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20.11.2012

12:41 Uhr

Goldman Sachs, JP Morgan und Co.

Rohstoffhandel bleibt fest im Griff der Spekulanten

VonSebastian Ertinger

Großbanken wir Goldman Sachs oder JP Morgan sind massiv in den Handel mit Grundgütern eingestiegen. Trotz der hohen Profite denken offenbar manche nun an einen Rückzug. Doch die Rohstoff-Spekulation wird weitergehen.

Aluminium-Lager in China: Spekulanten horten den Rohstoff. Reuters

Aluminium-Lager in China: Spekulanten horten den Rohstoff.

DüsseldorfDie Preise für Energieträger wie Öl steigen. Wegen der Heizperiode nimmt die Nachfrage zu, die Kosten klettern. Soweit scheint es die normale, jährliche Schwankung zu sein. Doch die Kurssprünge bei Rohstoffen wie Öl, Gas, Kupfer oder Weizen sind in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Viele Experten schieben die Schuld für die starken Preisschwankungen Finanzspekulanten wie etwa Hedgefonds zu. Zocken ist Geschäftsprinzip.

Auch große Investmentbanken wie Goldman Sachs oder JP Morgan und Institute wie die Deutsche Bank drängten massiv in das Geschäft mit den Grundgütern. Insbesondere seit der Lehman-Pleite lockt der mit Solidität lockende Markt für Öl, Kupfer und Co. Investoren an.

Das Kalkül ist einfach: Die Ressourcen sind begrenzt. Demgegenüber steigt die Nachfrage nach Grundgütern, besonders aus aufstrebenden Staaten wie China oder Brasilien. Damit klettern auch die Preise. Die Spekulation ging bislang auf. An den Warenterminbörsen kletterte etwa der Preis für eine Tonne Kupfer von rund 3000 Dollar Anfang 2005 auf aktuell rund 7600 Dollar – mit Ausschlägen bis weit über 10.000 Dollar.

„Die Banken haben damals den Einstieg in den physischen Handel mit Rohstoffen forciert, da das Geschäft sehr profitabel und die Finanzierung günstig war“, sagt Rohstoffexperte Henning Beck vom Investmenthaus Lupus Alpha. Dank Staatsgarantien und niedriger Leitzinsen kamen die Institute äußerst günstig an Geld. Das zu Mini-Zinsen geliehene Geld steckten die Geldhäuser ins Rohstoffgeschäft, fuhren damit stattliche Erträge ein und glichen die Verluste, etwa aus faulen Hypothekenkrediten, aus.

Die großen Akteure im Rohstoffhandel

Platz 5

Das Unternehmen Mercuria Energy Group rangiert auf dem fünften Platz der Rohstoffhändler. 2011 erzielte der Konzern mit Sitz in Genf einen Umsatz von 75 Milliarden Dollar.

Platz 4

Der Konzern Gunvor handelt mit Erdöl und Ölprodukten. Das Unternehmen erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von 80 Milliarden Dollar.

Platz 3

Der niederländische Konzern Trafigura rangiert auf Platz drei unter den umsatzstärksten Rohstoffhändlern. Das Unternehmen mit Sitz in Amsterdam hat sich auf den Handel von Ölprodukten sowie Industriemetalle spezialisiert. Die Niederländer setzten 2011 122 Milliarden Dollar um.

Platz 2

Das zweitgrößte Unternehmen im Rohstoffgeschäft ist Glencore. Der einst verruchte Konzern mit Hauptsitz im Schweizer Konzern Zug erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von 186 Milliarden Dollar. Das Unternehmen deckt nahezu den gesamten Grundgüterhandel von Industrie- und Edelmetallen über Agrargüter bis hin zu Öl, Gas und Strom ab.

Platz 1

Der größte Rohstoffhändler der Welt mit einem Umsatz von 297 Milliarden Dollar ist Vitol. Der Konzern mit Hauptsitzen in Rotterdam und Genf ist auf den Ölhandel spezialisiert. Zudem ist das Unternehmen im Erdgas-, Emissions-, Energie- und Biotreibstoffhandel aktiv.

Quelle: Bloomberg, Unternehmensangaben

Doch nun denken die Banken trotz der satten Profite offenbar an einen Rückzug. Dem „Wall Street Journal“ zufolge feilen Investmenthäuser wie Goldman Sachs oder JP Morgan an Plänen, wie sie ihr Rohstoffgeschäft wieder losschlagen können. Grund für die Absichten sind offenbar die neuen Eigenhandelsregeln und Kapitalvorschriften für Banken.

„Mit der anstehenden, neuen Regulierung wie der Volcker-Rule wird das Geschäft problematischer“, sagt Beck. Die Banken müssen mehr Geld als Sicherheit für ihren Handel hinterlegen. Zudem können sich die Geldhäuser nicht mehr so günstig Geld leihen. Die Gewinnmargen gehen damit zurück. Politiker und Regulierer stellen zunehmend die Frage, wieso Investmentbanken mit staatsgarantiertem, billigem Geld im Rohstoffhandel hohe Profite einstreichen.

Kommentare (6)

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20.11.2012, 14:25 Uhr

Für mich sind Rohstoffe eine ganz gewöhnliche Asset-Klasse und die wird behandelt wie jede andere auch: Kaufen wenn sie billig, und verkaufen wenn sie teuer ist.

Moral, Ethik und Skrupel ist nur etwas für linke Populisten, Gerechtigkeitsspinner und Schwächlinge. Punkt aus !

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20.11.2012, 14:46 Uhr

Das andere verhungern bzw. Kosten für Lebensmittel langsam kaum noch aufbringen spielt ja auch keine Rolle, Hauptsache Sie verdienen dran. Sie sollten sich schämen

Account gelöscht!

20.11.2012, 15:52 Uhr

Hallo, Flash,
schreiben Sie mal Ihre Adresse und Telefon-Nummer hier rein. Da steppt dann der Bär bei Ihnen ;-)

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