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11.07.2011

09:23 Uhr

Griechenland-Krise

EZB ruft Finanzinstitute zu Hilfe

VonDonata Riedel, Robert Landgraf, Ruth Berschens, Susanne Schier

ExklusivAus Angst vor möglichen Staatspleiten im Euro-Raum sucht die Europäische Zentralbank (EZB) heimlich nach professioneller Hilfe. Mehr als fünf Finanzinstitute sind dabei im Rennen.

Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Quelle: dpa

Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

FrankfurtWie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, will sich Notenbank-Chef Jean-Claude Trichet von einem renommierten Finanzinstitut Handlungsmöglichkeiten aufzeigen lassen, wie die Zentralbank bei einer Staatspleite im Währungsraum reagieren soll, um Ansteckungsgefahren zu verhindern. Mehr als fünf Finanzinstitute hat die Zentralbank in den vergangenen Tagen angeschrieben und gebeten, sich zu bewerben.

Eigentlich sollte die Suche der EZB nach einem beratenden Institut geheim bleiben. Die EZB habe gezielt eine gute Handvoll Banken und Consultants gefragt, berichten Finanzkreise. Der Auftrag ist bislang noch nicht vergeben. Die EZB wollte auf Anfrage keinen Kommentar abgeben. Im Finanzministerium wollte sich mit Verweis auf die Unabhängigkeit der Notenbank niemand äußern. Die EZB will sich vor allem mit Blick auf die Refinanzierung und die Liquidität der Banken beraten lassen. Außerdem sollen die Bilanzen der Institute analysiert werden.

Die Währungshüter erhoffen sich vor allem Unterstützung für den Fall einer "unkontrollierten" Staatspleite. Denkbar ist eine solche Situation vor allem deshalb, weil kaum jemand sagen kann, wie sich beispielsweise die Banken in den Krisenländern Griechenland und Portugal im Fall einer Staatspleite verhalten. Wie aus dem Umfeld des internationalen Bankenverbands IIF zu hören ist, mehren sich aktuell die Anzeichen, dass sich die Lage wieder verschärfen könnte.

Nach dem Beschluss der Euro-Regierungschefs Ende Juni, für Griechenland ein zweites Hilfspaket zu schnüren, ist kurzfristig die Gefahr einer Staatspleite in dem Land zwar kleiner geworden. Doch über die Details des Rettungsprogramms gibt es weiter Streit. Und weil auch das Treffen der Euro-Finanzminister heute keine Lösung bringen wird, bleiben Trichet und seine Zentralbank-Kollegen nervös.

Um die griechischen Banken zu stabilisieren, soll das zweite Hilfspaket für Griechenland auch Mittel für die griechischen Banken enthalten, erfuhr das Handelsblatt aus dem Bundesfinanzministerium. Bereits das laufende Hilfspaket enthalte zehn Milliarden Euro für die Bankenrettung. Dieses Geld sei aber bisher nicht abgerufen worden, hieß es weiter. Die Verhandlungen der Euro-Gruppe am heutigen Montag wurden im Ministerium als Zwischenschritt auf dem Weg zum neuen Hilfspaket bezeichnet. Ursache seien die sehr schwierigen Verhandlungen über die Beteiligung des Privatsektors.

Kommentare (40)

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Markus

11.07.2011, 09:34 Uhr

Was gibt es da zu beraten ????
Die EZB druckt Geld aus der Luft heraus - Fiat Money
Das FED Kartell, die BoE, BoJ und andere tun das auch.
Dieser Betrug wird doch schon lange gemacht - und die Menschen schlafen weiter......

Account gelöscht!

11.07.2011, 09:43 Uhr

Das ist ja wiedermal lustig. Die EZB will sich von den Finanzinstituten Lösungsmöglichkeiten aufzeigen lassen. Werden da die Bilanzen der Finanzinstitute gecheckt, oder die Bilanz der EZB? Was hier gemacht wird ist der absolute Wahnsinn und die Politidarsteller können nur froh sein, das die Verdummung des Volkes schon so weit fortgeschritten ist.

Thomas

11.07.2011, 09:51 Uhr

Die Finanzinstitute sollen helfen? Da wird der Bock zum Gärtner gemacht. Sind es nicht die Banken die hier immer mehr abzocken und einen großen Teil der Lage verantworten müssten?

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