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28.06.2016

17:25 Uhr

Goldman Sachs zu Brexit

Banken stehen vor Schrumpfkurs

Bis 2018 könnten Europas Geldhäuser 35 Milliarden Dollar weniger verdienen als ohne das Brexit-Votum, rechnen Analysten von Goldman Sachs vor. Besonders gefährdet sind Gewinne britischer und deutscher Banken.

Europas Geldhäuser müssen sich auf schrumpfende Gewinne einstellen. AFP; Files; Francois Guillot

London City

Europas Geldhäuser müssen sich auf schrumpfende Gewinne einstellen.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat sich zu den Folgen des britischen Referendums geäußert. Bis 2018 könnten die Gewinne der europäischen Geldhäuser rund elf Prozent weniger betragen als in einem Szenario ohne Brexit, rechneten Goldman-Analysten in einem Brief an ihre Kunden vor. Potentielle Gewinne von 35 Milliarden US-Dollar (32 Milliarden Euro) würden durch die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, verloren gehen.

Die Investmentbanker glauben, dass infolge vom Brexit die Umsätze und Margen der Banken schrumpfen werden und dass die Geldhäuser außerdem mit höheren Kreditrisiken zurechtkommen müssen. „Außerdem erwarten wir, dass die Aktivität an den Finanzmärkten insgesamt zurückgehen wird und rechnen mit einer niedrigeren Bewertung von Kapital”, schreibt die Goldman-Analystengruppe, angeführt von Jernej Omahen in ihrem Statement.

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Den britischen Banken werde der Brexit am meisten weh tun, so die Goldman-Experten. Sie rechnen mit rund zehn Milliarden weniger Gewinn für die Geldhäuser der Insel. Zwei Banken wurden von Goldman heruntergestuft: Barclays und Shawbrook Group. Bei Barclays würden betriebsbedingte Risiken sich auf der Bilanz niederschlagen, weil der „EU-Pass”-Mechanismus nach dem Brexit nicht mehr für sie gilt. Damit sind die einheitlichen regulatorischen Vorschriften für Banken und Finanzdienstleister gemeint, die innerhalb der EU gelten und die Abwicklung von Finanzgeschäften erleichtern. Die Aktien von Shawbrook fielen am Dienstag um mehr als acht Prozent und damit am stärksten unter den britischen Kredithäusern. Schnelles Wachstum und hohe operative Margen würden britische Konkurrenzbanken besonders verwundbar machen.

Doch auch Banken der nördlichen EU-Mitglieder sowie die von Benelux-Staaten würden empfindlich getroffen. Deutsche Banken seien da besonders gefährdet, so die Goldman-Analysten. Bereits in den vergangenen Tagen bekamen Banken-Aktien die Brexit-Folgen deutlich zu spüren. Anleger trennten sich massenweise von den Aktien der europäischen Finanzinstitute – darunter auch die Papiere der Deutschen Bank – und flüchteten in als sicher geltende Konsumwerte, Gold und deutsche Staatsanleihen.

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Die Aktien der Deutschen Bank fielen am 27. Juni auf 12,07 Euro – ein Allzeittief. Am Dienstag haben sich die Papiere allerdings wieder etwas erholt und gewannen rund drei Prozent. Insgesamt zeichnet sich am Dienstag in der Bankenbranche eine zaghafte Erholung an. Der Europäische Bankenindex gewann rund drei Prozent, nachdem er am Vortag gut 20 Prozent verloren hatte.

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