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11.04.2016

16:25 Uhr

Händler wirbt mit Minuszinsen

Neues Phänomen oder Marketing-Gag?

VonLaura de la Motte

Endlich scheinen die negativen Zinsen der Europäischen Zentralbank auch beim Konsumenten anzukommen. Der Möbelhändler „Who's perfect“ wirbt mit einer Minus-Ein-Prozent-Finanzierung. Was wirklich dahinter steckt.

Was verbirgt sich hinter dem Finanzierungsangebot?

Werbung des Möbelhändlers Who's perfect

Was verbirgt sich hinter dem Finanzierungsangebot?

FrankfurtManche Düsseldorfer trauten wohl am Wochenende ihren Augen nicht. Mit einem Aufsteller in der Immermannstraße wirbt der Möbelhändler „Who's perfect“ mit einer Minus-Ein-Prozent-Finanzierung. Auch im Internet wird die Aktion angepriesen. Wer eine neue Einrichtung auf Pump kauft, muss dafür keine Zinsen zahlen, sondern bekommt sogar noch Geld geschenkt. Als Anlass nennt das Unternehmen das 20-jährige Firmenjubiläum. Der Zinssatz soll im gesamten April als Hingucker dienen.

Negative Kreditzinsen – ein Traum für alle Konsumenten. Wird er jetzt endlich wahr? Während die Banken aufgrund der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank derzeit die Sparzinsen auf ein Minimum schrumpfen und sogar über Strafzinsen nachdenken, sinken die Kreditzinsen kaum. Und das, obwohl die Banken selbst derzeit für bis zu minus 0,4 Prozent Geld bei der EZB aufnehmen können, wenn sie es dann als Darlehen ausreichen.

Das müssen Kunden zur Gewährleistung wissen

Wer gibt die Gewährleistung?

Die Gewährleistung bekommt der Kunde von dem Händler, bei dem er die Ware gekauft hat. Ist das gekaufte Produkt defekt, ist der Händler die erste Anlaufstelle für den Kunden. Denn der Händler ist dafür verantwortlich, dass er einwandfreie Ware verkauft.

Wie lange gilt die Gewährleistung?

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Gewährleistung von zwei Jahren. Nach sechs Monaten kann der Händler allerdings die sogenannte Beweislastumkehr geltend machen. Dann muss der Kunde beweisen, dass der Schaden bereits beim Kauf des Produkts bestand. In den ersten sechs Monaten liegt die Beweislast dagegen beim Händler.

Wo ist die Gewährleistung im Gesetz geregelt?

Den Begriff „Gewährleistung“ kennt das Gesetz nicht, im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 434 BGB) ist von Sachmängeln und einer Verjährung der Mängelansprüche die Rede.

Wann liegt ein Sachmangel vor?

Der Kunde hat einen Anspruch darauf, dass die gekaufte Ware frei von Mängeln ist. Laut Paragraph 434 BGB ist die Sache – also der gekaufte Gegenstand – „frei von Sachmängeln, wenn sie bei Gefahrübergang die vereinbarte Beschaffenheit hat.“ Wurde die Beschaffenheit nicht vereinbart, ist die Sache frei von Sachmängeln, wenn sie sich „für die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung eignet“ oder wenn „wenn sie sich für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann.“

Sachmangel wegen falscher Montage?

Ein Sachmangel kann gemäß Paragraph 434 BGB auch dann vorliegen, wenn die vereinbarte Montage unsachgemäß durchgeführt wurde oder der Verkäufe eine andere Sache oder eine zu geringe Menge liefert.

Welche Rechte hat der Käufer?

Laut Paragraph 437 BGB hat der Käufer bei einer mangelhaften Sache verschiedene Möglichkeiten: Er kann vom Verkäufer Nacherfüllung verlangen (§ 439), er kann vom Vertrag zurücktreten (§§ 440, 323 und 326 Abs. 5) oder den Kaufpreis mindern (§ 441). Unter Umständen kann er auch Schadenersatz (§§ 440, 280, 281, 283 und 311a) oder den Ersatz vergeblicher Aufwendungen (§ 284) fordern.

Wann kann der Kunde die Art der Nacherfüllung wählen?

Liegt ein Mangel vor, kann der Kunde selbst entscheiden, ob der Verkäufer diesen beseitigen oder eine mangelfreie Sache liefern soll. Allerdings kann der Verkäufer die gewählte Art der Nacherfüllung auch verweigern, wenn diese für ihn mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden ist (§ 439 BGB).

Wie oft darf der Verkäufer nachbessern?

Wenn der Verkäufer die Ware nachbessert, hat er dafür zwei Versuche. Ist die Ware dann immer noch defekt, bleiben nur noch die Ersatzlieferung, Preisminderung und der Rücktritt vom Kaufvertrag zur Wahl.

Wann kann der Kunde vom Vertrag zurücktreten?

Wenn der Verkäufer beide Arten der Nacherfüllung verweigert oder sie ihm unzumutbar wären, kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten (Paragraph § 440 BGB). Alternativ dazu kann der Kunde auch den Kaufpreise mindern (§ 441 BGB).

Wo muss das Gerät repariert werden?

