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17.11.2011

16:48 Uhr

Griechenland

Banken drängen auf schnellen Schuldenschnitt

Ein Gläubigerausschuss soll die Verhandlungen zwischen den Banken, der EU und der griechischen Regierung beschleunigen. So soll der Schuldenschnitt so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Die Banken drängen auf einen schnellen Schuldenschnitt für Griechenland. dapd

Die Banken drängen auf einen schnellen Schuldenschnitt für Griechenland.

FrankfurtDie privaten Gläubiger drücken beim geplanten Schuldenschnitt für Griechenland aufs Tempo. Um die Verhandlungen mit der neuen Regierung in Athen und der EU zu beschleunigen, haben sich 45 führende Gläubiger - darunter Banken, Versicherer, aber auch Hedgefonds, zu einem Gläubigerausschuss zusammengeschlossen, sagte der Geschäftsführer des Weltbankenverbandes IIF, Charles Dallara, am Donnerstag in Frankfurt. „Was wir jetzt brauchen, ist ein Geist der Zusammenarbeit“, betonte er. Die Investoren stünden zu ihrer Zusage vom Oktober, dem kriselnden Griechenland die Hälfte seiner Schulden zu erlassen. Jetzt gehe es darum, die Einzelheiten auszuarbeiten. 

Griechenland dürfe aber nicht zum Präzedenzfall werden - etwa für Italien, warnte Dallara. „Ich mache mir keine Sorgen, dass wir die Griechenland verabreichte Medizin irgendwo anders in Europa brauchen.“ 

Die Finanzbranche hatte im Oktober nach langem Ringen mit der EU eingewilligt, auf nominal 50 Prozent ihrer Forderungen gegenüber Griechenland zu verzichten. Dies soll über einen Anleihetausch passieren, mit dem die Schuldenlast des Euro-Landes bis 2020 um 100 Milliarden Euro reduziert werden könnte. Auf wie viel die privaten Gläubiger tatsächlich verzichten müssen, hängt auch von den Laufzeiten der neuen Anleihen und der Höhe der Zinsen ab. Die Verluste müssten für die Investoren aber auf den Netto-Barwert - also den abgezinsten Nennwert - begrenzt bleiben, forderte der IIF. 

Dallara geht nach eigenem Bekunden davon aus, dass mindestens 90 Prozent der privaten Gläubiger dem Deal letztlich zustimmen. Allein in dem Gläubigerausschuss seien 70 bis 80 Prozent der Gläubiger vertreten. Auch der alte und neue griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hofft auf eine breite Akzeptanz: „Unser Ziel ist es, den Anleihetausch so zu gestalten, dass ihm möglichst viele private Gläubiger zustimmen“, sagte er in Athen.

Zu den konkreten Tauschmodellen wollte sich Dallara nicht äußern. Dies werde zuerst mit der Regierung in Athen besprochen. Dallara hatte sich am Mittwoch in Athen erstmals mit Papademos und Venizelos getroffen. „Wir werden bald einen gemeinsamen Nenner finden“, zeigte er sich zuversichtlich. 

Die Zeit drängt: Deshalb sollen die Investoren diesmal nicht - wie bei der inzwischen obsoleten Einigung vom Juli - unter vier Verianten wählen können, sondern maximal unter zwei. „Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, es muss jetzt zügig gehen.“, sagte Dallara. 

Der Geschäftsführer des von Deutsche-Bank -Chef Josef Ackermann geführten IIF sagte, Griechenland sei mit der neuen Regierung unter dem früheren EZB-Vize Lukas Papademos auf dem richtigen Weg. Der Gläubigerausschuss werde in den nächsten Wochen intensiv mit der Koalition verhandeln. Aus griechischen Regierungskreisen war verlautet, man hoffe auf ein konkretes Angebot der Gläubiger bis Ende November. Nach den Worten von Dallaras Stellvertreter Hung Tran kann der Anleihetausch - „wenn alles glatt läuft“ - Anfang 2012 umgesetzt werden. Vorher müsse aber sichergestellt werden, dass die griechischen Banken große Kapitalspritzen bekämen, um den Schuldenerlass zu verkraften. Das soll bis zum Jahresende festgezurrt sein.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

17.11.2011, 17:25 Uhr

Erst waren es 21%, dann 50% und bald... (?)
Könnte es sein dass die Banker sich vor einem noch grösserem Schnitt in Sicherheit bringen wollen?
Ein Schelm wer Schlechtes dabei denkt.

Mazi

17.11.2011, 21:12 Uhr

Gott sei es gedankt. Die Krise ist vorüber. Der Ackermann hat es gesagt! Sehen Sie auch schon das Viktoryzeichen?

Jetzt haben die Griechen noch nicht mit der Arbeit angefangen, resümiert Ackermann schon. Solche Meinungsäußerungen im jetzigen Stadium können nicht als seriös eingestuft werden. Und ein solcher ist Kanzlerinnen-Flüsterer.

Es ist erstaunlich, dass ein solcher Manager solange die DEUTSCHE BANK repräsentieren durfte.

Spartakus

17.11.2011, 23:56 Uhr

Ein Volk wird versklavt!
Die Exportgier der Industrieländer und deren Großkonzerne durch Bestechung von korrupten Regierungen und Regierungsmitglieder Griechenlands hat zu dieser Überschuldung geführt.
Jetzt wird ein ganzes Volk versklavt, während die Verantwortliche von Siemens, Mercedes, Krauss-Maffei (Kraus-Mafioso) und die korrupte griechische Regierungsmitglieder unbestraft ein leben in Luxus und Überfluss genießen.
Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf dieses Volk und erkennt, daß ihr dieses Land und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!
Es gibt nur eine Möglichkeit für uns alle: gemeinsam so lange zusammenzustehen, bis dieser Kampf gewonnen, bis dieser Kampf endlich durch den Sieg über die Feinde, durch den Sieg über die Macht der Finsternis besiegelt ist.

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