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13.02.2015

15:20 Uhr

Griechenland-Krise

Kunden ziehen massiv Geld aus griechischen Banken ab

Der Schuldenstreit zwischen Griechenland und der EU sorgt bei Bankkunden offenbar weiter für Panik. Laut einem Bericht ziehen sie täglich teils mehr als eine Millarde Euro von griechischen Instituten ab.

Kunden griechischer Banken ziehen offenbar weiter massiv Gelder von den Instituten ab. ap

Geldautomaten in der Innenstadt von Athen

Kunden griechischer Banken ziehen offenbar weiter massiv Gelder von den Instituten ab.

AthenDie Europäische Zentralbank (EZB) erlaubt griechischen Geldhäusern laut Bankenkreisen wegen des hohen Abflusses von Kundeneinlagen den Zugang zu Nothilfen. Die Abflüsse hätten sich auf zuletzt auf 300 bis 500 Millionen Euro täglich summiert, sagten Mitarbeiter zweier Banken am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. An einigen Tagen könnten es sogar mehr als eine Milliarde Euro gewesen sein.

Grund sei der ungewisse Ausgang des Schuldenstreits zwischen der neuen Regierung und den Euro-Partnern. Auch ein Euro-Austritt ist nicht vom Tisch. Entscheidend dürfte das Treffen der Euro-Finanzminister am Montag sein.

Die nächsten Stationen im griechischen Schuldendrama

27. Februar

Genau drei Jahre, nachdem der Bundestag dafür gestimmt hatte, ein zweites Hilfsprogramm für Griechenland aufzulegen, haben die Abgeordneten dieses um vier Monate verlängert. Damit soll Athen mehr Zeit bekommen, die Auflagen umzusetzen, damit noch nicht ausgezahltes Geld aus den Hilfstöpfen fließen kann. Das geschieht aber nicht sofort.

28. Februar

Um Mitternacht wäre das geltende Hilfsprogramm ausgelaufen.

Ende April

Bis dahin sollen Athen und die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die bislang nur grob vereinbarten Reformvorhaben weiter ausarbeiten und mit konkreten Zahlen unterlegen. Sind alle einverstanden, kann Geld ausgezahlt werden. Dafür ist auch die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bundestags nötig.

Wie viele Euro Griechenland noch zustehen, ist nicht ganz klar. Da ist zum einen die noch ausstehende Tranche aus dem Hilfsprogramm von 1,8 Milliarden Euro. Außerdem liegen rund 1,9 Milliarden Euro aus Gewinnen der EZB mit griechischen Staatsanleihen bereit. Einschließlich weiterer Mittel des IWF hofft Athen auf eine Summe von 7,2 Milliarden Euro.

30. Juni

An diesem Tag läuft das nun verlängerte zweite Hilfsprogramm aus. Viele Fachleute und Finanzpolitiker gehen davon aus, dass anschließend ein drittes Hilfspaket für Griechenland nötig sein wird. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat dies nie ausgeschlossen. Ob und in welcher Höhe ein solches Programm kommt, dürfte für neue harte Debatten sorgen.

20. Juli

Griechenland muss Schulden in Höhe von 3,5 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Analysten zufolge dürfte Athen bis zu diesem Termin finanziell über die Runden kommen. Danach wäre das Land aber vermutlich auf weitere Hilfe angewiesen, um den Staatsbankrott zu verhindern.

20. August

Weitere 3,2 Milliarden Euro an die EZB werden fällig.

Bereits im Dezember zogen Kunden Gelder in Höhe von vier Milliarden Euro aus griechischen Banken ab, wie aus offiziellen Daten hervorgeht. Im Wahlmonat Januar dürften es sogar rund zwölf Milliarden Euro gewesen sein. Die EZB hat der griechischen Notenbank mehr Spielraum für Notfall-Kredithilfen an die heimischen Banken gewährt.

Nach dem Regierungswechsel

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Wie Vertreter der griechischen Regierung und der Athener Notenbank am Donnerstag sagten, erhöhte die EZB den Hilfsrahmen für die Kreditinstitute daher um rund fünf Milliarden auf nunmehr 65 Milliarden Euro. Sie seien bis zum 18. Februar, dem nächsten Treffen des EZB-Rats, verlängert worden.

Von

rtr

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