Der sogenannte Erfüllungsort für die Gewährleistung ist dort, wo die Ware typischerweise benutzt wird, also in der Regel beim Käufer zuhause. Deshalb muss der Händler die defekte Ware sogar beim Kunden abholen. Paragraph 439 BGB besagt: „Der Verkäufer hat die erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen“.

Wann verjährt der Mängelanspruch?

Üblicherweise verjährt der Anspruch auf Nacherfüllung oder Schadenersatz nach zwei Jahren. Bei einem Bauwerk sind es fünf Jahre (§ 438 BGB).

Die Minuszinsen an die Kreditnehmer weiterzureichen widerspricht zumindest der Tradition. Der Bankenfachverband, ein Zusammenschluss deutscher Verbraucher-Finanzierer, schreibt auf seiner Homepage zu einem „Kodex Verantwortungsvolle Kreditvergabe“: „Das geliehene Geld muss der Kunde in der Regel in festgelegten Fristen und mit Zinsen an die Bank zurückzahlen.“ In der Vergangenheit hatten einzelne Fälle von Krediten mit negativem Zins Schlagzeilen gemacht, etwa bei einem dreijährigen Darlehen in Dänemark.

Niedrigzinsen: Bundesbank warnt vor höheren Kosten für Bankkunden

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Bundesbank warnt vor höheren Kosten für Bankkunden

Die Bundesbank rechnet mit steigenden Gebühren für Bankkunden. Schuld seien die anhaltenden Mini-Zinsen, die die Erträge der Geldinstitute schmälern. Auch die Gefahr einer Immobilienblase drohe.

Kommt jetzt auch in Deutschland der Durchbruch? Der vermittelte Verbraucherkredit stammt von der Santander Consumer Bank, einem der größten Konsumentenfinanzierer in Deutschland. Beim Blick in die Angebotsdetails zeigt sich: Es handelt sich in Wahrheit um eine Nullprozent-Finanzierung mit 24 Monaten Laufzeit. Der augenfällige Minuszins von „Who’s perfect“ wird vom Unternehmen als einprozentige Erstattung des Kaufpreises nach Auslieferung der Ware ausgezahlt. Das heißt im Klartext: Das Minus vor dem Zins ist in Wahrheit eine Prämie in Höhe einem Prozent des Kaufpreises, die durch den Händler gewährt wird – und nicht durch die Bank. Doch wer kann schon Kunden damit locken, dass etwas ein Prozent billiger ist? Der Negativzins erregt schlicht mehr Aufmerksamkeit.

Kommentare (6)

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Herr Helmut Weinberg

11.04.2016, 15:11 Uhr

 Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 
Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Helmut Weinberg

11.04.2016, 15:12 Uhr

 "... "Flüchtling" malt Hakenkreuz auf Unterkunft

Dies klappte zunächst auch: In Bingen ging die Polizei zunächst von "rechten Tätern" aus, die eine Unterkunft in der unter anderem "Flüchtlinge" leben, in Brand gesteckt und anschließend Hakenkreuze darauf gemalt haben sollen. Doch nach zahlreichen Hinweisen anderer Heimbewohner konnte ein 26-jähriger Syrer als Täter ausgeforscht werden. Zunächst stritt dieser die Tat ab, gab sie aber im Zuge des Verhörs zu. Auch die Hakenkreuze stammten von dem Asylwerber. Als Grund für die Brandstiftung gab der Asylant "beengte Wohnverhältnisse und fehlende Zukunftsperspektiven" an. Es wurde ein Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung erlassen, da bei dem Brand vier Bewohner und zwei Feuerwehrleute verletzt wurden. ..."

https://www.unzensuriert.at/content/0020487-Asylant-setzt-Unterkunft-Brand-und-legt-falsche-Faehrte-mit-Hakenkreuz-Schmiererei

++ Warum schreibt davon niemand bei der System-Presse ?? ++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Helmut Weinberg

11.04.2016, 15:12 Uhr

 +++

Die "Presse-Freiheit" darf keine Propaganda-Freiheit oder Vortäuschung falscher Tasachen bzw. Erziehung in beliebiger Richtung sein.

Die Presse darf nicht das "Gross-Mandat der Wahrheit nach ihrem Belieben" haben.

DESHALB MUSS ein Gesetz her, das die Presse-Freiheit rettet aber Propaganda, Lüge und Ideologisierung VERBIETET !!!

==> Nur investigativer Jounalismus sollte erlaubt sein !!!

WEG MIT DER IDEOLOGIE-ZWANGSABGABE "GEZ".

+++

"... Kai Küstner vom ARD-Studio in Brüssel zum Beispiel. Er ist einer, der die Grundlagen der Demokratie nicht verstanden hat. Entsprechend sind Abstimmungen, deren Ergebnis ihm nicht passen, nichts, das er wie ein Erwachsener hinnimmt, nichts, das er wie ein Demokrat goutiert und vor allem respektiert, nein, sie sind etwas, gegen das er mit beiden Füßen aufstampft, wie ein unerzogenes Kind, das noch nicht gelernt hat, wie man sich unter Erwachsenen benimmt. ..."

Absolutistische Erziehungs-Anmassung aus dem GEZ-Glaskasten !!

http://sciencefiles.org/2016/04/07/sieg-der-eu-hasser-und-kein-respekt-vor-waehlern/

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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