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30.04.2015

11:29 Uhr

Großbank

Drohende Strafe belastet RBS

VonKatharina Slodczyk

Die britische Royal Bank of Scotland rutscht nach neuen Rückstellungen für alte Sünden wieder in die roten Zahlen. Doch noch nicht alle Behörden haben ihre Ermittlungen abgeschlossen.

Die RBS: Weil der Staat die britische Großbank in der Finanzkrise auffing, kontrolliert er noch 80 Prozent von ihr. Reuters

The logo of Royal Bank of Scotland is seen at office building in Zurich

Die RBS: Weil der Staat die britische Großbank in der Finanzkrise auffing, kontrolliert er noch 80 Prozent von ihr.

LondonDer Skandal um die Manipulation wichtiger Devisenkurse sowie das interne Umbauprogramm haben der Royal Bank of Scotland (RBS) Verluste beschert. Die britische Bank, die seit der Finanzkrise quasi komplett verstaatlicht ist, hat im ersten Quartal dieses Jahres ein Minus von 446 Millionen Pfund (umgerechnet knapp 620 Millionen Euro) gemacht – nach einem Gewinn von 1,2 Milliarden Pfund im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das teilte die RBS am Donnerstagmorgen mit.

Die Bank hat sich zwar bereits im November vergangenen Jahres mit einigen Finanzaufsehern, darunter der britischen FCA, auf einen Vergleich in der Affäre um Devisenkurstricksereien geeinigt und gut 200 Millionen Pfund Strafe gezahlt. Doch damit ist die Sache noch nicht abgehakt. Denn nicht alle Behörden haben ihre Ermittlungen abgeschlossen. So steht das Bußgeld des US-Justizministeriums aus.

McEwan hat Ziel verfehlt

Die RBS hat daher für ihre Fehltritte auf dem Währungsmarkt weitere 334 Millionen Pfund zurückgelegt. Insgesamt hat die Bank mehr als 800 Pfund für alte Sünden und Rechtsstreitigkeiten reserviert.

Das wirft RBS-Chef Ross McEwan zurück, der nach sieben Verlustjahren in Folge die Bank in die schwarzen Zahlen zurückbringen will. Er hat dem Geldhaus daher ein groß angelegtes Umbau- und Sparprogramm verordnet, das den Rückzug aus einer ganzen Reihe von Auslandsmärkten und das weitere Schrumpfen der Investmentbanksparte vorsieht. Die Restrukturierungskosten vor allem des Wertpapiergeschäfts lagen zuletzt bei mehr als 400 Millionen Pfund.

Regierung wartet auf Erholung des Aktienkurses

Die erneuten Verluste verzögern auch die Reprivatisierung der Bank. Die britische Regierung, die seit der Krise mit 80 Prozent an dem Geldhaus beteiligt ist, will ihren Anteil eigentlich Schritt für Schritt verkaufen. Um die Verluste möglichst gering zu halten, muss sich allerdings der Aktienkurs der RBS erholen. Er liegt derzeit bei knapp 350 Pence je Aktie. Ein Kurs von 407 Pence je Titel würde es der Regierung erst ermöglichen, eine schwarze Null beim Verkauf der Beteiligung zu erzielen.

Bereits am Vortag hat die britische Großbank Barclays ihre Rückstellungen für die drohenden Strafen im Skandal um Devisenmarkttricksereien erhöht. Marktbeobachter erwarten, dass die Banken sich im Mai mit dem US-Justizministerium und möglicherweise auch anderen Aufsichtsbehörden auf ein Bußgeld einigen.

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