniger Geld

Drei der größten Investmentbanken der Wall Street haben die Vergütung für ihre Mitarbeiter im ersten Halbjahr stark zusammengestrichen. Seit mindestens vier Jahren verdienten die Banker im Schnitt nicht mehr so wenig.

Müssen sich die Investmentbanker jetzt etwa einschränken? AP

Wall Street

Müssen sich die Investmentbanker jetzt etwa einschränken?

New YorkGoldman Sachs, JP Morgan und Morgan Stanley haben die Geldsumme, die sie für die Vergütung ihrer Mitarbeiter im ersten und im zweiten Quartal zur Seite gelegt haben, deutlich gesenkt. Um 17 Prozent – auf damit 19 Milliarden Dollar – gingen die Rücklagen zurück, wie aus Pflichtmitteilungen der Finanzdienstleister hervorgeht, die vom Finanzdienstleister Bloomberg ausgewertet wurden. Dahinter stehen die Bemühungen der Banken, mehr Gewinn zu machen.

Die 19 Milliarden Dollar sind ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum vergangenen Jahr. Damals hatten die Investmentbankenbereiche der drei Konzerne die Vergütungssumme für das erste Halbjahr noch um 4 Prozent auf 22,9 Milliarden Dollar angehoben.

Diese Bankchefs verdienen am meisten

Platz 10

Stuart Gulliver, HSBC

Der CEO von HSBC landet im Ranking auf Platz 10. In den Jahren zuvor verdiente er sogar noch mehr.

2015: 11,2 Millionen Dollar

2014: 12,6 Millionen Dollar

2013: 12,6 Millionen Dollar

Platz 9

Sergio Ermotti, UBS

Der CEO der schweizerischen UBS verdiente 2015 deutlich mehr als in den Jahren davor und landet auf Platz 9.

2015: 14,9 Millionen Dollar

2014: 12,2 Millionen Dollar

2013: 11,6 Millionen Dollar

Platz 8

Brian Moynihan, Bank of America

Der Chairman, Präsident und CEO der Bank of America konnte nach einem Rückgang 2014 im vergangenen Jahr sein Gehalt wieder steigern.

2015: 16,4 Millionen Dollar

2014: 13,5 Millionen Dollar

2013: 14,5 Millionen Dollar

Platz 7

Michael Corbat, Citigroup

Auch der CEO der Citigroup konnte 2015 sein Gehalt steigern.

2015: 16,5 Millionen Dollar

2014: 12,6 Millionen Dollar

2013: 14,4 Millionen Dollar

Platz 6

John Stumpf, Wells Fargo

Der Chairman, Präsident und CEO von Wells Fargo verdiente in den vergangenen drei Jahren exakt die gleiche Summe.

2015: 19,3 Millionen Dollar

2014: 19,3 Millionen Dollar

2013: 19,3 Millionen Dollar

Platz 5

Tidjane Thiam, Credit Suisse

Der CEO der Credit Suisse hat erst im Juli 2015 bei der schweizerischen Bank als Chef begonnen. In seinem Gehalt ist ein „Replacement Award“ eingeschlossen.

2015: 21,1 Millionen Dollar

Patz 4

James Gorman, Morgan Stanley

Der Chairman und CEO von Morgan Stanley konnte sein Gehalt von 2014 im vergangenen Jahr nicht steigern.

2015: 21,2 Millionen Dollar

2014: 23,1 Millionen Dollar

2013: 18,2 Millionen Dollar

Platz 3

Bill Winters, Standard Chartered

Der CEO von Standard Chartered aus London hat erst 2015 seinen Posten angetreten. In seinem Gehalt ist ein „Replacement Award“ enthalten.

2015: 22,4 Millionen Dollar

Platz 2

Lloyd Blankfein, Goldman Sachs

Der Chairman und CEO von Goldman Sachs verdiente im vergangenen Jahr knapp eine Million Dollar weniger als 2014.

2015: 23,4 Millionen Dollar

2014: 24,3 Millionen Dollar

2013: 23,3 Millionen Dollar

Platz 1

Jamie Dimon, JP Morgan Chase

Der Chairman, Präsident und CEO von JP Morgan Chase verdiente im vergangenen Jahr mit Abstand am meisten.

