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24.10.2011

19:08 Uhr

Griechenland-Krise

Raiffeisen-Chef Stepic fordert Schuldenschnitt

VonStefan Menzel

Griechenland wird um den harten Schuldenschnitt nicht mehr herumkommen. Auch ein freiwilliger Schuldenverzicht der Gläubiger ist aus der Sicht von Raiffeisen-Chef Herbert Stepic nicht mehr genug.

Herbert Stepic. Reuters

Herbert Stepic.

Wien„Ein Haircut von rund 50 Prozent könnte den Griechen den Spielraum geben, um Reformen umzusetzen, ohne sich zu Grunde sparen zu müssen“, sagte Herbert Stepic, Vorstandschef der Raiffeisen Bank International (RBI), in Wien im Gespräch mit dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe).

Ein Schuldenerlass wäre gelebte europäische Solidarität, die anderen Euro-Länder müssten jetzt helfen. „Mitgefangen, mitgehangen kann ich dazu nur sagen“, betonte der Raiffeisen-Chef aus Österreich. Zugleich müsste der Euro-Rettungsfonds EFSF so stark mit Finanzkraft ausgestattet sein, „dass man innerhalb der Euro-Zone für den anderen einsteht“. Würde der EFSF künftig für Staatsanleihen garantieren, wäre auch den Banken geholfen. Sie hätten dann wieder ausreichend Sicherheit beim Kauf von Staatspapieren. Trotzdem erwartet der Wiener Banker Änderungen für Staaten mit hohen Schulden. Stepic rechnet damit, dass diese Länder nicht mehr so leicht Geld von den Banken bekommen werden oder als Ausgleich höhere Zinsen zahlen müssen, was das Wirtschaftswachstum reduziere.

Ungarn ist für die stark in Osteuropa engagierte Raiffeisen Bank International der größte Problemfall. Die Situation in Ungarn sei durchaus mit der Lage in Griechenland vergleichbar. „Die Ungarn haben über Jahre über ihre Verhältnisse gelebt, deshalb ist dieses Land in einer schwierigen Lage“, hob Stepic hervor.

Kommentare (7)

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24.10.2011, 19:13 Uhr

Also ueber diesen Satz unten muss man mal nachdenken. Die Banken koennen ohne Risiko Zinsertraege erzielen und der Steuerzahler buergt dafuer. Der Mensch ist ein ehrlicher Bankenmensch, aber sehr naiv seine Absichten so offen zu sagen.

"Würde der EFSF künftig für Staatsanleihen garantieren, wäre auch den Banken geholfen. Sie hätten dann wieder ausreichend Sicherheit beim Kauf von Staatspapieren."

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24.10.2011, 19:34 Uhr

Austrias Banken "streuten" ihre Gelder nicht nur nach Ungarn. Südosteuropa ist voll von "Abschreibe-Problemfällen" ( bislang noch nicht bereinigt ). Könnt Österreich leicht überfordern. Seit langem bekannt, eine alte Geschicht. Wir zahlen für die Inkompetenz bzw für das zielgerichtete Handeln "bekannter Kreise".
Die Frage sei erlaubt: "Wer hebelt hier wen über den Tisch" ?
Die Aussagen obig erwähnten "Banksters" kann ich nicht mehr unter der Rubrik Humor-Chuzpe einordnen...

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24.10.2011, 20:13 Uhr

Oesterreich ist schon lange pleite. Korruption im Sinne von "Freunderlwirtschaft" hat dies bisher verschleiert.

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