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21.12.2011

11:42 Uhr

Halbe Billion Euro

EZB leiht Banken mehr Geld als erwartet

Zum ersten Mal konnten sich Banken für drei Jahre von der Europäischen Zentralbank Geld leihen. Und sie standen Schlange. Die Summe lag mit knapp 500 Milliarden Euro ein gutes Stück über den Erwartungen.

Das Euro-Symbol vor der Europäischen Zentralbank (EZB): viel Geld für die Banken. dpa

Das Euro-Symbol vor der Europäischen Zentralbank (EZB): viel Geld für die Banken.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat den Euro-Banken 489,2 Milliarden Euro für drei Jahre zugeteilt. Das teilte die Notenbank am Mittwoch mit. Es ist der EZB-Stützungskredit mit der bislang längsten Laufzeit für das angeschlagene Bankwesen. Bislang mussten die Kredite spätestens nach 13 Monaten zurückgezahlt werden. Die Banken müssen für den Rekordkredit jährlich nur ein Prozent Zinsen zahlen.

Die Summe liegt über den Schätzungen, die in der Spitze von 300 Milliarden bis 450 Milliarden Euro reichten. Der Vizepräsident der EZB, Vitor Constancio, hatte bereits im Vorfeld eine "signifikante Nachfrage" der Banken erwartet.

Ziel dieser neuen Maßnahme ist es, die Refinanzierung der Banken angesichts der enormen Fälligkeiten im Jahr 2012 zu erleichtern und damit das Risiko einer Kreditklemme zu vermeiden. Wenn die Prognosen am oberen Ende erfüllt werden, dürfte sich die Liquiditätshilfe seitens der EZB über alle ihre Instrumente hinweg gerechnet auf 750 Milliarden Euro addieren, schätzen die Analysten der US-Bank Morgan Stanley.

Dies sei nur eine leichte Erhöhung, bei allerdings deutlich längerer Laufzeitenstruktur. Die EZB bietet die dreijährigen Mittel praktisch in unbegrenzter Höhe an, lediglich die von den Banken jeweils zu hinterlegenden Sicherheiten bilden noch einen Damm.

Die spanische Zentralbank hat den Banken des Landes schon geraten, ihren aktuellen Finanzbedarf vollständig mit dem neuen Instrument abzudecken. In Finanzkreisen hieß es gestern, mit der Aufforderung in Spanien, kräftig hinzulangen, wolle man das Stigma lindern, das Banken bei der Beschaffung von EZB-Geld anhaftet. Wegen des Vertrauensverlustes untereinander haben die Geldhäuser kaum noch Zugang zu den privaten Kapitalmärkten.

Kommentare (4)

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Pequod

21.12.2011, 12:16 Uhr

Das ist die Öffnung der Büchse der Pandora!!
Es wird versucht, ein Problem wegzuinflationieren.
Das ist der Goldene Schuß!! Woher bezieht die EZB
denn dieses Geld??
Sie druckt es jetzt aus dem Nichts ohne Deckung her-
aus und zwar, wie man sieht, beliebig und so oft sie
will.
Das heißt, daß die Politik versagt hat und die Probleme
mit Hilfe der Druckerpresse beseitigen will.
Das wurde in den letzten Jahrhunderten schon mehrere
Male erfolglos versucht. Mit dieser Enteignung der
Bürger wird nun die Lawine der inflationären kalten
Progression losgetreten, wogegen die Inflation in den
20er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Idylle ge-
wesen sein dürfte!!!

Account gelöscht!

21.12.2011, 12:36 Uhr

Gigantische Schulden werden mit noch gigantischeren Schulden bekaempft. Dies ist Draghis Konzept. Und wie im Bericht steht, waren ja die italenischen Banken die ersten an der Traenke.

Vor zwei Tagen sprach er noch gross davon, nie Geld zu drucken. Der glaubt wirklich, dieses Geld wiederzuerhalten - nicht im ernst denke ich. Wenn die Banken mit Geld umgehen koennten, dann waeren sie nicht in der jetztigen Lage. Draghi spielt mit dem ganz grossen Feuer.

Thomas

21.12.2011, 13:02 Uhr

"...schon mehrere Male erfolglos versucht."
Moment ! Das ist doch immer erfolgreich gelaufen ...für die Nutznießer Banken und Regierungen. ;-)
Mit dem Ponzi-Scheme sind die heutigen Banken, besonders die Angelsächsischen, groß geworden. Daher wird's ja auch immer wieder veranstaltet. Natürlich haben die Bürger immer in die Röhre geschaut, aber da es ein Nullsummen-Spiel ist, muß ja schließlich eine Partei die Verluste tragen. ;-)
Und von Draghi, dem italienischen "Bock", war ja im "EZB-Garten" auch nix anderes zu erwarten, schon gar nicht als "Goldman-Bock". Liquidity here we come !

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