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15.01.2011

13:28 Uhr

Gutachten belastet HSH-Chef

Nonnenmacher muss um Abfindung fürchten

Der scheidende Chef der HSH-Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, muss einem Medienbericht zufolge um seine millionenschwere Abfindung fürchten. Dem Bericht zufolge belastet ein Gutachten dem Landesbank-Manager schwer. Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kubicki hält das Verhalten sogar für strafrechtlich relevant.

Dem scheidende HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher werden in einem Gutachten Pflichtverletzungen vorgeworfen. DAPD

Dem scheidende HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher werden in einem Gutachten Pflichtverletzungen vorgeworfen.

HB HAMBURG. Der scheidende Chef der HSH-Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, muss nach einem Bericht des "Spiegels" womöglich auf seine ausgehandelte 2,1-Millionen-Euro-Abfindung verzichten. Der Grund: Ein von den Landesregierungen in Hamburg und Kiel in Auftrag gegebenes Gutachten zu möglichen Pflichtverletzungen durch Vorstandsmitglieder der HSH Nordbank AG belaste den Manager schwer, berichtet das Nachrichtenmagazin. Nonnenmacher sei demnach im Zusammenhang mit den dubiosen Omega-Deals im Jahr 2007 seiner Überwachungsverantwortung nicht genügend nachgekommen.

Als damaliger Finanzvorstand hätte Nonnenmacher die fehlerhafte Bilanzierung der Geschäfte, die in der Bilanz 2008 zu Verlusten in Höhe von rund 500 Millionen Euro führten, ebenso erkennen müssen wie den Umstand, dass mit den Investments zum Stichtag 31. Dezember 2007 "Bilanzkosmetik" betrieben wurde, schreibt das Magazin unter Berufung auf die Experten der Anwaltssozietät CBH.

Der Sprecher des Kieler Wirtschaftsministeriums, Harald Haase, bestätigte der dpa, dass es ein solches Gutachten gebe. Zum Inhalt wollte er sich aber nicht konkret äußern. In welchem Ausmaß es Pflichtverletzungen gegeben habe und welche Konsequenzen das neue Gutachten für Nonnenmacher und seine Abfindung haben werde, werde nun zu prüfen sein, sagte Haase. Der Aufhebungsvertrag sieht eine Rückzahlung der Abfindung etwa bei groben Pflichtverletzungen vor.

Nonnenmacher bestreitet ein Fehlverhalten im Zusammenhang mit den Omega-Geschäften.

Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Wolfgang Kubicki, hält die Ergebnisse des Gutachtens, das auch der Hamburger Staatsanwaltschaft vorliegt, für strafrechtlich relevant: Man könnte ganze Passagen eins zu eins in eine Anklage wegen Untreue gegen Nonnenmacher einfügen, sagte er dem "Spiegel".

Kommentare (10)

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Ooohhhh eine Runde Mitleid!

15.01.2011, 14:38 Uhr

hoffentlich kann er sich dann noch ein Kassengestell leisten?tztztz

madeingermany

15.01.2011, 16:12 Uhr

Der Arme Nonnenmacher!Warum muss er auch unbedingt weitere 5 Mio abzocken.Hat es doch eh nie wieder nötig zu arbeiten. Hilmar K(l)opper wird auch weiter mit Millionen bezahlt, obwohl überall (Deutsche bank, Daimler, Schneider Pleite, HSH) durch ihn und mit ihm Millionen verbrannt wurden und Arbeitsplätze vernichtet wurden.
Was anderes können die offensichtlich auch gar
nicht.
Die müssen 5 Millionen zurückzahlen für ihre Schäden!

Siggi40

15.01.2011, 17:05 Uhr

Die Rückzahlung der zu Unrecht erhaltenen Millionenzahlung dürfte für Nonnenmacher noch das kleinste Problem werden. bis jetzt wurden die Staatsanwälte alle zurückgepfiffen, die strafrechtlich gegen Vorstände von Landesbanken vorgehen wollten. Nonnenmacher hatte, wie fast alle anderen Landesbankchefs auch, gegen sämtliche Satzungen einer Landesbank verstoßen. Durch die bank weg kann der Untreueparagraph angewendet werden. Das war vor zwei Jahren schon der Fall, nicht erst seit gestern.

interessant wird es erst, wenn Nonnemacher und Kollegen in den anderen Landesbanken Milliarden zurückzahlen sollen.
bis jetzt ist die strafrechtliche Aufarbeitung des größten betrugs in der Finanzgeschichte nicht mal ansatzweise erfolgt. Wahrscheinlich liegt es daran, dass nicht genügend Gefängnisse vorhanden sind, oder dann die Schwerverbrecher entlassen werden müssen, die wegen einem nicht bezahltem 5.- Euro Strafzettel inhaftiert wurden.

Unsere weisungsgebundene und abhängige Juristen sollten sich beeilen, bevor ihnen das Volk die Arbeit abnimmt, auch ungefragt!!

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