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28.07.2017

07:54 Uhr

Halbjahresbilanz

Credit Suisse spart sich zu mehr Gewinn

Die Schweizer Bank Credit Suisse hat ihren Gewinn deutlich gesteigert. Von der angepeilten Profitabilität ist das Institut allerdings noch weit entfernt. Und mit Rückenwind von den Märkten kann es vorerst nicht rechnen.

Trotz der deutlichen Verbesserung ist der Konzern von der angepeilten Profitabilität noch ein gutes Stück weit entfernt. Reuters

Credit Suisse in Zürich

Trotz der deutlichen Verbesserung ist der Konzern von der angepeilten Profitabilität noch ein gutes Stück weit entfernt.

ZürichDank Einsparungen hat die Schweizer Großbank Credit Suisse im zweiten Quartal ihren Gewinn kräftig gesteigert. Unter dem Strich standen im abgelaufenen Quartal 303 Millionen Franken, nach 170 Millionen im Vorjahreszeitraum. Bank-Chef Tidjane Thiam zog am Freitag zur Halbzeit des auf drei Jahre angelegten Konzernumbaus ein positives Zwischenfazit. Die Strategie bewähre sich. „Unsere Fokussierung auf das globale Vermögensverwaltungsgeschäft zahlt sich aus“, erklärte der Ivorer.

Im ersten Halbjahr sammelte die zweitgrößte Schweizer Bank bei reichen Privatkunden insgesamt 22,8 Milliarden Franken ein. Das sei das beste Ergebnis der vergangenen sechs Jahre. Zur Jahresmitte hätten die verwalteten Vermögen den Rekordstand von 716 Milliarden Franken erreicht. Thiam, der seit Juli 2015 auf dem Chefsessel sitzt, will das Traditionsinstitut mit einem Ausbau des stabilen Vermögensverwaltungsgeschäfts auf Kosten des riskanteren Investmentbankings in ruhigere Gewässer steuern. Auch beim Rivalen UBS sorgte die Kernsparte Vermögensverwaltung im abgelaufenen Quartal für einen Gewinnschub.

Bei der Credit Suisse entwickelten sich die beiden Investmentbanking-Divisionen gegenläufig. Während der Vorsteuergewinn im Beratungsgeschäft deutlich sank, konnte das Geldhaus im Handel markant zulegen. Bei den Schweizern lief es dabei besser als bei den US-Rivalen und auch bei der Deutschen Bank, da die Credit Suisse vor allem im Geschäft mit Unternehmensfinanzierung stark ist und den Handel mit Staatsanleihen und Devisen eingedampft hat.

Trotz der deutlichen Verbesserung ist der Konzern von der angepeilten Profitabilität noch ein gutes Stück weit entfernt. Mit Rückenwind von den Märkten kann Credit Suisse vorerst nicht rechnen. Die geringen Marktschwankungen, geopolitische Unsicherheiten und passive Kunden dürften das Geschäft bremsen, prognostizierte Thiam. Im dritten Quartal würden zudem wie jedes Jahr die Sommerferien die Aktivitäten dämpfen und der Bank damit weniger Gebühreneinnahmen bescheren.

Von

rtr

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