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01.10.2013

16:13 Uhr

Halbjahresbilanz

Bad Bank der HRE schreibt Gewinn

„Deutlich über Plan“: Die Aufräumarbeiten bei der Hypo Real Estate laufen überraschend gut. Die Bad Bank der in der Finanzkrise zusammengebrochenen Firma schreibt Gewinne – und macht Hoffnung auf weitere Überschüsse.

Gar nicht so schlecht: Die Bad Bank FMS Wertmanagement schreibt schwarze Zahlen. dpa

Gar nicht so schlecht: Die Bad Bank FMS Wertmanagement schreibt schwarze Zahlen.

MünchenDie Abwicklungsbank der notverstaatlichten Hypo Real Estate macht den deutschen Steuerzahlern auch nach der Bundestagswahl Hoffnungen auf rasche Schadensbegrenzung. Im ersten Halbjahr seien die Aufräumarbeiten zügig vorangeschritten und ein klarer Überschuss erwirtschaftet worden, teilte die bundeseigene FMS Wertmanagement am Dienstag in München mit. „Wir liegen beim Abbau des Portfolios deutlich über Plan“, sagte FMS-Chef Christian Bluhm. „Ich bin ziemlich optimistisch für das Geschäftsjahr 2013.“ Die Belastungen durch die FMS und die Bad Bank der früheren WestLB sind wesentliche Posten der deutschen Staatsverschuldung.

Der Gewinn der FMS fiel von Januar bis Juni doppelt so hoch aus wie im gesamten vergangenen Jahr. Vor Steuern schrieb das Institut in den ersten sechs Monaten 75 Millionen Euro Gewinn nach einem Verlust von 50 Millionen Euro vor Jahresfrist. Netto blieben im abgelaufenen Halbjahr 72 Millionen Euro in der Kasse, die letztlich ebenfalls dem Steuerzahler zugute kommen. Im Gesamtjahr sei ebenfalls mit einem positiven Ergebnis zu rechnen, „vielleicht auch etwas besser als im letzten Jahr“, sagte Bluhm. Damals hatte die FMS 37 Millionen Euro verdient. Das Schwesterinstitut aus Düsseldorf, das unter dem Namen Erste Abwicklungsanstalt (EAA) die Altlasten der WestLB abwickelt, hatte im ersten Halbjahr 25 Millionen Euro Gewinn geschrieben.

Nach dem Zusammenbruch der Hypo Real Estate (HRE) und der Zerschlagung der WestLB infolge der Finanzkrise dienten beide Bad Banks jeweils als Auffangbecken für riskante Wertpapiere dieser Institute. Die milliardenschweren Bestände an Staatsanleihen, Immobilienfinanzierungen und anderen Titeln sollen langfristig zu Geld gemacht werden und den Staat wenigstens teilweise für die Bankenrettung entschädigen.

Die FMS verringerte ihren Bestand an toxischen Wertpapieren von Januar bis Juni um sechs Prozent auf 129 Milliarden Euro. Gestartet war sie vor drei Jahren mit einem Portfolio von 176 Milliarden Euro. „Immobilien und strukturierte Produkte verkaufen wir momentan sehr stark“, sagte Bluhm. Hier spiele dem Institut die gute Marktlage in die Hände, die Titel seien bei Investoren aller Art gefragt. Ziel sei es, das Portfolio bis Anfang der 2020er Jahre auf einen Bestand von 70 bis 80 Milliarden Euro abzuschmelzen, der sich nicht lukrativ verkaufen lasse, aber auch kein größeres Risiko darstelle und deshalb nicht mehr von einer Bad Bank verwaltet werden müsse. Darunter seien italienische Staatsanleihen, bei denen der Bund das Ende der Laufzeit in einigen Jahrzehnten abwarten könne. „Italien zahlt seine Schulden zurück, davon sind wir fest überzeugt“, sagte Bluhm.

Kommentare (4)

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01.10.2013, 15:57 Uhr

Wir lernen: wertlose Kredite und Beteiligungen an Pleitebuden können gebündelt und damit ordentliche Gewinne eingefahren werden. Aus etwas Wertlosem wurde durch bankinterne Fruchtbarkeitstänze etwas Werthaltiges. Das reinste Schlaraffenland. Wieso macht das nicht jeder???

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01.10.2013, 17:00 Uhr

Glaub keiner Bilanz, die Du nicht selbst gefälscht hast (und vor allem nicht dem, was als "Gewinn" bezeichnet wird).

Im übrigens: platzt das Wiederaufblasen der Hypothekenblase durch die FED (direkte Monetarisierung der Hypothekenkredite), platzt auch die Bad Bank. Ponzi-Schicksal.

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01.10.2013, 17:29 Uhr

Ein Artikel weiter unten haben sie noch 19,1 Mrd Verlust gemacht. Tja.

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