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04.09.2013

11:07 Uhr

Handelsblatt Jahrestagung

Deutsche-Bank-Chef Jain erwartet Fusionswelle

Fünf Jahre nach Ausbruch der Bankenkrise geht Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain davon aus, dass es in der Bankbranche zu vielen Fusionen und Übernahmen kommen wird – und damit das künstliche Gleichgewicht endet.

Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain erwartet eine steigende Zahl von Fusionen und Übernahmen in der Bankbranche. Die Branche befinde sich in einem „künstlichen Gleichgewicht“, das strukturelle Veränderungen verhindert habe. Diese Phase sei zu Ende. dpa

Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain erwartet eine steigende Zahl von Fusionen und Übernahmen in der Bankbranche. Die Branche befinde sich in einem „künstlichen Gleichgewicht“, das strukturelle Veränderungen verhindert habe. Diese Phase sei zu Ende.

FrankfurtDie weltweite Finanzbranche steht fünf Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise nach Ansicht von Deutsche-Bank -Chef Anshu Jain vor einer neuen Welle von Fusionen und Übernahmen. "In der Branche findet eine deutlich Konsolidierung statt, und es gibt eine Vereinfachung der Geschäftsmodelle", sagte Jain am Mittwoch auf der Handelsblatt-Konferenz "Banken im Umbruch" in Frankfurt.

Das durch die Finanzkrise ausgelöste "künstliche Gleichgewicht" habe in den vergangenen Jahren strukturelle Veränderungen verhindert. Das sei nun vorbei, sagte Jain. "Banken mit starken Marken und einer starken Kapitalbasis haben die Chance, Marktanteile zu gewinnen - entweder organisch oder durch den Kauf schwächerer Wettbewerber."

Dabei kristallisierten sich drei Geschäftsmodelle für Banken heraus, sagte Jain: Regionalbanken wie die deutschen Sparkassen, eine neue Klasse von weltweit aktiven Instituten, die sich aber auf einen Bereich spezialisierten - etwa Vermögensverwalter oder reine Investmentbanken - und weltumspannende Universalbanken wie die Deutsche Bank.

"Globale Universalbanken haben viele Vorteile, und sie sind gut positioniert, um einige der Chancen zu nutzen", sagte Jain. Letztere würden aber von den Regulierern am kritischsten beäugt - obwohl sie in der Finanzkrise weniger Staatshilfen gebraucht hätten als andere.

Die verschärfte Regulierung habe die Wirtschaftlichkeit der Bankenbranche stark beeinträchtigt, sagte der Deutsche-Bank-Chef. Eine Bank brauche heute vier- bis sechsmal so viel Kapital wie vor der Krise, um Risiken zu unterlegen, die Renditen auf das Eigenkapital seien "dramatisch gesunken".

Das Verhältnis von Kosten und Erträgen (Cost-income-Ratio) habe sich um rund zehn Prozentpunkte verschlechtert. Allein die europäischen Banken bräuchten Schätzungen zufolge 70.000 mehr Mitarbeiter, um die steigenden Anforderungen der "Basel III"-Bankenregulierung zu bewältigen.

Grundsätzlich würden die Banken zu Recht schärfer überwacht und reguliert als vor der Krise. Jain warnte allerdings erneut vor einer "Balkanisierung" der Bankenregulierung. Europa, die USA und Großbritannien verfolgten drei unterschiedliche Ansätze für ein Trennbanken-System, das die Einlagen der Kunden vom riskanten Investmentbanking abschotten soll.

Die USA forderten eigene Eigenkapitalvorschriften für ausländische Banken. "Vieles davon wird zu ungewollten Konsequenzen führen", warnte Jain. So unterhöhle die "Balkanisierung" die Wettbewerbsfähigkeit der Banken und erhöhe die Finanzierungskosten für Banken und Firmen.

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Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

04.09.2013, 10:51 Uhr

na dann besteht ja noch Hoffnung für meine Deutsche Bank Aktien wenn der Laden übernommen wird

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