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26.09.2011

18:15 Uhr

Griechenland-Hilfen

DZ-Bank offen für stärkere Beteiligung privater Gläubiger

Die genossenschaftliche DZ-Bank kann sich eine stärkere Beteiligung privater Gläubiger an Milliardenhilfen für Griechenland vorstellen. Auch ein höherer Bewertungsabschlag auf Staatsanleihen sei denkbar.

Die DZ-Bank gehört zu den größeren deutschen Gläubigern der Euro-Krisenstaaten. dpa

Die DZ-Bank gehört zu den größeren deutschen Gläubigern der Euro-Krisenstaaten.

WashingtonDZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch hat sich als erster Spitzenbanker offen für eine weitergehende Beteiligung privater Gläubiger an neuen Milliardenhilfen für Griechenland gezeigt. „Sollte die Schuldenentlastung nicht ausreichen, kann man über einen zweiten Schritt nachdenken“, sagte der Vorstandsvorsitzende des genossenschaftlichen Spitzeninstituts in einem am Montag veröffentlichen Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Sein Vorschlag: Man könnte dann weitere griechische Staatsanleihen mit einer Laufzeit über 2020 hinaus in den Bond-Tausch einbeziehen - und dabei einen höheren Bewertungsabschlag vornehmen als bislang.

„Wir können uns eine Beteiligung daran im Gesamtinteresse vorstellen“, betonte Kirsch in Washington. „Denn die Alternative Zahlungsausfall ist mit noch höheren Wertberichtigungen verbunden.“ Die DZ Bank gehört zu den größeren deutschen Gläubigern der kriselnden Euro-Randstaaten. Ende 2010 hielt das Institut griechische Staatsanleihen im Wert von 731 Millionen Euro. In Portugal und besonders Italien und Spanien ist das Engagement noch deutlich höher.

In der deutschen Politik mehren sich die Stimmen, die eine stärkere Beteiligung des privaten Sektors an dem neuen mehr als 100 Milliarden Euro schweren Hilfspaket für Griechenland fordern. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat dies in Washington nicht ausgeschlossen. Die bisherige Vereinbarung sieht vor, dass Banken und andere Investoren freiwillig griechische Staatsanleihen mit einer Laufzeit bis 2020 zurückkaufen oder umtauschen. Dadurch sinkt die Schuldenlast des Mittelmeerstaates nach Angaben des Weltbankenverbands IIF unmittelbar um 27 Milliarden Euro. Für die Geldhäuser geht das in ihren Büchern mit Wertberichtigungen von 21 Prozent einher.

Krise könnte auf Realwirtschaft überschwappen
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der auch IIF-Präsident ist, läuft jedoch Sturm gegen Überlegungen, das Paket wieder aufzuschnüren. Auch DZ-Bank-Chef Kirsch ist dagegen. „Das würde die Verlässlichkeit der Politik in Frage stellen“, warnte er. Seine Überlegungen zu einer weiterreichenden Beteiligung beziehen sich nicht auf die alte Vereinbarung, sondern auf ein mögliches neues Umtauschangebot, mit dem die griechische Schuldenlast weiter reduziert werden könnte.

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