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07.11.2012

13:32 Uhr

Größte Landesbank

Neuausrichtung macht LBBW zu schaffen

Den Wandel hin zur reinen Kundenbank will die LBBW schnell vollziehen. Das hinterlässt Spuren im Ergebnis, die Zinsüberschüsse brechen ein. Im Gesamtjahr will die Landesbank beim Ergebnis jedoch zulegen.

Die LBBW will im Gesamtjahr den Gewinn steigern – trotz der Neuausrichtung. dapd

Die LBBW will im Gesamtjahr den Gewinn steigern – trotz der Neuausrichtung.

StuttgartDer Umbau der LBBW hinterlässt weiter deutlich sichtbare Spuren in der Bilanz der größten deutschen Landesbank. Die Neuausrichtung weg von riskanten Geschäften an den Finanzmärkten und hin zur reinen Kundenbank drückt merklich auf die Ergebnisse, wie die LBBW am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. „Dadurch sind wir weniger anfällig für Schwankungen an den Kapitalmärkten“, sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter.

Demnach brach vor allem das Zinsergebnis im Neunmonatszeitraum um 10,2 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro ein. Im dritten Quartal waren es nur 345 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern sei in den ersten neun Monaten des Jahres um ein Viertel auf 307 Millionen Euro geschrumpft. Grund dafür waren vor allem 153 Millionen Euro an Rückstellungen für faule Kredite. Beim Gewinn blieben wegen einer drastisch gesunkenen Steuerquote unter dem Strich im Neunmonatszeitraum 281 Millionen Euro (plus 15 Prozent).

Die LBBW muss nach Vorgaben der EU schrumpfen. Nach neun Monaten erreichte die Landesbank eine Bilanzsumme von 368,8 Milliarden Euro. Das sind 1,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig schrumpften die Risikopositionen nach Firmenangaben um 7,7 Prozent auf 99,4 Milliarden Euro. Vor allem das Geschäft mit Unternehmenskunden fuhr das Institut deutlich zurück. Das Vorsteuerergebnis in dem Bereich sank von 1,12 Milliarden Euro auf 565 Millionen Euro.

Trotz der Abkühlung der Konjunktur soll der Nettogewinn auch zum Jahresende über dem Vorjahreswert von 87 Millionen Euro liegen. „Die LBBW sieht die Chance, dass sich die Lage an den Kapitalmärkten allmählich stabilisiert, und geht davon aus, dass die Realwirtschaft in Deutschland in diesem Jahr moderat wächst“, hieß es.

Damit könnten auch die Hybridkapitalgeber der LBBW hoffen, einen Teil der in den Vorjahren ausgefallenen Zinszahlungen auf ihre Stillen Einlagen und Genussrechte nachgezahlt zu bekommen, wie die Bank mitteilte.

Die Bank sieht sich mit ihrer Restrukturierung im Plan und erwartet, den Umbau bis Jahresende weitgehend abgeschlossen zu haben. Dazu trennte sie sich von weiteren Beteiligungen, unter anderem an der Wüstenrot & Württembergische AG. Bis Jahresende soll auch der geplante Abbau von 2300 Stellen abgeschlossen sein. Ende September arbeiteten mit 11.587 Mitarbeitern 644 Menschen weniger für die Landesbank als zum Jahresanfang 2012.

Die LBBW war in der Finanzkrise 2009 mit einer Kapitalspritze der Gesellschafter - Land, Stadt Stuttgart und Sparkassen - in Höhe von fünf Milliarden Euro gerettet worden. Die EU genehmigte die Hilfen unter der Bedingung, dass die Landesbank erheblich verkleinert wird.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

07.11.2012, 14:35 Uhr

"Vor allem das Geschäft mit Unternehmenskunden fuhr das Institut deutlich zurück"

Steht dies nicht in Gegensatz zu der ursprünglichen Aufgabe dieses Institutes?

"Die LBBW war in der Finanzkrise 2009 mit einer Kapitalspritze der Gesellschafter - Land, Stadt Stuttgart und Sparkassen - in Höhe von fünf Milliarden Euro gerettet worden."

Wozu, wenn das Institut nicht beabsichtigt vorrangig der inländischen Wirtschaft zu dienen?

Wie dann dieser Satz dazu passt ist mir nicht nachvollziehbar: "..Neuausrichtung weg von riskanten Geschäften an den Finanzmärkten und hin zur reinen Kundenbank drückt merklich auf die Ergebnisse..."

privat

08.11.2012, 12:02 Uhr

Auch diese Landesbank hat KEIN belastbares Geschäftsmodell. Erinnern wir uns, das Landesbanken die Sparkassen bei den Geschäften unterstützen sollten, für die diese zu klein waren. Nun wachsen aber die Sparkassen und können daher immer mehr Geschäfte selber machen. Somit wird der Bedarf an Landesbanken immer kleiner - und dies ist ein langfristiger Trend!

Daher müssen sich alle Landesbanken fragen: Wer braucht mich noch wofür?

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