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05.03.2012

15:06 Uhr

Große Gläubiger

Deutsche Banken unterstützen Athens Schuldenschnitt

Deutsche Banken und Versicherer werden sich offenbar am griechischem Schuldenschnitt beteiligen. Die größten heimischen Institute nähmen am vereinbarten Bond-Tausch teil, hieß es aus informierten Kreisen.

Nicht teilnehmen am Anleihen-Tausch sollten Privatanleger. dpa

Nicht teilnehmen am Anleihen-Tausch sollten Privatanleger.

Frankfurt, MünchenDie deutschen Banken und Versicherer werden Griechenland wohl wie vereinbart einen Großteil seiner Schulden erlassen. Die größten heimischen Institute, die zuletzt Hellas-Bonds im Nominalwert von rund 15 Milliarden Euro hielten, nähmen am vereinbarten Bond-Tausch teil, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Mit im Boot sei auch die Münchner FMS Wertmanagement, in der die Milliardenrisiken der verstaatlichten Hypo Real Estate gebündelt sind, sagte einer der Insider.

Die FMS ist der größte deutsche Gläubiger Griechenlands. Das Institut hatte Mitte 2011 Hellas-Bonds im Volumen von 7,2 Milliarden Euro in den Büchern. Hinzu kamen 1,6 Milliarden Euro durch Kredite und Anleihen griechischer Emittenten. Neuere Zahlen sind noch nicht bekannt. Sollte sich die FMS beteiligen, worüber formell im Laufe der Woche entschieden werden dürfte, könnten auf die Abwicklungsanstalt Belastungen von sechs bis acht Milliarden Euro zukommen, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen. „Damit wäre neues Kapital in dieser Höhe nötig, das vom Bankenrettungsfonds SoFFin kommen müsste.“

Die meisten anderen deutschen Banken dürften den Schuldenschnitt vergleichsweise gut verkraften - sie haben bereits große Teile ihrer Griechenland-Anleihen verkauft und 2011 hohe Abschreibungen auf die verbliebenen Papiere vorgenommen. Die Gläubiger müssen bis Ende der Woche erklären, ob sie am Schuldenschnitt teilnehmen.

Insgesamt sollen die privaten Gläubiger „freiwillig“ auf 107 von rund 200 Milliarden Euro ihrer Forderungen an das hoch verschuldete Mittelmeerland verzichten, indem sie ihre griechischen Staatsanleihen in neue Papiere mit geringerem Nominalwert, längerer Laufzeit und niedriger Zinsen tauschen. Mit ausgehandelt hatte den Kompromiss Deutsche-Bank -Chef Josef Ackermann in seiner Funktion als Präsident des Weltbankenverbands IIF.

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