2015: 27,6 Millionen Dollar

2014: 20,2 Millionen Dollar

2013: 20,3 Millionen Dollar

Quelle: Financial Times

Goldman Sachs ging bei den Reduzierungen am stärksten vor. Die Bank senkte die Summe, die für die Vergütung der Mitarbeiter bis zum 30. Juni zur Seite gelegt wurde, um 28 Prozent auf 5,99 Milliarden Dollar. Morgan Stanley verkleinerte den Pool um 14 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar, während JP Morgan ihn um 6 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar beschnitt. Citigroup und Bank of America veröffentlichen keine Daten dazu, wie viel Geld sie für die Vergütungen innerhalb ihrer Investmentbankenbereiche zurücklegen.

Die großen Banken hatten sich zuletzt darauf konzentriert, die Kosten zu senken – während Turbulenzen an den Märkten einige Investoren zum Rückzug bewegte und Übernahmen weniger attraktiv machten. Zudem drücken dauerhaft niedrige Zinsen und eine strengere Regulierung auf die Erträge. Zwar hatten JP Morgan und Goldman Sachs einen Anstieg ihrer Handelserträge im ersten Halbjahr verzeichnet. Doch andere Bereiche des Investmentbanking – etwa Konsortialgeschäft und Beratung bei Fusionen und Akquisitionen – hinkten sie hinterher.

Diese Bankchefs verdienen am meisten, Teil 2

Platz 11: António Horta-Osório, Lloyds Banking Group

2015: 11 Millionen Dollar

2014: 12,9 Millionen Dollar

2013: 12,5 Millionen Dollar

Platz 12: David McKay, Royal Bank of Canada

2015: 8,8 Millionen Dollar

2014: 7,2 Millionen Dollar

2013: 12,5 Millionen Dollar

Platz 13: William Downe, Bank of Montreal

2015: 8,2 Millionen Dollar

2014: 9,1 Millionen Dollar

2013: 9,3 Millionen Dollar

Platz 14: José Álvarez, Banco Santander

2015: 7,7 Millionen Dollar

Platz 15: Jes Staley, Barclays

2015: 6,9 Millionen Dollar

Der CEO von Barclays wurde erst im Dezember 2015 angestellt. In einem Gehalt ist ein „Replacement Award“ enthalten.

Platz 16: Mike Smith, ANZ

2015: 6,4 Millionen Dollar

2014: 9,9 Millionen Dollar

2013: 10,4 Millionen Dollar

Platz 17: Ross McEwan, Royal Bank of Scotland

2015: 6,1 Millionen Dollar

2014: 7,4 Millionen Dollar

2013: 5,1 Millionen Dollar

Platz 18: Jürgen Fitschen, Deutsche Bank

2015: 5 Millionen Dollar

2014: 9,9 Millionen Dollar

2013: 10,6 Millionen Dollar

Platz 19: John Cryan, Deutsche Bank

2015: 4,7 Millionen Dollar

Der Chef der Deutschen Bank begann im Juli 2015, damals noch mit Co-Chef Jürgen Fitschen an seiner Seite. Mittlerweile leitet er die Bank alleine.

Platz 20: Carlos Torres, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria

2015: 4,2 Millionen Dollar

Der CEO der BBVA begann im Mai 2015.

Morgan Stanley verringerte in den ersten sechs Monaten die Anzahl der Mitarbeiter um 2 Prozent und kam damit zum 30. Juni auf insgesamt 54.529 Personen. Keiner der Wettbewerber strich so viele Jobs. Die Bank hatte die Bereiche Rohstoffe und Bonds-Handel verkleinert. Unter den fünf größten Wall-Street-Banken war Morgan Stanley die einzige, die im jüngsten Quartal im gesamten Wertpapierhandelsgeschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum keinen Anstieg verzeichnete. Zwar können größere Stellenstreichungen für die verbleibenden Mitarbeiter zu einer höheren Vergütung führen. Doch die starke Verkleinerung des Pools für die ersten sechs Monate des Jahres bedeutet, dass auch der Umfang der Vergütung pro Mitarbeiter zurückgegangen ist, die Auswertung von Bloomberg.

Bei Goldman Sachs schrumpfte die durchschnittliche Vergütung pro Person im ersten Halbjahr um 29 Prozent auf 168.650 Dollar. Bei Morgan Stanley ging es um 12 Prozent abwärts auf 140.865 Dollar. Etwas geringer fiel der Einschnitt im Investmentbankenbereich von JPMorgan aus. Hier sank die Vergütung um 3,7 Prozent auf 109.069 Dollar. Bei allen drei Banken zusammengenommen sank die Vergütung im Durchschnitt um 16 Prozent auf 137.750 Dollar. Für die Berechnungen wurde die Größe der Pools durch die Anzahl der Mitarbeiter geteilt. Die Vergütung einzelner Mitarbeiter kann allerdings stark von den Durchschnittswerten abweichen.

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