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06.03.2014

19:57 Uhr

Großbanken

Zwangsurlaub wegen Devisenmanipulation

Mit der Bank of America und BNP beurlauben gleich zwei Großbanken ihre Devisenhändler – laut Insidern und Medienberichten. Mehrere Händler werden verdächtigt, Referenzkurse am Devisenmarkt manipuliert zu haben.

Die Bank of America hat ihren Chef des Devisen-Spothandels für Europa, den Nahen Osten und Afrika in Zwangsurlaub geschickt. Reuters

Die Bank of America hat ihren Chef des Devisen-Spothandels für Europa, den Nahen Osten und Afrika in Zwangsurlaub geschickt.

London/ ParisIm Skandal um Devisenmanipulationen stellen immer mehr Großbanken hochrangige Händler kalt. Am Donnerstag schickte die Bank of America ihren Chef des Devisen-Spothandels für Europa, den Nahen Osten und Afrika in Zwangsurlaub, wie eine mit den Vorgängen vertraute Person sagte. Einem Zeitungsbericht zufolge suspendierte auch die französische Großbank BNP Paribas einen hochrangigen Devisenhändler.

In der internationalen Affäre gehen Ermittler in Großbritannien und den USA Unregelmäßigkeiten am Devisenmarkt nach. Dort werden täglich 5,3 Billionen Dollar umgesetzt. Händler stehen in Verdacht, an Referenzkursen gedreht zu haben.

Der in London ansässige Chef-Händler der Investmentsparte Bank of America-Merrill Lynch, Joseph Landes, war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Das zweitgrößte US-Institut selbst wollte sich ebenso nicht äußern, wie auch Frankreichs größtes Geldhaus zu dem entsprechenden Bericht im „Wall Street Journal“ schwieg. Bob de Groot selbst, der bei BNP Chef des Devisen-Spothandels ist, antwortete auf per E-Mail gestellte Anfragen nach einer Stellungnahme nicht. Direkte Anrufe landeten in der Zentrale.

Größte Banken der Welt (nach Bilanzsumme)

Platz 11

Deutsche Bank
Deutschland
1955 Milliarden Euro

Stand: Ende Juni 2015. Quelle: Bloomberg.

Platz 10

Barclays
Großbritannien
1960 Milliarden Euro

Platz 9

Bank of America
USA
1998 Milliarden Euro

Platz 8

BNP Paribas
Frankreich
2078 Milliarden Euro

Platz 7

Mitsubishi UFJ
Japan
2224 Milliarden Euro

Platz 6

JP Morgan Chase
USA
2402 Milliarden Euro

Platz 5

Bank of China
China
2408 Milliarden Euro

Platz 4

HSBC
Großbritannien
2489 Milliarden Euro

Platz 3

Agricultural Bank of China
China
2531Milliarden Euro

Platz 2

China Construction Bank
China
2627 Milliarden Euro

Platz 1

Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)
China
3216 Milliarden Euro

Im Zuge des Skandals wurden bereits mehr als 20 Händler entlassen oder suspendiert, darunter auch mehrere bei der Deutschen Bank. Auch JPMorgan Chase, Barclays und UBS greifen im Rahmen eigener Ermittlungen durch. Erst am Mittwoch beurlaubte zudem die britische Notenbank einen Mitarbeiter.

Von

rtr

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